Alle Beiträge von Sepp Zuckerstätter

Mitarbeiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien, mit Schwerpunkten in der Lohnpolitik, Einkommensverteilung und Finanzmarktregulierung.

Nobel, Nobel – der Ökonomie-Nobelpreis 2016

Die Träger des Nobelpreis 2016 Oliver Hart und Bengt Holmström sind zwei Namen, die sich zumindest ÖkonomInnen merken sollten. Vom Problem der ManagerInnen, die die EigentümerInnen abzocken, über die Frage, wer die Gewinne bekommen soll, bis zur Erklärung, warum es keineswegs immer gut ist, Prämien für gemessene Erfolge zu vergeben, haben ihre Erkenntnisse einen breiten praktischen Anwendungsbereich. Hier gibt’s nur eine paar Appetithappen – für das Große Menü kann die Seite der Nobelpreis-Stiftung empfohlen werden.

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Die Pensionsreformen wirken – und belasten den Arbeitsmarkt

Männer und Frauen in Österreich arbeiten bereits deutlich länger als noch vor 6 Jahren. Die Pensionsreformen wirken und erhöhen das Arbeitsangebot im Vergleich zu 2010 um rund 128.000 Personen, allein aufgrund gestiegener Erwerbsquoten der 55-65 jährigen. Auch wenn es keinen 1:1 Zusammenhang gibt, so trug die Pensionsreform auch mit zum Anstieg von Arbeitslosen und SchulungsteilnehmerInnen um 100.000 Personen bei.

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Löhne und wirtschaftliche Entwicklung in Europa – die 3 Irrtümer der „internen Abwertung“

Seit Beginn der Krise ist die Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der zentrale Bezugsrahmen des europäischen Krisenmanagements. Diese Wettbewerbsfixierung basiert im Grundsatz auf der politisch dominanten, aber empirisch nicht haltbaren Interpretation der Krise als eine Krise der (lohn-)kostenbezogenen Wettbewerbsfähigkeit. Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit wird aber weder ausschließlich von den Lohnstückkosten bestimmt, noch entscheidet sie alleine über den Exporterfolg – der wiederum selbst für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung überschätzt wird. Angesichts der großen Bedeutung der Binnennachfrage wäre ein lohngetriebenes Wachstumsmodell sehr viel erfolgsversprechender.

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Wunsch und Wirklichkeit neoliberaler Sparmaßnahmen am Beispiel Griechenlands

Vor knapp zwei Wochen sind die Verhandlungen um die Auszahlung der beschlossenen Hilfsgelder an Griechenland gescheitert. Nach der massiven Ablehnung einer eins zu eins Fortsetzung der bisherigen Schrumpfkur durch die griechische Bevölkerung wird nun ein hoffentlich besseres Programm verhandelt. Warum ein stärker wachstumsorientiertes Programm dringen erforderlich ist zeigt dieser Beitrag.

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Das Sparparadoxon

Wenn Ökonomie einen sinnvollen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten kann, dann besteht er darin, auf Zusammenhänge hinzuweisen, die nicht immer offensichtlich sind. Etwa auf die Tatsache, dass alles, was jemand sparen will, die Schulden eines anderen sein müssen. Gesamtwirtschaftlich sind es die privaten Haushalte, die sparen, und idealerweise die Unternehmen, die investieren und sich somit verschulden. Wenn Unternehmen allerdings aktuell mit den Ersparnissen der privaten Haushalte nichts mehr unternehmen, sondern selbst Ersparnisse bilden, zieht das in aller Regel Krisen nach sich, oder ist zumindest Ausdruck einer anhaltenden Krise.
Das nicht alle gleichzeitig sparen können, ist per se noch kein Paradoxon. Das Sparparadoxon beginnt erst, wenn alle Sektoren gleichzeitig sparen wollen. Dann nämlich wird durch Sparen niemand reicher, sondern alle ärmer.

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Österreich ist Schulden-frei! Ist Österreich Schulden-frei?

Angesichte der omnipräsenten Spar-Apelle scheint es an der Zeit einige Begriffsklärungen zum Thema Sparen und Verschulden vorzunehmen. Vor allem aber gilt es klarzustellen: Es ist fatal wenn alle Geld zur Seite legen wollen und niemand etwas sinnvolles damit tut.

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Rohstoffpreise und Spekulation

Die internationalen Rohstoffpreise sind laut dem Rohstoffpreisindex des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) wieder auf Vorkrisenniveau, obwohl sich weder die Wirtschaft noch der Arbeitsmarkt auch nur annähernd erholt haben. Abermals stellt sich die Frage ob Finanzspekulationen auf Rohstoffe nicht einfach verboten werden sollen.

 

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Das Budgetdefizit: Süchtige PolitikerInnen und weise Ökonomen?

Am 9.11.2013 erklärte Dr. Hans Pitlik (WIFO) im Ö1-Mittagsjournal, PolitikerInnen und WählerInnen seien schuldensüchtig und daher wär es fürchterlich schwer Nulldefizite zu machen: “Das könnte man ein bisschen mit einer Art Suchtverhalten vergleichen wie beim Raucher. Der weiß, dass Rauchen schädlich ist – in diesem Fall sind es die Defizite -, aber der beste Termin um aufzuhören, scheint immer in der Zukunft zu liegen.[1] Pitlik unterließ es jedoch zu erwähnen, dass es angesichts der mehr als mangelhaften Leistungen der WirschaftsforscherInnen bei der Prognose, den PolitikerInnen sehr schwer gemacht wird, die Budgets korrekt zu planen.

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Spielen statt Spülen

Computer haben sich in der Arbeitswelt und zu Hause in rasender Geschwindigkeit verbreitet. Im Jahr 2010 war es so weit: ebenso viele Haushalte in Österreich haben einen Computer wie  einen Geschirrspüler. Die Nutzung der Geräte ist zwischen den Haushalten nach wie vor ungleich verteilt – auch wenn sich die Lücke schließt.

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AIFMG – Beginn der Hedgefonds-Regulierung oder ist das Alles?

Fünf Jahre nach der Lehman-Pleite zeigt sich mit dem Gesetz zur Hedge Fonds-Regulierung, wie die Regulierung der Finanzmärkte nach der Finanzkrise aussieht: relativ zahnlos. Ob sie der erste Schritt eine langen Reise in die richtige Richtung ist oder nur dem Schwung holen für eine Kehrtwende dient, muss sich erst zeigen.

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