Archiv der Kategorie: Gleichstellung

Gender Wealth Gap: Frauen besitzen weniger Vermögen als Männer

Alyssa Schneebaum, Barbara Schuster und Julia Groiß, 10. Oktober 2017

Frauen besitzen in Österreich im Durchschnitt um 23 % weniger Nettovermögen als Männer. Dank erstmals zur Verfügung stehender Daten zum Vermögen von Einzelpersonen konnten wir geschlechtsspezifische Vermögensunterschiede innerhalb der Haushalte analysieren. Die Vermögenslücke – der Gender Wealth Gap – resultiert vor allem aus einer enormen Ungleichverteilung innerhalb der reichsten Haushalte. Diese Unterschiede sind nicht folgenlos: Nachdem Vermögen immer auch Macht bedeutet, sichert der männliche Vermögensvorsprung die privilegierte Position von Männern sowohl innerhalb des Haushalts als auch in der Gesellschaft insgesamt. Eine Umverteilung der Vermögen wäre damit ein wichtiger Beitrag zu einer geschlechtergerechteren Gesellschaft. Weiterlesen

Frauen*volksbegehren 2.0: Wirtschafts- und sozialpolitische Dimensionen

Christian Berger, 2. Oktober 2017

Nirgendwo auf der Welt ist die Gleichheit der Geschlechter eine Realität: „no country in the world has achieved total equality between the sexes both in law and in practice“ (CEDAW-Komitee). Fast überall ist sie ein normatives Gebot oder Ziel. Mancherorts ist das Ringen um sie leichter, vieles scheint schon gesichert und erreicht zu sein, andernorts scheint es aussichtsloser. In Österreich scheint trotz vereinzelter Bemühungen, frauen- und gleichstellungspolitischer Stillstand zu herrschen. Das Frauen*volksbegehren 2.0 ist ein Versuch, dies zu ändern. Weiterlesen

Förderung von Frauen am Arbeitsmarkt

Viktoria Spielmann und Martina Maurer, 20. September 2017

Trotz des Aufschwungs bleiben viele Probleme für Frauen am Arbeitsmarkt weiterhin bestehen, wie der neue Gleichstellungsbericht des AMS zeigt: Eine extrem hohe Teilzeitquote und nach wie vor hohe Werte bei der Erwerbslosigkeit prägen das Bild. Vor allem Frauen mit Migrationshintergrund sind davon stark betroffen. Gute Gründe, in der Politik des AMS das Gleichstellungsziel weiterhin mit Vehemenz zu verfolgen. Weiterlesen

Geschlechtergerechte Unternehmensführung: Wie die Frauenquote wirkt

Christina Wieser, 28. August 2017

Was in anderen europäischen Ländern wie Deutschland oder Italien bereits Gesetz ist, gilt ab 1.1.2018 auch in Österreich: eine Frauenquote von 30 Prozent für die Aufsichtsratsgremien von großen und börsennotierten Unternehmen. Der internationale Vergleich zeigt, dass eine verbindliche Quotenregelung als wichtiger Schritt für erfolgreiche Gleichstellungspolitik in Unternehmen zu werten ist. Die Quote macht Frauen sichtbar, rüttelt an bestehenden Machtstrukturen, kann Gleichstellungsstrategien schärfen und für gendersensibles Nachfolgemanagement sorgen. Langfristig wird gelebte Diversität (Geschlecht, Alter, Herkunft, Bildungs- und Berufshintergrund …) an der Führungsspitze einen Wandel in der Organisationskultur hervorrufen, der letztlich allen ArbeitnehmerInnen zugutekommt. Weiterlesen

Gendersensible Nachfolgeplanung als Schlüssel zu mehr Frauen in Führungspositionen

Silvia Jankovic, 18. August 2017

Im Rahmen einer – vom Netzwerk Wissenschaft der AK Wien geförderten – Masterarbeit wurden anhand von qualitativen Interviews mögliche Einflussfaktoren auf die weibliche Unterrepräsentanz in den Führungsetagen österreichischer Unternehmen untersucht. Das zentrale Ergebnis: Neben notwendigen gesetzlichen Regelungen, wie z. B. Quoten, kann die Wirtschaft durch Eigeninitiative einen wesentlichen Beitrag leisten, um weiblichen Führungskräften den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen und so den Anteil von Frauen in Managementpositionen zu erhöhen. Chancengleichheit als Unternehmensziel, familienfreundliche Werte und ein Commitment der obersten Führungsspitze bilden dafür die notwendige Basis. Wie aus der Unternehmenspraxis hervorgeht, ist neben transparenten Strukturen, Mentoring sowie bedürfnisorientierten Arbeitsmodellen ein nach Gender- und Diversity-Gesichtspunkten ausgelegtes Nachfolgemanagement entscheidend. Weiterlesen

