Schlagwort-Archive: Migration

Inclusive Citizenship Education – Politische Bildung in der Migrationsgesellschaft

Dirk Lange und Malte Kleinschmidt, 1. Juni 2016

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Die enormen gesellschaftlichen Veränderungen stellen die politische Bildung vor große Herausforderungen. Neben der Frage des Umgangs mit dem Thema Flucht und Migration gibt es auch gravierende Veränderungen in anderen Bereichen, wie etwa der Frage der gesellschaftlichen Teilhabe von behinderten Menschen oder des Umgangs mit der immer weiteren Schere, die zwischen Reichen und Armen klafft. Der Ansatz „Inclusive Citizenship Education“ stellt einen Versuch dar, eine Perspektive für Forschung und Praxis der politischen Bildung zu entwickeln, in der diesen Herausforderungen begegnet werden kann.

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Die Erfindung des Notstands

Lena Karasz, 24. Mai 2016

Lena Blog3 kleinAb 1. Juni wird es möglich sein, unter Berufung auf einen Notstand das Recht auf Asyl weitgehend außer Kraft zu setzen. Im Hintergrund dieser umstrittenen gesetzlichen Konstruktion stand das Ziel, die Zahl der Asylanträge heuer mit 37.500 zu limitieren. Doch welche Auswirkungen hätte die Erklärung eines Notstands auf Gesellschaft und Rechtsstaat? Weiterlesen

Flüchtlingskrise und globale Gleichstellung von Frauen

Irene Khan, 15. Feburar 2016

Irene KhanWie Europa mit der Flüchtlingskrise umgeht, wird enormen Einfluss auf die globale Entwicklung und die Gleichstellung der Geschlechter haben. Mehr als die Hälfte der über 60 Mio. Menschen, die derzeit weltweit auf der Flucht sind, sind Frauen und Mädchen. Die Flüchtlingskrise unter dem Gender-Aspekt zu betrachten ist daher wesentlich, um diese Herausforderung zu bewältigen, sagte Irene Khan in ihrer Keynote zum 2. Barbara Prammer-Symposium mit dem Titel „Frauen.Flucht.Solidarität“. Khan konstatierte dabei auch: „Wir befinden uns an einem gefährlichen Wendepunkt, denn bisherige Errungenschaften im Sinne der Frauen stehen auf dem Spiel“.

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Webtipps der Woche, 13. August 2015

Blitzlichter aus den weiten des Web, 13.August 2015

AWblog-Logo-100x100Manche sprechen von einem Paradebeispiel erfolgreicher Sparpolitik, doch die Jugend verlässt Irland – aus Mangel an Perspektiven. Noch vor kurzem als zu radikal bezeichnet kommen Syriza-Vorschläge nun auch im ökonomischen Mainstream an. Von der katastrophalen Situation im Süden Europas profitiert Deutschland offenbar so oder so. Was wäre wenn Banken ihre Gewinne nicht beliebig und steuerschonend verschieben könnten? Weiterlesen

Dublin: Hauptstadt von Irland, aber wer kennt Dublin III? – Gedanken zur europäischen Migrationsagenda

Johannes Peyrl, 3. Juli 2015

JohannesPeyrl_AutorInnenbild_BlogNicht zum ersten (und mit ziemlicher Sicherheit nicht zum letzten) Mal ist Asyl- und Migrationspolitik in den Fokus der breiten Öffentlichkeit geraten. Wieder einmal wird nahezu ausschließlich über Migration aus Fluchtgründen geredet; dabei macht es keinen Unterschied, ob die österreichische oder europäische Dimension diskutiert wird. In einem seltsamen Gleichklang wird über Aufteilungsquoten für Asylsuchende (in Europa: in den Mitgliedstaaten, in Österreich: Bundesländer bzw. Bezirke) diskutiert bzw. vielmehr gestritten. Da wie dort fehlen menschenwürdige Quartiere in einem eigentlich unvorstellbaren Ausmaß. Die EU-Kommission hat in ihrer „Europäischen Migrationsagenda“  einen Weg skizziert, wie Europa diese Herausforderung meistern könnte. Es wäre aber wohl nicht die EU, wenn eine schnelle Einigung möglich gewesen wäre. Weiterlesen

Der Zugang zum Arbeitsmarkt von AsylwerberInnen – eine rechtliche Bestandsaufnahme

