Archiv der Kategorie: Gesundheit

Die wahren – und falschen – Kosten der Ungleichheit

Kate Pickett und Richard Wilkinson, 8. November 2017 (Erstveröffentlichung 18.10.2017)

Die ersten Studien über die negativen Auswirkungen gesellschaftlicher Ungleichheit auf Gesundheit und Gewaltentwicklung wurden in den 1970er-Jahren veröffentlicht. Seither hat sich ein ganzer Berg von Beweisen für die negativen Auswirkungen von Ungleichheit aufgetürmt. Weiterlesen

Arbeiten mit Kunden/-innen – eine besondere Leistung

Patricia Mayrhofer, 30. Oktober 2017

Beschäftigte mit ständigem Kundenkontakt erbringen tagtäglich eine besondere, aber leider sehr oft nicht sichtbare Leistung: Sie müssen zu ihren Kunden/-innen immer freundlich sein, egal wie es ihnen gerade selber geht oder wie herablassend der Kunde/die Kundin gerade ist. Es wird mit Menschen gearbeitet, die jeweils eigene Interessen und Bedürfnisse haben. Daher benötigt diese besondere Arbeit auch eine besondere Anerkennung, höhere Entlohnung und Wertschätzung! Weiterlesen

Vorsicht bei Ländervergleichen – insbesondere bei Staatsausgaben!

Philipp Heimberger, 25. Oktober 2017

Budgetpolitik, strukturelles Defizit, Investitionen, AusteritätspolitikDer Nationalrat ist gewählt, aber die politischen Debatten über Aufgaben und Finanzierung des österreichischen Sozialstaats werden nicht abreißen. Um populistischen Angriffen auf den Sozialstaat entgegenzuwirken, ist eine faktenbasierte Analyse der Staatsausgabenstrukturen unumgänglich. Ein Anhaltspunkt hierfür ist der europäische Vergleich. Das Heranziehen simpler quantitativer Vergleich der Staatsausgaben erweist sich jedoch im Detail als unzureichend. Denn Ausgabenunterschiede Österreichs zu vergleichbaren Ländern wie Deutschland und Belgien sind mehr auf strukturelle Besonderheiten in der öffentlichen Leistungserbringung, auf Divergenzen in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung sowie auf statistische Zurechnungsprobleme zurückzuführen als auf tatsächliche Leistungs- und/oder Effizienzunterschiede. Weiterlesen

Soll der Staat bei Bildung, Gesundheit und Sozialem kürzen? Austeritätspolitik seit der Finanzkrise im Vergleich

Philipp Heimberger, 20. Oktober 2017

Budgetpolitik, strukturelles Defizit, Investitionen, AusteritätspolitikDie Kürzung von Staatsausgaben ist seit dem Ausbruch der Finanzkrise ein zentrales Element der europäischen Krisenpolitik. Nicht so in Österreich. Hierzulande entwickelten sich die öffentlichen Ausgaben für Bildung, Gesundheit und Soziales robust. Dank seines Sozialstaates ist Österreich relativ glimpflich durch die Krise gekommen. Die südlichen Peripherieländer hingegen kürzten auch in diesen Bereichen in großem Ausmaß. Damit wurde nicht nur kurzfristig die Krise verschärft, sondern die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung auch langfristig beeinträchtigt. Weiterlesen

Gesundheitliche Probleme als zentrales Arbeitsmarktrisiko

Gernot Mitter, 7. September 2017

Trotz einer eher schlechten Datenlage gibt es doch einige Hinweise: Mit dem Gesundheitszustand der Menschen im Erwerbsalter in Österreich ist es nicht zum Besten bestellt. Knapp ein Drittel der Bevölkerung über 15 Jahre meint, nicht ganz gesund zu sein – neun Prozent beklagen sogar einen schlechten oder sehr schlechten Gesundheitszustand. Österreich liegt damit im Mittelfeld der europäischen OECD-Staaten. Gesundheitlich beeinträchtigte Menschen sind besonders von (langer) Arbeitslosigkeit betroffen. Es besteht hier also Handlungsbedarf. Weiterlesen

