Das Buurtzorg-Modell: Ein neues Paradigma für die Organisation von Arbeit

Die österreichische Diskussion um Innovationen im Bereich der Langzeitpflege war im letzten Jahr wesentlich geprägt durch die Auseinandersetzung mit Buurtzorg (Betreuung und Pflege in der Nachbarschaft) – jener Organisation, die in den Niederlanden das System der Hauskrankenpflege revolutioniert hat. Buurtzorg ist dabei mehr als die Nutzung von Tablet und Co in der mobilen Pflege. Vielmehr integriert das Modell Aspekte einer neuen (Arbeits-)Organisation, die in der aktuellen Debatte zu „Arbeit 4.0“ wenig diskutiert werden. Als positive Aspekte sind dabei die Ganzheitlichkeit der (Pflege)aufgabe, die Stärkung der Teams und ein neues Führungsverständnis (Führungskraft als Coach) zu nennen. Diskutiert werden muss aber auch, wie durch die starke Selbststeuerung der autonomen Teams einer Selbstausbeutung und Entgrenzung der Beschäftigten entgegnet werden kann. Deutlich wird, dass gerade in diesem Modell die Aus- und Weiterbildung eine starke Rolle spielt. Dazu gibt es bewusst unverplante Zeiten, die für innovatives Denken verwendet werden – ein Novum im immer dichter werdenden Pflegealltag in Österreich.

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Familienpolitik mit Handbremse

Die österreichische Familienpolitik ist bisweilen seltsam unentschlossen. Ob Betreuung von Kinder oder auch pflegebedürftigen Erwachsenen eine private oder staatliche Aufgabe ist, da scheint sich der österreichische Staat nicht ganz entscheiden zu können. Zwar gab es in den letzten Jahren einige wichtige Schritte in Richtung Modernisierung – aber das Tempo entspricht einer Fahrt mit angezogener Handbremse.

 

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Personalschlüssel in der Altenpflege: Trägeraufgabe oder öffentlicher Auftrag?!

In der Altenpflege herrscht Personalmangel – das zeigen aktuelle Studien und Aussagen vieler Beschäftigten und ExpertInnen. Genauer gesagt: es gibt Handlungsbedarf bei den Mindestpflegepersonal- schlüsseln in den österreichischen Alten- und Pflegeheimen. Welche gesetzlichen Entwicklungen es auf Bundesländerebene gibt, beschreibt das Beispiel aus der Steiermark. Die derzeitige Diskussion zur Notwendigkeit von gesetzlichen Vorgaben wird ergänzt um Chancen und Grenzen der Berechnung des Pflegepersonalbedarfs auf Trägerebene. 

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Mindestpersonalschlüssel in der Pflege: Utopie oder Wirklichkeit

Beschäftigte in den österreichischen Alten- und Pflegeheimen klagen, dass die Arbeit immer dichter wird und ständig neue oft pflegeferne Aufgaben dazu kommen. Es bleibt – so Schilderungen – immer weniger Zeit für die Bewohner/-innen. Grund dafür: Personalausstattungen, die teils seit über 20 Jahren nicht verändert wurden und oft als Höchstschlüssel ausgelegt werden. Der Beitrag gibt Einblicke in aktuelle Entwicklungen und zeigt Handlungsfelder anhand einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer Oberösterreich.

 

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Was können Pflegekarenz und Familienhospizkarenz wirklich bieten?

Plötzlich wird das Thema Pflegekarenz aktuell: Ein Sturz, der die Mutter an den Rollstuhl fesselt, eine Mittelohrentzündung der Tochter, eine Krebsdiagnose der Partnerin – die Möglichkeit zur Karenz für pflegende Angehörige kann eine wichtige Entlastung für unselbstständig Beschäftigte bedeuten, wie ein internationaler Vergleich zeigt. Die österreichischen Modelle werden dabei in vielen Punkten positiv bewertet, Schwächen bestehen aber bei der arbeitsrechtlichen Absicherung. 

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Buurtzorg – Vom Pilotprojekt zum größten Non-Profit-Unternehmen in der mobilen Pflege

Höhere Qualität in der Pflege, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und dabei wirtschaftlicher arbeiten? Klingt absurd, aber die Non-Profit-Organisation Buurtzorg hat es geschafft. Sie hat sich durch die überzeugende Umsetzung eines ganzheitlichen Pflegeansatzes mit hohen Qualitätsstandards  in knapp zehn Jahren zum größten Anbieter mobiler Pflege in den  Niederlanden entwickelt. Kern der Organisation sind weitgehend selbstverantwortliche Pflegekräfte-Teams, die mithilfe nachbarschaftlicher informeller und formeller Netzwerke die KlientInnen bestmöglich versorgen. Die damit ermöglichte einfache, kosteneffiziente Verwaltung führt zu mehr Geld- und damit Zeitressourcen für die eigentliche Pflegearbeit.

 

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Was ist gute Pflege? Das sagen die Beschäftigten

Es ist nicht neu, dass Österreichs Pflegelandschaft vor großen Herausforderungen steht. Zumeist wird dabei das Augenmerk auf Kosten und Finanzierbarkeit gelegt, doch ebenso zentral ist die Frage der Qualität. Denn es geht eben nicht nur um billige, sondern vor allem auch um gute Pflege. Dabei ist allerdings keineswegs klar, was genau „gute Pflege“ ist. Eine neue Studie befasst sich mit dieser Frage aus der Perspektive von Menschen, die zentral für die Qualität in der Pflege sind: die dort Beschäftigten.

 

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Grund zur Sorge: Betreuung und Pflege in Österreich

Wer kümmert sich in Österreich um betreuungsbedürftige ältere Menschen und unter welchen Bedingungen findet diese Betreuungstätigkeit statt? Den Großteil der Sorgearbeit leisten unbezahlt Angehörige, überwiegend Frauen. Daneben sind es u.a. Beschäftigte in mobilen Diensten, Privathaushalten und Betreuungseinrichtungen, die den bestehenden Pflegebedarf decken. Jeder dieser Bereiche weist spezifische Problemfelder auf – und spiegelt damit Schwachstellen des österreichischen Sorgesystems insgesamt wider. Gleichzeitig werden sowohl der Pflegebedarf als auch der Bedarf an Beschäftigten weiter steigen.

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Pflege der Zukunft – alles neu?

Die Gesundheits- und Krankenpflege wird in den kommenden Jahrzehnten vor großen Herausforderungen stehen: die steigende Lebenserwartung verändert die Altersstruktur der Bevölkerung. Frauen, die bisher Pflege zu Hause erbracht haben, werden erwerbstätig sein. Die Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegeleistungen steigt somit bei gleichzeitiger Abnahme des familiären Pflegepotentials. Höchste Zeit die Ausbildungswege in diesem Berufsfeld zu reformieren.

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Soziale Dienstleistungen im Ländlichen Raum – ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Nicht der große Sprung, aber ein wichtiger Schritt vorwärts: Erstmals seit dem Beitritt zur EU gibt es in Österreich finanziert der Fonds für ländliche Entwicklung (ELER) soziale Dienstleistungen. Zwar wurden nur drei Prozent der Mittel für diesen Zweck reserviert, dennoch gibt es damit endlich eine sozialpolitische Komponente in diesem Programm. Leistungen wie Kinderbetreuung, Pflege und Gesundheitsvorsorge sind nun strukturell verankert.

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