Der Gleichstellungsindex zum Arbeitsmarkt 2017

Gleichstellung am Arbeitsmarkt ist ein Phänomen mit vielen Aspekten: Wie häufig sind Frauen und Männer erwerbstätig? Mit wie vielen Stunden? In welchen Jobs? Und natürlich auch wichtig: Was verdienen sie dabei? Der Gleichstellungsindex Arbeitsmarkt berücksichtigt all diese Aspekte und noch andere und führt sie für Österreich im Allgemeinen und die einzelnen Bundesländer zu einem Gesamtwert zusammen.

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Weltmeister oder Totalversager – die österreichische Familienpolitik im EU-Vergleich

Viele Jahre war vom „Weltmeister Österreich“ in der Familienpolitik die Rede. Ein internationales Vorbild sei das Land. Liest man die Presseaussendungen mancher Familienverbände heute, klingt es allerdings, als hätte eine brutale Vertreibung aus dem Familienparadies stattgefunden. Wurde die Alpenrepublik etwa im Ländervergleich abgehängt? Die Antwort auf diese Frage ist kein simples Ja oder Nein. Wie so oft zeigt sich die Wirklichkeit facettenreich.

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Vorsicht bei Ländervergleichen – insbesondere bei Staatsausgaben!

Der Nationalrat ist gewählt, aber die politischen Debatten über Aufgaben und Finanzierung des österreichischen Sozialstaats werden nicht abreißen. Um populistischen Angriffen auf den Sozialstaat entgegenzuwirken, ist eine faktenbasierte Analyse der Staatsausgabenstrukturen unumgänglich. Ein Anhaltspunkt hierfür ist der europäische Vergleich. Das Heranziehen simpler quantitativer Vergleich der Staatsausgaben erweist sich jedoch im Detail als unzureichend. Denn Ausgabenunterschiede Österreichs zu vergleichbaren Ländern wie Deutschland und Belgien sind mehr auf strukturelle Besonderheiten in der öffentlichen Leistungserbringung, auf Divergenzen in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung sowie auf statistische Zurechnungsprobleme zurückzuführen als auf tatsächliche Leistungs- und/oder Effizienzunterschiede.

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Soll der Staat bei Bildung, Gesundheit und Sozialem kürzen? Austeritätspolitik seit der Finanzkrise im Vergleich

Die Kürzung von Staatsausgaben ist seit dem Ausbruch der Finanzkrise ein zentrales Element der europäischen Krisenpolitik. Nicht so in Österreich. Hierzulande entwickelten sich die öffentlichen Ausgaben für Bildung, Gesundheit und Soziales robust. Dank seines Sozialstaates ist Österreich relativ glimpflich durch die Krise gekommen. Die südlichen Peripherieländer hingegen kürzten auch in diesen Bereichen in großem Ausmaß. Damit wurde nicht nur kurzfristig die Krise verschärft, sondern die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung auch langfristig beeinträchtigt.

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Integration statt Separation. Die Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen

„Flüchtlingsklassen, Ausländerklassen, Deutschklassen, Ghetto-Klassen“. Viele Bezeichnungen kursieren in der politischen Debatte um die separate Beschulung von Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen – v.a. seit den Fluchtbewegungen ab 2015. Trotz bestehender Formen separater Beschulung sprechen bildungswissenschaftliche Empfehlungen für rasche (teil-)integrative Beschulungslösungen.

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Weiterbildung ermöglichen – neues Qualifizierungsgeld könnte Chancen eröffnen

Je besser die Qualifikation, desto geringer ist das Risiko, arbeitslos zu werden. Klappt es mit der Erstausbildung nicht so gut, braucht es eine zweite Chance, um einen Abschluss zu erwerben oder sich entsprechend weiterzubilden. Die derzeitigen Systeme weisen jedoch Lücken auf – es ist Zeit für ein neues Qualifizierungsgeld.

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Dem Strukturwandel mit existenzgesicherten Weiterbildungsmöglichkeiten begegnen

Der Strukturwandel und die zunehmende Bedeutung von Digitalisierung auf dem Arbeitsmarkt erfordern ein leistungsfähiges System der Aus- und Weiterbildung für Erwachsene. Die wesentlichen Instrumente zur Existenzsicherung in Weiterbildungsphasen in Österreich ‑ Bildungskarenz, Bildungsteilzeit, Fachkräftestipendium und Selbsterhalterstipendium ‑ bieten jenen, die insbesondere von dem Strukturwandel und der Digitalisierung betroffen sind, nur unzureichende Unterstützung. Es bedarf daher einer Anpassung der vorhandenen Instrumente der existenzgesicherten Weiterbildung, die insbesondere auf Personen mit geringen und mittleren Qualifikationen fokussiert.

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Berufserfahrung anerkennen: Know-how-Transfer und Qualitätsentwicklung mit ERASMUS+

Berufserfahrung für formale Qualifikationen anzuerkennen, ist ein wichtiger Meilenstein für das lebensbegleitende Lernen und die Beteiligung an Weiterbildung. Der Ansatz ist in Österreich relativ neu. Das Projekt „Du kannst was“ stellt hier eine große Innovation dar. Andere Länder wie Frankreich und die Niederlande verfügen hier über viel mehr Erfahrung, die wir uns zunutze machen können.

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Mit der Lehre auf der Überholspur

Der Beitrag des Programms Lehre mit Matura zur sozialen Durchlässigkeit im Wiener Bildungssystem.

Im internationalen Vergleich erinnert das Ranking zu blockierter Bildungsmobilität an ein Ergebnis im Schifahren: Österreich ist immer vorne dabei! Es zeigt sich deutlich, dass die Bildungsvererbung hierzulande sehr stark ist und durch das Bildungssystem nur in geringem Ausmaß kompensiert werden kann. Umso wichtiger ist es, Möglichkeiten zu schaffen, dem entgegenzuwirken, wenn uns Chancengerechtigkeit im Bildungssystem ein Anliegen ist. Eine Maßnahme dazu ist das Programm Lehre mit Matura (Berufsmatura Wien). Eine 2016 in Wien durchgeführte Evaluierungsstudie zeigt, dass das Programm deutlich zu einer Erhöhung der sozialen Durchlässigkeit und zur positiven Bildungsmobilität beiträgt. Der folgende Beitrag stellt die Berufsmatura Wien vor und fasst die Befunde dieser Studie zusammen. An der Onlinebefragung haben sich 1179 Teilnehmende und 213 AbsolventInnen beteiligt.

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Haltung bewahren: Marie Jahoda als Vorbild

Marie Jahoda ist ein Vorbild für Sozialwissenschaftler und Sozialwissenschaftlerinnen. Sie war nicht nur Wissenschaftlerin und an der Erforschung von Fakten alleine interessiert, sondern richtete ihren Fokus immer auch auf die Betroffenen und deren reale Probleme. Diese Einstellung zur Arbeit als Wissenschaftlerin ist im heutigen Wissenschaftsbetrieb selten geworden. Unter dem Titel „Lebensgeschichtliche Protokolle der arbeitenden Klassen 1850–1930“ erscheint demnächst im Studienverlag ihre Dissertation aus dem Jahr 1932 mit einer umfangreichen Würdigung von Marie Jahoda und ihrer Arbeit.

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