Enthüllung als Zeichen der Emanzipation? Ein kritischer Blick auf die aktuelle „Kopftuchdebatte“

Katharina Hametner und Natalie Rodax, 9. August 2017

Debatten über „das Kopftuch“ sind aktuell stark geprägt durch eine Dichotomie: „Verschleierung“ gilt als Zeichen von Unterdrückung und Rückständigkeit, „Entschleierung“ als Zeichen von Emanzipation und Modernität. Patriarchale Verstrickungen, die in eindimensionaler Weise Muslimen und Musliminnen zugeschrieben werden, erscheinen im „Westen“ längst überwunden – Geschlechterungleichheit wird zum Problem der „Anderen“. Aber wie werden diese eindimensionalen Positionierungen im medialen Diskurs hergestellt und was bedeuten sie für österreichische Musliminnen? Weiterlesen

Der Mindestlohn ist weiblich

Sybille Pirklbauer, 4. Juli 2017

Man trifft sie beim Haareschneiden, wenn sie den Kaffee servieren oder das Büro putzen: Beschäftigte, die weniger als 1.500 Euro im Monat verdienen. Mehr als 350.000 Menschen in der Privatwirtschaft verdienen gemessen an Vollzeitarbeit weniger als 1.500 Euro brutto im Monat. Zwei Drittel davon sind Frauen. Weiterlesen

Was ein feministischer Blick auf den digitalen Wandel bringen kann

Gerlinde Hauer, Barbara Hofmann und Petra Sauer, 30. Juni 2017

Welche gesellschaftlichen Herausforderungen bringt der digitale Wandel und was bedeutet das für Frauen? Was bringen neue bzw. flexiblere Arbeitsmöglichkeiten mit sich? Und wie können die Produktivitätssteigerungen durch den technologischen Fortschritt der Gesellschaft insgesamt zugutekommen? Diesen und weiteren Fragen widmete sich die Vorsitzende der Kommission „Arbeit der Zukunft“ der Hans-Böckler-Stiftung. Weiterlesen

Der Diskurs über das Kopftuch und wie können Frauen gestärkt werden?

Asiye Sel und Ingrid Moritz, 19. Mai 2017

Seit einigen Jahren hat es „das Kopftuch“ zur Hochkonjunktur geschafft. Mehr und mehr wird der Diskurs über die Werte unserer Gesellschaft darüber ausgetragen. Die Reichweite der damit verbundenen Zuschreibungen geht von Integrationsverweigerung bis hin zur Unterdrückung der Frauen. Um beides zu vermeiden, soll „das Kopftuch“ zurückgedrängt werden. Dass damit aber nicht nur das Kopftuch, sondern auch die Frau aus dem öffentlichen Raum zurückgedrängt wird und Frauen dadurch vermehrt feindlichen Angriffen ausgesetzt sind, wird dabei übersehen. Diese Debatten sind auch vor dem Hintergrund einer wachsenden Islamophobie zu sehen. Weiterlesen

Mindestlohn: höchstens mikroskopische Beschäftigungseffekte

Miriam Rehm, Simon Theurl, 4. April 2017

Kaum ein Thema ist so geeignet, um manche ExpertInnen in Weltuntergangsstimmung zu bringen, wie der Mindestlohn. Gerade bei diesem Thema wird wissenschaftliche Objektivität, differenzierte Debatte und sogar empirisches Datenmaterial fallen gelassen, nur um zu bestätigen, dass die reale Welt nach der banalsten Textbuch-Ökonomie funktioniert. Würde ein Mindestlohn eingeführt, seien enorme Arbeitsplatzverluste zu erwarten. Dabei zeigt ein Blick nach Deutschland, dass die Aufgeregtheit eine künstliche ist: Entgegen überzogener Prognosen zeigten sich praktisch keine Beschäftigungseffekte. Dagegen lassen sich positive Verteilungseffekte speziell im Niedriglohnsektor und zwischen den Geschlechtern beobachten. Weiterlesen