Schlagwort-Archive: EU-Kommission

Post-Singapur-Architektur der europäischen Handelspolitik

Elisabeth Beer und Susanne Wixforth, 25. September 2017

CETA und TTIP sind Synonyme für Globalisierungskritik, ungerechtfertigte InvestorInnenprivilegien und Bedrohung von Umwelt- und ArbeitnehmerInnenschutz. Anders steht es mit dem Freihandelsabkommen der EU mit Singapur (EUSFTA): Praktisch unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde es von der Europäischen Union 2015 abgeschlossen. Dennoch kommt gerade diesem Abkommen große Bedeutung für die zukünftige EU-Handelspolitik zu. Warum? Weil der Europäische Gerichtshof (EuGH) ein Gutachten darüber erstellt hat, welche Sachbereiche bei EUSFTA ausschließlich in die handelspolitische Kompetenz der Europäischen Union („EU-only“) fallen. Bei diesen haben die nationalen Parlamente künftig keine Mitwirkungsrechte. Weiterlesen

EU-Budget nach 2020: erste Pflöcke zur europäischen Kohäsions- und Strukturpolitik werden eingeschlagen

Elisabeth Beer, Maria Burgstaller und Silvia Hofbauer, 14. August 2017

Die Europäische Kommission hat Ende Juni ihr fünftes Reflexionspapier, diesmal zur Zukunft der EU-Finanzen, zur Diskussion vorgelegt. Auch dieses Papier ist inhaltlich vage gehalten. Es soll eine Grundsatzdiskussion über die Neugestaltung des EU-Haushalts ab 2020 – also nach dem Brexit – lostreten. Der Prozess ist aber keineswegs ergebnisoffen gestaltet. Die Kommission platziert geschickt die von ihr verfolgten Politiken. Was würden die in Diskussion gebrachten Prinzipien für ArbeitnehmerInnen und BürgerInnen bedeuten? Weiterlesen

EU-Kommission zu Globalisierung: More of the same

Éva Dessewffy, 29. Mai 2017

Im Reflexionspapier „Die Globalisierung meistern“ stellt die EU-Kommission Überlegungen über die Gestaltung des zukünftigen Globalisierungsprozesses an. Neu an ihrer Analyse ist die Erkenntnis, dass Globalisierung Ungleichheit fördert. Dennoch greift die Kommission auf das immer gleiche Instrument Freihandel zurück und setzt ihren fordernden Marktöffnungskurs fort. KritikerInnen warnt sie dagegen vor Protektionismus, ja sogar Isolationismus. Wenig deutet auf fairere Regeln für den Schutz von Beschäftigten, KonsumentInnen und der Umwelt hin. Vorstellungen über fortschrittliche Handelspolitik sehen anders aus. Weiterlesen

Verfehlte Annahmen, verheerende Ergebnisse: Zur Politik der Europäischen Kommission

Philipp Heimberger, 23. Jänner 2014

Foto PHDie Europäische Kommission ist auf EU-Ebene für Gesetzesinitiativen und die Durchsetzung bestehenden EU-Rechts zuständig. Die Formulierung von Gesetzesvorschlägen zu Finanzmarktregulierung und wirtschaftspolitischen Maßnahmen fällt ebenso in ihren politischen Verantwortungsbereich wie das Ausverhandeln und Zuweisen von Finanzhilfen. Die Finanzkrise der Jahre 2008/2009 kam für die Kommission überraschend, da sie weitgehend auf die Fähigkeit zur Selbstregulierung der Finanzmärkte vertraut hatte. Ein laxer Regulierungsrahmen werde ausreichen, um Marktturbulenzen mit realwirtschaftlichen Konsequenzen zu unterbinden: Dieses Vertrauen der Kommission auf die Heilsamkeit der Marktkräfte gründet ebenso auf Annahmen aus der neoklassischen ökonomischen Theorie wie wichtige wirtschaftspolitische Entscheidungen in den Krisenjahren. Weiterlesen

EU-Kommission plant Subventionen für die Nuklear-Renaissance

Susanne Wixforth 6.August 2013

Susanne_Wixforth_100x100Seit Jahren wird uns weisgemacht, dass Atomstrom eine besonders billige Form der Energiegewinnung sei  (und wir deshalb nicht darauf verzichten können). Das scheint sich plötzlich geändert zu haben: weil Atomstrom angeblich eine saubere Energieform ist, aber nicht(!) kostendeckend produziert werden kann, sollen staatliche Förderungen für Investitionen in den Bau von neuen Atomkraftwerken und Dauerbeihilfen für deren Betrieb salonfähig werden.  Die EU-Kommission schraubt deshalb nun an den Umweltschutzleitlinien. Weiterlesen