Schlagwort-Archive: Chancengleichheit

Weltmeister oder Totalversager – die österreichische Familienpolitik im EU-Vergleich

Sybille Pirklbauer, 27. Oktober 2017

Viele Jahre war vom „Weltmeister Österreich“ in der Familienpolitik die Rede. Ein internationales Vorbild sei das Land. Liest man die Presseaussendungen mancher Familienverbände heute, klingt es allerdings, als hätte eine brutale Vertreibung aus dem Familienparadies stattgefunden. Wurde die Alpenrepublik etwa im Ländervergleich abgehängt? Die Antwort auf diese Frage ist kein simples Ja oder Nein. Wie so oft zeigt sich die Wirklichkeit facettenreich. Weiterlesen

Fehlende Erbschaftssteuer in Österreich – eine eklatante Ungerechtigkeit

Markus Marterbauer und Martin Schürz, 3. Mai 2017

Martin Schürz, Verteilung, Vermögen, ErbschaftssteuerMarterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikVor zehn Jahren wurde in Österreich die Abschaffung der Erbschaftssteuer eingeleitet, seither schwelt die Debatte über ihre Wiedereinführung. Kaum ein Argument der GegnerInnen hält einer inhaltlichen Prüfung stand. Dennoch ist die Diskussion in der Gesellschaft ambivalent, weil es dabei auch um Ängste und Werte geht. Heute sind die Voraussetzungen für eine neue Erbschaftssteuer in dem Sinn besser, als die Datenlage in Bezug auf das Erbvolumen und seine Verteilung massiv verbessert wurde, sich die Wissenschaft eindeutig äußert und neue Modelle, etwa in Bezug auf die Zweckbindung des Aufkommens für Pflege, entwickelt wurden. Dennoch verhindert die gesellschaftliche Macht der Vermögenden das wirtschaftlich und sozial Vernünftige. Weiterlesen

Bildung im Kontext von Digitalisierung

Trude Hausegger, 23. März 2016

Die mittlerweile vielfältige Literatur zu den Themen Digitalisierung oder Arbeitswelt 4.0 zeichnet ein differenziertes Bild über die zu erwartenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Die hinter diesen Schlagworten liegenden technologischen Veränderungen und die dadurch ermöglichten Produktions- und Geschäftskonzepte erfordern von Beschäftigten neue bzw. auch zusätzliche Kompetenzen. Um welche Kompetenzen es konkret geht, hängt – wie auch bisher – vom Berufsbereich und innerhalb der einzelnen Berufsbereiche von der konkreten Tätigkeit ab. Es lassen sich aber einige durchgängige Anforderungen beschreiben, die in diesem Blogbeitrag aufgegriffen werden. Weiterlesen

Re-Visiting betriebliche Frauenförderung

Catharina Werkhausen, 6. April 2016

Werkhausen Catharina1Ob es darum geht Mädchen für technische Berufe zu begeistern oder zu erfahren, wie es erfolgreiche Top-Managerinnen geschafft haben: Themen rund um Frauenförderung sind in allen Medien vertreten. Die Begründungen für eine spezifische Förderung von Frauen sind neben der Chancengleichheit von Männern und Frauen auch Fachkräftemangel, das steigende Bildungsniveau und die steigende Erwerbstätigkeit von Frauen sowie die positive Auswirkung von weiblichen Mitarbeiterinnen auf den Unternehmenserfolg. Insbesondere in den 80er und 90er Jahren haben Programme zur Frauenförderung einen weiten Anklang gefunden. Aber was bedeutet betriebliche Frauenförderung heute? Weiterlesen

Die strukturellen Aspekte der Ungleichheit

Branko Milanović, 24.Februar 2016

branko milanovic, (Foto: CUNY), UngleichheitOffenbar glauben viele Politiker, dass sich das Thema Ungleichheit erledigt, sobald die Wirtschaft wieder wächst. Das dürfte sich als Illusion herausstellen. Denn die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat bereits zu tiefgehenden Veränderungen geführt – für die ein stärkeres Heilmittel benötigt wird. Weiterlesen

