Fortschritt bedeutet Arbeitszeitverkürzung – der Ansicht waren schon Marx und Keynes

Immer mehr ArbeitnehmerInnen entscheiden sich für eine freiwillige Verkürzung der Arbeitszeit. Geht es nach Karl Marx und John Maynard Keynes, so handeln sie damit durchwegs im Sinne des Fortschritts.

 

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Hypokritische und hippokratische Wirtschaftspolitik in Europa

Der Ausgang der achten Direktwahlen zum europäischen Parlament hat die Ränder des politischen Spektrums in Europa erstarken lassen wie nie zuvor. Gut 30 Prozent der Abgeordneten im Parlament verstehen sich als Gegner, mindestens aber als Skeptiker einer vertieften politischen und wirtschaftlichen Integration Europas. Die Ursachen hierfür sind ganz wesentlich in einer gescheiterten gemeinsamen Krisenbekämpfung zu verorten. Dort, wo nur mehr und ein besseres Europa die seit 2008 andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise säkularen Ausmaßes wirkungsvoll hätte angehen können, wurde der Nationalstaat zur leitenden Bezugsgröße der europäischen Regierungen. Führende deutsche Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Finanzminister Steinbrück (bis 2009) und Schäuble bemüßigten gar Goethes Gedicht von der Bürgerpflicht („Ein jeder kehre vor seiner Tür, und rein ist jedes Stadtquartier“), um ihren Widerstand gegen einen europäischen Bankenrettungsfonds zu begründen (Gammelin/Löw 2014).

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Der Aufstand der Wirtschaftsstudierenden

Letzte Woche wurde ein Manifest für mehr Vielfalt in der Wirtschaftswissenschaft von einem Zusammenschluss aus über 40 Studierendengruppierungen aus 19 Ländern veröffentlicht, um sich gegen die neoklassische Vorherrschaft an den Unis zu wehren. Die Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien ist Teil dieser Initiative. Auch Peter Mooslechner, Direktor der Österreichischen Nationalbank, unterstützt die Initiative: „Viele Aspekte der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise haben gezeigt, dass es neuer, innovativer und methodisch breiterer Ansätze in den Wirtschaftswissenschaften bedarf, um eine relevante Wirtschaftspolitik entsprechend zu fundieren. Dafür ist es entscheidend, dass Volkswirtschaftslehre fundamental als multiparadigmatische Wissenschaft verstanden, gelehrt und ‚gelebt‘ wird“.

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Maßnahmen zur Senkung der Rekordarbeitslosigkeit

Die im internationalen Vergleich günstigen Kennzahlen des österreichischen Arbeitsmarktes täuschen über die angespannte Situation in Österreich hinweg. Dadurch bleibt – trotz historischer Rekordarbeitslosigkeit – eine öffentliche Debatte aus und umfassende Gegenstrategien werden nicht ergriffen. In der aktuellen Arbeitsmarktanalyse der AK Oberösterreich wird das aktuelle Problemausmaß beschrieben und ein Maßnahmenbündel zur Senkung der Arbeitslosigkeit vorgeschlagen.

 

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Arbeitsmarkt und Lohn

Neoklassik und Postkeynesianismus führen Arbeitslosigkeit auf unterschiedliche Ursachen zurück. Die wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen der beiden ökonomischen Denkrichtungen in Bezug auf die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit sind sehr verschieden, widersprechen einander z. T. diametral.

 

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Ökonomische Ungleichheit spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaftswissenschaft

Weniger als eine Stunde dauert die Autofahrt vom piekfeinen Montgomery County in die südöstlichen Stadtviertel der US-Hauptstadt Washington. Es ist eine Reise von einer der reichsten in eine der ärmsten Regionen der USA und mit jedem Kilometer sinkt die Lebenserwartung der Bevölkerung um sieben Monate: von 81 auf 60 Jahre. Noch näher liegen der noble New Yorker Stadtteil Upper East Side und das arme South Bronx beisammen, die nur einen Spaziergang voneinander entfernt sind. Überquert man den Harlem River nach Norden, sinkt das Medianeinkommen der ansässigen Menschen um mehr als 80 Prozent.

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Die USA lernt, Europa leidet: Haben die USA die besseren ÖkonomInnen?

In den USA herrscht Casino-Crash-Kapitalismus, in Europa dagegen Stabilität und Wohlfahrtsstaat – stimmt das noch? Spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2007 hat sich die Rolle der beiden Regionen gewandelt: Die USA verabschiedeten Konjunkturprogramme und unterstützen über ihre Notenbank Banken und Wirtschaft. Die amerikanische Wirtschaft wächst seit 2008 langsam aus der Krise, und die Arbeitslosigkeit fällt – langsam, aber doch. Sie ist von ihrem Höhepunkt im Jahr 2010 mit fast zehn Prozent der Erwerbspersonen auf etwa sieben Prozent zurückgegangen. In Europa hingegen führte eine völlig verkehrte Reaktion auf die Krise, zuerst der Europäischen Zentralbank und dann der Regierungen (Stichworte: Zinserhöhungen und Austerität), zu Massenarbeitslosigkeit, Armut und einer sozialen Notsituation. Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist von sieben Prozent der Erwerbspersonen vor der Krise auf zehn Prozent im Jahr 2010 und dann weiter auf zwölf Prozent im Jahr 2013 gestiegen.

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Aus der Theorie für die Praxis

Massenarbeitslosigkeit, hohe Staatsverschuldung und eine bedrohliche Ungleichheit prägen die wirtschaftliche Lage in Europa im sechsten Jahr der Krise. In dieser Situation zeigt sich, wie wichtig es ist, sich mit den Grundlagen der ökonomischen Theorien zu beschäftigen. Sowohl die Wirtschaftspolitik, die in diese tiefe Krise geführt hat, als auch die alternativen Vorschläge für die Überwindung der Krise basieren auf unterschiedlichen wirtschaftswissenschaftlichen Theorien.

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Mit John Maynard Keynes aus der Krise

Platzen der Spekulationsblase auf den Vermögensmärkten, zahllose Bankeninsolvenzen, Nachfrageeinbruch, Massenarbeitslosigkeit: Die Wirtschaftskrise nahm ihren Ausgang in den USA, breitete sich allerdings mit Windeseile auf Europa aus und führte zu einer Depression, die die Arbeitslosenraten in manchen Ländern auf über 30% der Erwerbspersonen trieb. Die als Therapie gedachten Maßnahmen der Wirtschaftspolitik in den Krisenländern, darunter vor allem die Senkung der Löhne und die Kürzung von Staatsausgaben, beschleunigten die Abwärtsspirale. Mit dem eklatanten Versagen der herrschenden Wirtschaftspolitik mehrten sich auch die Zweifel bezüglich ihrer theoretischen Basis. Dieses Vakuum nutze eine Gruppe junger ÖkonomInnen, die mit einer neuen Erklärung makroökonomischer Zusammenhänge  eine neue Ära der ökonomischen Theorie und der Wirtschaftspolitik einleitete.

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