Archiv der Kategorie: Arbeit

AK-Rechtsschutz: Warum eigentlich?

Martin Risak, 23. August 2017

Der seit 25 Jahren von den Arbeiterkammern zu gewährende Rechtsschutz im arbeits- und sozialgerichtlichen Verfahren wird von vielen heutzutage als Selbstverständlichkeit angesehen und ist als wesentliches Mittel zur effektiven Durchsetzung von ArbeitnehmerInnenansprüchen aus der österreichischen Arbeitsrechtsrealität nicht mehr wegzudenken. Er verfolgt dabei aber auch gesamtgesellschaftliche Interessen und trägt wesentlich zum Funktionieren der Arbeitsrechtsordnung sowie zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs zwischen Unternehmen bei. Weiterlesen

Jobkiller Digitalisierung? Zumindest bislang nicht

Agnes Streissler-Führer, 22. August 2017

In den letzten 20 Jahren hat die Zahl der Arbeitsplätze in Österreich zugenommen. Die Digitalisierung ist dabei nicht der einzige Treiber, dennoch sehen wir, dass in stärker digitalisierten Branchen mehr Arbeitsplätze entstanden als weggefallen sind. Können wir davon ausgehen, dass diese Entwicklung anhält und was muss getan werden, damit neu entstehende Arbeit auch „gute Arbeit“ ist? Weiterlesen

Der Kollektivvertrag kann’s besser

Martin Müller, 21. August 2017

Ende Juni haben sich die Sozialpartner auf die Anhebung der Mindestlöhne in den Kollektivverträgen auf 1.500 Euro geeinigt. Vorangegangen war die Ankündigung der Bundesregierung, dies per Gesetz zu regeln. Nun stellt sich die Frage, ob es nicht ein Vorteil für die ArbeitnehmerInnen sein könnte, wenn ein Mindestlohn gesetzlich geregelt ist und nicht mühsam verhandelt werden muss? Was aufs Erste attraktiv klingt, steckt aber voller Tücken: Denn um das österreichische System der sozialpartnerschaftlichen Lohnverhandlungen beneiden uns zu Recht ArbeitnehmerInnen-Vertretungen aus vielen anderen Ländern. Die Basis dieses Erfolgs ist das System der Pflichtmitgliedschaft in den Kammern. Kein Wunder, dass diese wieder unter Beschuss ist. Nicht alle finden es gut, wenn Gewerkschaften erfolgreich sind. Weiterlesen

Gendersensible Nachfolgeplanung als Schlüssel zu mehr Frauen in Führungspositionen

Silvia Jankovic, 18. August 2017

Im Rahmen einer – vom Netzwerk Wissenschaft der AK Wien geförderten – Masterarbeit wurden anhand von qualitativen Interviews mögliche Einflussfaktoren auf die weibliche Unterrepräsentanz in den Führungsetagen österreichischer Unternehmen untersucht. Das zentrale Ergebnis: Neben notwendigen gesetzlichen Regelungen, wie z. B. Quoten, kann die Wirtschaft durch Eigeninitiative einen wesentlichen Beitrag leisten, um weiblichen Führungskräften den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen und so den Anteil von Frauen in Managementpositionen zu erhöhen. Chancengleichheit als Unternehmensziel, familienfreundliche Werte und ein Commitment der obersten Führungsspitze bilden dafür die notwendige Basis. Wie aus der Unternehmenspraxis hervorgeht, ist neben transparenten Strukturen, Mentoring sowie bedürfnisorientierten Arbeitsmodellen ein nach Gender- und Diversity-Gesichtspunkten ausgelegtes Nachfolgemanagement entscheidend. Weiterlesen

Labour 20 Gewerkschaftsgipfel fordert faire Globalisierung

Friederike Haag, 10. August 2017

Es müssen endlich Bedingungen für eine faire Globalisierung vereinbart werden – Wachstum und Beschäftigung, faire Einkommensverteilung, Verantwortung der Unternehmen entlang der Lieferketten. Das waren die zentralen Forderungen der Spitzengewerkschaften aus den Ländern der G20 und der internationalen Branchengewerkschaftsverbände (GUFs). Sie trafen sich am 16. und 17. Mai 2017 zum Labour-20-Gipfel (L20) in Berlin, um im Rahmen der zivilgesellschaftlichen Zusammenkünfte rund um den G20-Gipfel ihre Erwartungen an dessen TeilnehmerInnen zu formulieren. Weiterlesen

Sharing Economy – gut oder böse?