Mit Erbschaften ins Top-1% der Eurozone

Matthias Schnetzer, 10. Februar 2016

ms_smallEine kürzlich veröffentlichte Studie der internationalen Hilfsorganisation Oxfam stieß auf große Resonanz: Die 62 reichsten Menschen der Erde besitzen etwa genauso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Diese neuen Zahlen und vor allem das steigende Interesse an den „Superreichen“ stehen sinnbildlich für eine Frage, die viele Menschen in Europa betrifft: Welchen Beitrag kann das Arbeitseinkommen heute noch zum Vermögensaufbau leisten? Wie schaffen es Reiche überhaupt an die Spitze der Vermögensverteilung? Weiterlesen

Chancengleichheit von Geschwistern in Österreich

René Böheim, 23. September 2015

rene_web_smallDemokratische westliche Staaten werden häufig als Meritokratien bezeichnet, also als Gesellschaften, in denen Ungleichheit durch unterschiedliche Leistungen – zum Beispiel im Hinblick auf Bildung – und nicht durch die Vererbung von Reichtümern und Machtstellungen entsteht. Empirisch zeigt sich jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit, einen formal hohen Bildungsabschluss zu erreichen, unter anderem vom familiären Hintergrund abhängt. Internationale Studien belegen, dass die soziale Herkunft ein zentrales Merkmal für unterschiedliche Bildungskarrieren ist. Das gilt auch für Österreich.

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Frauenbeschäftigung – Zu langsame Fortschritte

Renate Anderl, 13. August 2015

Renate_Anderl„Gläserne Decke“, Einkommensnachteile und Teilzeitbeschäftigung: Dies sind Schlagworte, die viele kennen und die leider bis heute absolut nichts an Aktualität verloren haben. Besonders häufig fallen sie in Verbindung mit Frauenbeschäftigung. Denn Frauen sind in der Arbeitswelt nach wie vor benachteiligt: Obwohl sie in den vergangenen Jahrzehnten im Bildungsbereich massiv aufgeholt haben und heute allgemein qualifizierter sind als Männer, suchen Frauen Chancengleichheit am Arbeitsmarkt meist vergebens. Weiterlesen

Soziale Selektion von Anfang bis Ende

Anna Palienko & Claudia Friesinger, 23. Oktober 2014

Palienko_Anna Friesinger_ClaudiaGanz nach dem Motto „Zeig mir deine Eltern und ich sag dir deine Bildung“ lässt sich am österreichischen Schulsystem nach wie vor eine starke Vererbung von Bildungsmöglichkeiten und –chancen nachzeichnen. Durch die Individualisierung von Erfolg und Misserfolg bleiben strukturelle Mechanismen unangetastet. Die Verantwortung verlagert sich vom Kollektiv hin zum Individuum. Weiterlesen

Nobelpreisträger Friedrich August Hayek: Antidemokrat und Pinochet-Unterstützer

Markus Marterbauer, 13. Oktober 2014

marterbauerDie Verleihung des Preises für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Erinnerung an Alfred Nobel, gibt manchen in Österreich Anlass in Erinnerungen an selige Zeiten zu schwelgen, in denen das Land noch in der Lage war, preiswürdige ÖkonomInnen hervorzubringen: Vor vierzig Jahren erhielt den Nobelpreis Friedrich August Hayek, der 1899 in Wien geboren wurde, allerdings seit den 1930er Jahren britischer Staatsbürger war. So angemessen die Begründung des Nobelpreiskomitees im Jahr 1974 gewesen sein mag, Hayek hätte aufgrund seiner problematischen Persönlichkeit die Auszeichnung nicht bekommen dürfen. Denn er war zwar ein innovativer und großer Ökonom, politisch aber Antidemokrat und Pinochet-Unterstützer. Weiterlesen