Johannes Peyrl, 1. April 2015

JohannesPeyrl_AutorInnenbild_BlogBeim Thema Arbeitsmarktzugang für AsylwerberInnen gehen regelmäßig die Emotionen hoch. Verständlich wäre eine Aufregung aber eigentlich viel eher, wenn man diese Thematik rund um Existenzsicherung der Personen beleuchten würde, die in Österreich Schutz vor Verfolgung suchen: Wer von den geschätzten LeserInnen  lebt von € 320 pro Monat? Das ist der Betrag, den ein/e erwachsene/r AsylwerberIn pro Monat (bei selbständigem Wohnen) als Grundversorgung (für Miete und Verpflegung) erhält, das liegt deutlich unter dem Mindestsicherungsrichtsatz und auch sonst sind AsylwerberInnen in der Regel von sozialen Leistungen ausgeschlossen. In diesem Beitrag sollen aber keine sozialpolitischen Argumente bzw. Argumente pro oder contra Arbeitsmarktzugang für AsylwerberInnen vorgebracht werden, sondern es soll der rechtliche Status quo beleuchtet werden. Weiterlesen

Ungleichheit macht krank – besonders Migrant_innen

Josef Wallner, 11. Februar 2015

Josef WallnerDass Ungleichheit und Armut ungesund sind, wissen wir eigentlich schon längst. Der sarkastische Kalauer „Lieber reich und gesund als arm und krank“ spricht ja davon. Und zudem gibt es dazu ausreichend empirische Evidenz. Dass MigrantInnen davon ganz besonders betroffen sind, überrascht auch nicht besonders, bisher gab es jedoch noch keine systematische Erforschung des Themenkomplexes Gesundheit und Migration. Nun liegt dazu eine Literaturstudie der „Gesundheit Österreich GesmbH“ vor, die im Auftrag von Arbeiterkammer Wien und Gesundheitsministerium erstellt worden ist. Weiterlesen

Einwanderungsland Österreich

Franz Mohr, 24. September 2014

Zur Demografie, Bildungsstruktur und Arbeitsmarktsituation von MigrantInnen

mohrDie Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, Flüchtlingsströme und die Politik der Europäischen Union haben seit den 1960er Jahren dazu geführt, dass die kulturelle Zusammensetzung der Gruppe der MigrantInnen einem ständigen Wandel unterzogen war. Ebenso hat sich die Ausbildungsstruktur dieser Gruppe relativ zur Mehrheitsbevölkerung verändert, wobei hier positive Entwicklungen festzustellen sind. Die Arbeitsmarktsituation von MigrantInnen in Österreich ist allerdings strukturell schlechter als jene der MehrheitsösterreicherInnen und stellt damit eine große Herausforderung an die Integrationspolitik dar.

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Schlechte Jobchancen und geringeres Einkommen – Diskriminierung von Migrantinnen & Migranten am österreichischen Arbeitsmarkt

Johannes Schweighofer, 17.Juli 2014

JohannesSchweighofer_100x100Werden MigrantInnen am österreichischen Arbeitsmarkt diskriminiert? No na, ist man als gelernte Österreicherin versucht zu antworten. Ja natürlich gibt es Diskriminierung, ein Sachverhalt, der offensichtlich wird für jedermann, der mit offenen Augen und Ohren durchs Land geht. Dieses Jedermannswissen wird nun durch eine aktuelle Studie von Uni Linz und IHS wissenschaftlich bestätigt, ein Befund, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen bzw. keinerlei Interpretationsspielraum übrig lässt: Sowohl im Bewerbungsverfahren als auch in der Entlohnung werden AusländerInnen in Österreich systematisch schlechter behandelt als vergleichbare InländerInnen. Die Ergebnisse reihen sich damit ein in Untersuchungen für andere Länder, die, etwa für Deutschland, zu einem ähnlich hohen Ausmaß an Diskriminierung kommen. Weiterlesen

Brain Drain in Österreich?

Klemens Himpele, 23. April 2014

Foto Klemens Himpele kleinSchon der Antext in der Neuen Zürcher Zeitung war dramatisch: „Auf längere Sicht wird der ungebremste Braindrain für Österreich zu einem noch grösseren Problem als die Folgekosten der Hypo Alpe Adria“ schrieb Matthäus Kattinger dort am 1. April – es war aber offenbar nicht als Aprilscherz gemeint. Auch andere Medien hatten das Thema aufgegriffen und der Tenor war: Österreich verliert seine Geisteselite. Insbesondere die NZZ folgerte daraus, dass „überbordende Regulierungswut“ oder zu hohe Steuern schuld für den Brain Drain wären. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass diese Argumentation auf Sand gebaut ist, weil es in Österreich vielmehr einen „Brain Gain“ gibt, also einer Nettozuwanderung gut ausgebildeter Menschen. Weiterlesen