Archiv der Kategorie: Arbeitsbedingungen

Arbeits- und Umweltstandards in Handelsabkommen: ernsthafte Weiterentwicklung oder bloß ein Ablenkungsversuch?

Éva Dessewffy, 24. November 2017

Die AK setzt sich seit Jahr und Tag intensiv für die Aufnahme von Arbeitsrechten und Umweltstandards in Handelsabkommen ein. Das ist zwar seit 2011 gelungen, allerdings sind die Bestimmungen bisher unverbindlich und damit zahnlos geblieben. Seither kämpfen wir auf vielen Ebenen, diesen ersten Schritt auszubauen. Jetzt scheint die EU-Kommission einen Anlauf zu nehmen, um die entsprechenden Regelungen zu überarbeiten. Sie will jedoch weiterhin bei Anreizen bleiben und Sanktionen vermeiden. Weiterlesen

Beispiel Deutschland: die Folgen eines ausgehöhlten Kollektivvertragssystems

Michael Schäfers, 20. November 2017

In Deutschland sind es vor allem drei Bereiche, die in der kapitalistischen Marktwirtschaft die Rechte der ArbeitnehmerInnen sichern sollen: (1.) das Arbeitsrecht als Schutzrecht gegenüber Ausbeutung und Willkür seitens der ArbeitgeberInnenseite, (2.) das selbstverwaltete und solidarische Sicherungssystem und (3.) das Koalitionsrecht bzw. die Tarifautonomie, also das Recht zum Abschluss von Tarif- bzw. auf gut Österreichisch Kollektivverträgen. Letzteres wurde im Namen des Standorts in den letzten 20 Jahren ausgehöhlt – zum Nachteil vieler Beschäftigter in Deutschland. Weiterlesen

Teilzeitbeschäftigung ist weiblich

Ulrike Huemer, 15. November 2017

Unter den unselbstständig Beschäftigten hat fast jede zweite Frau und jeder zehnte Mann einen Teilzeitjob. Während somit bei den Frauen beinahe gleich viele Frauen einer Vollzeit- wie einer Teilzeiterwerbstätigkeit nachgehen, ist die Vollzeitbeschäftigung nach wie vor der Arbeitszeitstandard bei den Männern. Zwei Gründe spielen hierbei eine zentrale Rolle: Erstens sorgt die ungleiche Verteilung von Betreuungspflichten in Paarhaushalten für eine ungleiche Aufteilung zwischen bezahlter Erwerbsarbeit und unbezahlter Familienarbeit. Zweitens ist die betriebliche Akzeptanz von Teilzeitarrangements nicht über alle Berufe hinweg gleichverteilt. Damit steht nicht allen Beschäftigten die Möglichkeit für eine Arbeitszeitreduktion offen. Weiterlesen

Arbeiten mit Kunden/-innen – eine besondere Leistung

Patricia Mayrhofer, 30. Oktober 2017

Beschäftigte mit ständigem Kundenkontakt erbringen tagtäglich eine besondere, aber leider sehr oft nicht sichtbare Leistung: Sie müssen zu ihren Kunden/-innen immer freundlich sein, egal wie es ihnen gerade selber geht oder wie herablassend der Kunde/die Kundin gerade ist. Es wird mit Menschen gearbeitet, die jeweils eigene Interessen und Bedürfnisse haben. Daher benötigt diese besondere Arbeit auch eine besondere Anerkennung, höhere Entlohnung und Wertschätzung! Weiterlesen

Was die neue Regierung zu tun hätte, Teil I: nachhaltige Senkung der Arbeitslosigkeit

Markus Marterbauer, 23. Oktober 2017

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikDie neue Bundesregierung findet eine sehr günstige wirtschaftliche Ausgangsbasis vor: Der Wirtschaftsaufschwung ist kräftig und mit starkem Beschäftigungs- und Abgabenwachstum verbunden. Entscheidend ist – neben einer egalitären Verteilungspolitik (Blogbeitrag folgt am Dienstag, dem 31. Oktober 2017) –, diese Rahmenbedingungen für eine anhaltende Senkung der Arbeitslosigkeit zu nutzen. Die Ansatzpunkte liegen auf der Hand: durch vernünftige Makropolitik den Beschäftigungssog verstetigen, die Qualität der Beschäftigung verbessern, durch positive Anreize die regionale Mobilität erhöhen und innovative Formen der Arbeitszeitverkürzung umsetzen. Weiterlesen