Simon Schumich und Karin Zimmermann, 8. August 2017

Teilen über das Internet liegt voll im Trend. Durch die „Sharing Economy“ entstehen neue Chancen, aber auch Risiken. Der Beitrag beschäftigt sich mit positiven und negativen Folgen der „Sharing Economy“ und der Arbeit in Cloud & Crowd. Es werden internationale Forderungen, Bewegungen und Beispiele zu betrieblicher Mitbestimmung auf Onlineplattformen beleuchtet und mögliche neue Wege für eine „gute“ Sharing Economy aufgezeigt. Weiterlesen

Erwerbslose wünschen echte Qualifizierung – Ergebnisse einer Arbeitslosenbefragung

Matthias Specht-Prebanda und Laura Kepplinger, 7. August 2017

Die Ergebnisse einer Erhebung unter Erwerbslosen in Oberösterreich aus 2016 stellen dem AMS und seinen Mitarbeiter/-innen grosso modo ein positives Zeugnis aus. Kritisch werden allerdings Vermittlungsversuche in prekäre Beschäftigung wie zum Beispiel Leiharbeit und kurzfristige, wenig qualifizierende Kursmaßnahmen gesehen. Längerfristigen, wirklich qualifizierenden (Um-)Schulungsmaßnahmen stehen viele Erwerbslose dagegen ausgesprochen positiv gegenüber. Weiterlesen

Hartz IV für Österreich: Finger weg von der Notstandshilfe, Herr Finanzminister!

Christine Stelzer-Orthofer, 31. August 2017

Ende Mai gab es Schlagzeilen zu einer möglichen Abschaffung der Notstandshilfe und die Aufregung war groß: Nur über Umwege hat eine vom Finanzministerium beauftragte Studie zur „Simulation der Umlegung der Hartz-IV-Reform auf Österreich“ die Öffentlichkeit erreicht. Im Rahmen dieser Studie wurde geprüft, wie sich die Übernahme des deutschen Modells, das de facto eine Aussteuerung aus der Arbeitslosenversicherung nach einem Jahr vorsieht, in Österreich auswirken würde. Der politische Vorstoß dazu ist nicht ganz neu; immer häufiger wird in Österreich von jenen, die mehr der freien als der sozialen Marktwirtschaft anhängen, die Abschaffung der Notstandshilfe gefordert. Weiterlesen

20.000 neue Jobs, 20.000 neue Perspektiven, 20.000 Chancen

Judith Pühringer, 26. Juli 2017

Am 29. Juni 2017 kam mit der Aktion 20.000 eine Gesetzesänderung zur Abstimmung, die für viele Frauen und Männer sehr relevant sein wird. Aktuell sind in Österreich rund 50.000 Menschen über 50 Jahre langzeitbeschäftigungslos. Das bedeutet, dass sie trotz Arbeitswillen und Arbeitsfähigkeit seit über einem Jahr keine Anstellung finden. Mit der Aktion 20.000 bietet sich die Chance, zumindest einem Teil dieser Menschen eine sinnvolle Beschäftigung in Gemeinden und Sozialen Unternehmen anzubieten. Weiterlesen

Berufserfahrung anerkennen: Know-how-Transfer und Qualitätsentwicklung mit ERASMUS+

Franz Fuchs-Weikl, 24. Juli 2017

Berufserfahrung für formale Qualifikationen anzuerkennen, ist ein wichtiger Meilenstein für das lebensbegleitende Lernen und die Beteiligung an Weiterbildung. Der Ansatz ist in Österreich relativ neu. Das Projekt „Du kannst was“ stellt hier eine große Innovation dar. Andere Länder wie Frankreich und die Niederlande verfügen hier über viel mehr Erfahrung, die wir uns zunutze machen können. Weiterlesen