Schlagwort-Archive: Spanien

Spanien braucht keine neuen Kürzungen

Nacho Álvarez und Jorge Uxó, 18. Mai 2016

Jorge Uxó, Kürzungen, Budgetpolitik, SpanienNacho Álvarez, Podemos, Budgetpolitik, LohnpolitikSpanien befindet sich seit 2009, als das Defizit der öffentlichen Haushalte krisenbedingt von einem Überschuss auf einen negativen Rekordwert von 11 % des BIP drehte, in einem Defizitverfahren der Europäischen Union. Demgemäß sollte es bis 2013 wieder auf unter 3 % des BIP abgebaut werden, was zwei unterschiedliche Regierungen mittels Ausgabenkürzungen in allen Bereichen (inklusive Gesundheit und Bildung) und Steuererhöhungen (insbes. Mehrwertsteuer) versuchten. Zusätzlich wurde das Arbeitsrecht massiv verändert, mit dem Ergebnis einer Machtverschiebung bei den Kollektivvertragsverhandlungen, die eine Entwertung der Löhne favorisierte. Statt mehr vom Gleichen braucht es nun eine wohlstandsorientierte wirtschaftspolitische Alternative, die prioritär auf den Abbau der Arbeitslosigkeit sowie der sozialen und strukturellen Probleme abzielt. Weiterlesen

Webtipps der Woche, 5. August 2015

Die spannendsten Hintergründe auf einen Klick, 5. August 2015

Webtipps Gute ArgumenteIn unseren Webtipps bringen wir diese Woche ein Interview mit US-Ökonom Adam Posen, der meint: Deutschland ist ein Billiglohnland. Warum der IWF für einen Schuldenschnitt in Griechenland eintritt, eine differenzierte Analyse wie es um die angeblichen Spar-Musterschüler Irland & Spanien wirklich steht und: Daten & Fakten zur Mindestsicherung. Weiterlesen

Lohnpolitischer Paradigmenwechsel in der EU

Michael Mesch, 23. Juli 2015

michael-meschIm Bereich der Lohnpolitik brachte die im Zuge der Wirtschaftskrise seit 2010 eingeführte neue wirtschaftspolitische Steuerung der EU einen grundlegenden Wechsel mit sich. Dieser führte von der Akzeptanz der Tarifautonomie der Kollektivvertrags(KV)-Partner hin zu einem europäischen Interventionismus in den nationalen Lohnpolitiken. Als nachhaltige Ausrichtung gewerkschaftlicher Politik erscheint eine Strategie der autonomen Revitalisierung  erfolgversprechend für eine Reregulierung des Arbeitsmarktes und die Stärkung der institutionellen Säulen. Weiterlesen

Spanien: Ökonomische Trendwende durch stillen wirtschaftspolitischen Kurswechsel

Georg Feigl, 13. Juli 2015

Foto: Lisi Specht, AK Wien. Die spanische Wirtschaft gilt einmal mehr als Vorzeigemodell: Harte Spar- und Reformpolitik sei für das neuerdings überdurchschnittliche Wachstum verantwortlich. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass die Arbeitslosenrate mit 23% nach wie vor hoch und die Wirtschaftsleistung weiter unter Vorkrisenniveau liegt. Gleichzeitig sind erste Verbesserungen nicht auf die Reformagenda, sondern vor allem auf einen stillen budgetpolitischen Kurswechsel und die Politik der EZB zurückzuführen. Weiterlesen

Webtipps der Woche: 12.2.2015

Links zum Weiterlesen und Weiterdenken, 12. Februar 2015

webtipps der wocheAuch diese Woche haben wir wieder Lesenswertes gefunden: da geht es um Fakten zur Einkommensungleichheit und den sozialen Aufstieg durch Heirat, es gibt interessante Eindrücke aus amerikanischen Worker Centers und eine Analyse der neuen spanischen Linken. Außerdem wird mit Klischees über Griechenland aufgeräumt und es gibt zwei spannende Filme..

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Lohnkonkurrenz als Ausweg aus der Krise?

Nacho Álvarez, 22. Mai 2014

Nacho AlvarezIn der aktuellen Krise hat sich einmal mehr die Fähigkeit der ökonomischen und politischen Eliten zur Durchsetzung ihrer Leseart der Realität gezeigt, die mit dieser aber nur wenig gemein hat. So präsentierten sie die Eurokrise als logische Konsequenz aus dem „Leben über den Verhältnissen“ in der wirtschaftlichen Peripherie – vor allem hinsichtlich der Löhne. Obwohl diese Behauptung für Spanien nicht das Geringste mit der durch fehlende Reallohnzuwächse und einer fallenden Lohnquote charakterisierten Realität zu tun hatte, führte diese Eliteninterpretation zu einem beispiellosen Angriff auf die ArbeitnehmerInnen. Wenn es den Gewerkschaften nicht gelingt diesen Angriff abzuwehren, wird sich diese Aggression auch auf der europäische Ebene verschärfen und zu einem Lohnkonkurrenzkampf zum Schaden der Mehrheit der EuropäerInnen führen. Internationale Solidarität ist daher unerlässlich. Weiterlesen

Krise in Spanien stabilisiert

Georg Feigl, 5. März 2014

profil_feigl_georgAuch wenn in Spanien technisch gesehen die Rezession überwunden ist, spürt der Großteil der dort lebenden Menschen vom ausgerufenen Ende der Krise noch nichts. Ihre Perspektive wird von Massenarbeitslosigkeit, schrumpfenden verfügbaren Einkommen, Abbau der Arbeitsmarktstandards, schlechteren öffentlichen Leistungen und politischem Frust geprägt. Wird die schwelende soziale und politische Krise nicht überwunden, so wird auch die wirtschaftliche Situation fragil bleiben. Weiterlesen

Spaniens Zukunft: Mehr Europa oder Euro-Austritt?

Bruno Estrada, 5. November 2013

Bruno eIm Gegensatz zu den USA konnten in Europa weder die Zentralbank noch andere Gemeinschaftsinstitutionen die Lage in den von der Krise schwer getroffenen  Volkswirtschaften wie jene in Spanien verbessern. Da eine Reform der EU-Institutionen zwar wünschenswert ist, aber lediglich sehr langfristig realisierbar scheint, braucht es eine alternative Strategie. Diese kann jedoch nicht ein Euro-Austritt sein, sondern muss sich auf die Ausweitung nationaler Spielräume, Beschäftigung und den Abbau der Auslandsverschuldung stützen. Das erfordert sowohl eine Stärkung der Nachfrage wie auch eine neue Industriepolitik.

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Ist die Kritik am Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) berechtigt?

Georg Feigl, 17. September 2013

profil_feigl_georgDer Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) wurde nicht erst im laufenden Wahlkampf zur Zielscheibe der Kritik am Krisenmanagement der Europäischen Union. Im Mittelpunkt steht dabei die Ablehnung der Übernahme von öffentlichen Haftungen, die angeblich alleine für Österreich 65 Milliarden Euro betragen würden. Diese Kritik basiert einerseits auf übertriebenen Zahlen – zB beträgt das derzeitige Verlustrisiko Österreichs 1,23 Mrd Euro. Andererseits wird ausgespart, dass weitaus größeren Verluste, die durch eine Auflösung der Eurozone entstehen würden, gerade auch durch den ESM selbst verhindert wurden. Weiterlesen