Die AK ist kein Autofahrerklub

Rudi Kaske, 10. Oktober 2017

Die automatische Mitgliedschaft bei der Arbeiterkammer? Das ist völlig retro, sagen manche Parteien. Wer gut ist, wie etwa der größte Autofahrerklub im Land, kann sich vor freiwilligen Mitgliedern ohnedies kaum retten. Ja, eh. Nur, dass Menschen keine Motoren sind. Und die Summe von Routenplanern und Kfz-Werkstätten noch keine demokratische Gesellschaft mit sozialem Ausgleich ergibt. Unsere Aufgaben und Wirkungen sind nicht mit denen eines Automobilklubs vergleichbar. Bei uns geht’s nicht um Reifenpannen, sondern um menschliche Existenzen und eine gerechtere Gesellschaft. Weiterlesen

Was Crowdworker wollen

Sylvia Kuba und Karin Zimmermann, 5. Oktober 2017

AppJobber, Clickworker oder Upwork – Plattformen, die vielseitige Services anbieten, breiten sich im Internet aus. Über die Menschen, die dort arbeiten, weiß man aber bisher wenig. Es gibt bislang keine statistische Erfassung von Plattformunternehmen, die in Europa bzw. Österreich aktiv sind. Geschweige denn über die Arbeit, die dort geleistet wird. Eine groß angelegte Befragung von Crowdworkern bringt nun erstmals Licht in die undurchsichtige Welt der Onlineplattformen und zeigt die Arbeitsbedingungen der Plattformarbeiter auf. Weiterlesen

Arbeitsmarktreformen in Frankreich – Macrons neuer Anlauf

Susanne Wixforth und Andreas Botsch, 27. September 2017

Macron hatte im Rahmen seines Wahlkampfes einen Aufbruch der verkrusteten Strukturen und eine neue Ära des wirtschaftlichen Aufschwungs und der Rolle Frankreichs in der EU angekündigt. Die satte Mehrheit im Parlament und die Aufbruchsstimmung will er nützen, um im Eiltempo eine weitere und weitgehende Reform des französischen Arbeitsmarktes durchzuführen, bezeichnet als Neuordnung des Sozialmodells. Sie basiert auf drei Säulen. Weiterlesen

Arbeitszeit: Das halbe Leben?

Erich Foglar, 20. September 2017

„Arbeit ist das halbe Leben“, heißt es sprichwörtlich. In letzter Zeit allerdings drängen Industrie und Wirtschaft auf eine wortwörtliche Umsetzung und fordern den 12-Stunden-Tag. Bereits jetzt bieten Arbeitszeitgesetze, Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten bei der Arbeitszeit. Bei besonderem Bedarf sind auch 12-Stunden-Arbeitstage, selbst über längere Zeiträume, möglich. Die mehr als 250 Millionen geleisteten Überstunden zeigen deutlich, dass österreichische ArbeitnehmerInnen bereits jetzt extrem flexibel arbeiten. Weiterlesen

Nützt vielen, schadet wenig – Effekte eines flächendeckenden Mindestlohns in Österreich

Stefan Ederer, 15. September 2017

WIFO, Konjunktur, Prognose, WirtschaftspolitikDie Sozialpartner einigten sich im Juni 2017 darauf, in Österreich einen flächendeckenden Mindestlohn von zumindest 1.500 Euro im Monat einzuführen. Bis zum Jahr 2020 soll dieser in allen Branchen umgesetzt werden. Eine neue Studie des WIFO zeigt: Der Mindestlohn würde die Einkommen von Niedriglohnbeschäftigten deutlich erhöhen. Die gesamtwirtschaftlichen Beschäftigungseffekte sind hingegen gering. Die Ergebnisse passen gut zu vergleichbaren Untersuchungen für Österreich und andere Länder. Weiterlesen