Von Eulen und Lerchen und der chronisch müden Gesellschaft

Reinhard Haider, 28. April 2017

In Österreichs Unternehmen, in Behörden und bei Dienstleistern beginnt der Arbeitstag früh. Spätestens um acht Uhr morgens sind alle am Arbeitsplatz und die Kinder in der Schule – und das ist schon spät! ÖsterreicherInnen sind traditionell FrühaufsteherInnen – knapp 40 Prozent beginnen ihren Tag zwischen 5 und 6 Uhr. 17 Prozent stehen zwischen 6 und 6.30 Uhr auf. Lediglich 4 Prozent aller ÖsterreicherInnen wachen nach 8 Uhr auf. Dass dieses Verhalten auf Dauer nicht gesund ist, Arbeitszeitlagen nach chronobiologischen Merkmalen und nach gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen ausgerichtet werden sollen, Unternehmen und PolitikerInnen beginnen müssen, die Forschungsergebnisse der Chronobiologie und Schlafforschung bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen, wird in diesem Beitrag thematisiert. Weiterlesen

Wiedereingliederungsteilzeit – grosser Wurf oder kleiner Schritt?

Roland Spreitzer, 26. April 2017

Mit 1. Juli 2017 tritt das Wiedereingliederungsteilzeitgesetz in Kraft. Ziel ist es, die Reintegration von Langzeiterkrankten zu unterstützen und einen längeren Verbleib im Erwerbsleben zu gewährleisten. Während sich durch die Regelung Chancen für Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber/-innen ergeben, tragen die Kosten ausschließlich die Beschäftigten. Ein umfassender Kündigungsschutz bei Krankheit, nach deutschem Vorbild, wurde verabsäumt. Weiterlesen

Das Zynische am inszenierten Streit über das Pensionsantrittsalter

Wolfgang Panhölzl, 7. April 2017

Die Pensionsreformen der letzten Jahre greifen, die Finanzierung steht so gut da wie lange nicht und in Deutschland boomt das „Modell Österreich“ gar als Referenzsystem.

Das sind sehr gute Nachrichten, aber anstatt diese positive Entwicklung zur Kenntnis zu nehmen, versuchen ein paar unbeirrte „apokalyptische Reiter“ weiterhin unser Pensionssystem schlechtzureden. Der Bundeszuschuss zu den Pensionen gibt als Reizthema so gut wie nichts mehr her, denn hier ist die tatsächliche Entwicklung gleich um Milliarden (und das ist nicht einmal übertrieben) besser als noch die Prognosen von vor 2 Jahren. Jetzt reitet man auf dem Pensionsantrittsalter herum. Worum geht es nun bei diesem inszenierten Streit über das Antrittsalter und warum ist die Argumentation letztlich zutiefst destruktiv und zynisch? Weiterlesen

Das Buurtzorg-Modell: Ein neues Paradigma für die Organisation von Arbeit

Heidemarie Staflinger, Kai Leichsenring, 31. März 2017

Die österreichische Diskussion um Innovationen im Bereich der Langzeitpflege war im letzten Jahr wesentlich geprägt durch die Auseinandersetzung mit Buurtzorg (Betreuung und Pflege in der Nachbarschaft) – jener Organisation, die in den Niederlanden das System der Hauskrankenpflege revolutioniert hat. Buurtzorg ist dabei mehr als die Nutzung von Tablet und Co in der mobilen Pflege. Vielmehr integriert das Modell Aspekte einer neuen (Arbeits-)Organisation, die in der aktuellen Debatte zu „Arbeit 4.0“ wenig diskutiert werden. Als positive Aspekte sind dabei die Ganzheitlichkeit der (Pflege)aufgabe, die Stärkung der Teams und ein neues Führungsverständnis (Führungskraft als Coach) zu nennen. Diskutiert werden muss aber auch, wie durch die starke Selbststeuerung der autonomen Teams einer Selbstausbeutung und Entgrenzung der Beschäftigten entgegnet werden kann. Deutlich wird, dass gerade in diesem Modell die Aus- und Weiterbildung eine starke Rolle spielt. Dazu gibt es bewusst unverplante Zeiten, die für innovatives Denken verwendet werden – ein Novum im immer dichter werdenden Pflegealltag in Österreich. Weiterlesen

Zu viel Nitrat im Grundwasser

Iris Strutzmann, 20. März 2017

Am 22. März ist Weltwassertag. Ein guter Anlass, sich anzuschauen, wie es um die Qualität unseres Trinkwassers steht. Noch immer belasten zu hohe Nitrateinträge das Grundwasser. In vielen Gebieten Österreichs kann daher das Grundwasser nicht mehr ohne zusätzliche Wasseraufbereitung genutzt werden, was zu Mehrkosten für die Wasserwerke und die Bevölkerung führt. Trotz Wasserschutz- und Schongebieten sowie Maßnahmen für die Landwirtschaft, ist das Problem vor allem im Osten Österreichs noch immer ungelöst.

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