Archiv des Autors: Matthias Schnetzer

Matthias Schnetzer

Über Matthias Schnetzer

Refe­rent für Ver­tei­lungs­fra­gen sowie Sozial– und Wirt­schafts­statis­tik in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien; Lektor an der WU Wien;

Was treibt die Treibhausgase? Ein Blick auf Konsum und Verteilung

Hendrik Theine, Matthias Schnetzer und Florian Wukovitsch, 8. September 2017

Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie, Wien 14.02.2017 Foto: Michèle Pauty

Die Bedrohungen der globalen Erwärmung stellen die internationale Staatengemeinschaft vor große Herausforderungen. In den kommenden Jahrzehnten muss der Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduziert werden. In einer globalisierten Wirtschaft werden die Emissionen aus der Produktion oft nicht in denselben Regionen verursacht, in denen die Waren konsumiert werden. So ist das Kaufverhalten österreichischer Haushalte für die Treibhausgase in vielen anderen Teilen der Welt mitverantwortlich, wobei der Konsum stark vom Haushaltseinkommen abhängt. Eine fortschrittliche Klimapolitik benötigt deshalb eine gemeinsame Betrachtung von Konsum, Einkommen und ökologischem Fußabdruck. Wie ist der Ausstoß von Treibhausgasen zwischen einkommensarmen und reichen Haushalten verteilt? Und lassen sich daraus Schlussfolgerungen ableiten, wer wieviel zum Klimaschutz beitragen könnte oder sollte? Weiterlesen

Die Verteilungsfrage in die politische Arena tragen

Matthias Schnetzer und Markus Marterbauer, 26. Mai 2017

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikDie Verteilung von Einkommen und Vermögen steht seit einigen Jahren im Fokus medialer Berichte, öffentlicher Diskussionen und politischer Auseinandersetzungen. Die neuesten Vermögensdaten der Europäischen Zentralbank (EZB) – wie etwa eine jüngst im Geheimen veröffentlichte Tabelle – zeigen anhaltende Ungleichheit in ganz Europa. Viele Herausforderungen für eine gerechte Verteilung des Wohlstands sind noch ungelöst und werden auch in den kommenden Jahren interessenspolitische Konfliktlinien bleiben. Die Frage ist, welche gesellschaftlichen Kräfte es schaffen, die Verteilungsfrage offensiv ins Zentrum zu rücken und der Debatte eine Richtung zu geben. Weiterlesen

Generationengerechtigkeit mit falschem Fokus

Matthias Schnetzer, 29. März 2016

ms_smallIm Laufe der wiederkehrenden Diskussionen über tiefgreifende Reformen des Pensionssystems fällt immer wieder der Begriff Generationengerechtigkeit. Die Debatte schafft bei jungen Menschen große Verunsicherung, denn der Grundtenor lautet, dass nur drastische Einschnitte im Pensionswesen die soziale Absicherung zukünftiger Generationen gewährleisten können. Generationengerechtigkeit wird dabei als Kampf zwischen Alt und Jung inszeniert, dabei ist sie eine Frage der Verteilung des Reichtums in unserer Gesellschaft. Weiterlesen

Mit Erbschaften ins Top-1% der Eurozone

Matthias Schnetzer, 10. Februar 2016

ms_smallEine kürzlich veröffentlichte Studie der internationalen Hilfsorganisation Oxfam stieß auf große Resonanz: Die 62 reichsten Menschen der Erde besitzen etwa genauso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Diese neuen Zahlen und vor allem das steigende Interesse an den „Superreichen“ stehen sinnbildlich für eine Frage, die viele Menschen in Europa betrifft: Welchen Beitrag kann das Arbeitseinkommen heute noch zum Vermögensaufbau leisten? Wie schaffen es Reiche überhaupt an die Spitze der Vermögensverteilung? Weiterlesen

Drängende Fragen der Verteilungspolitik

Matthias Schnetzer, 31. Dezember 2015

ms_smallVerteilungsfragen stehen nach wie vor an der Tagesordnung. Der Jahreswechsel bietet eine gute Gelegenheit für einen knappen Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres und einen Ausblick auf bedeutsame Debatten, die uns 2016 verfolgen werden. Die wichtigste Frage für die Verteilungsforschung und die Wirtschaftspolitik im Allgemeinen wird sein, wie ein hoher Wohlstand ökologisch nachhaltiger produziert und sozial verträglicher verteilt werden kann.  Weiterlesen

Radikaler Reformismus in der wissenschaftlichen Verteilungsdebatte

Matthias Schnetzer, 18. September 2015

ms_smallWenn Sir Tony Atkinson ein Buch schreibt, ist ihm die Aufmerksamkeit der wirtschaftswissenschaftlichen Zunft gewiss. In „Inequality: What can be done?“ trägt der Doyen der Verteilungslehre seine zentralen Forschungsergebnisse zusammen und schlägt eine Reihe von wirtschaftspolitischen Maßnahmen vor. Auch wenn die von Atkinson, der heute Hauptredner bei der Eröffnung des neuen Forschungsinstituts „Economics of Inequality“ (INEQ) an der WU Wien ist, vorgeschlagenen Mittel im Detail diskutierbar sind, so ist ihr Ziel klar: eine gleichere Verteilung von Einkommen, Vermögen und Lebenschancen. Weiterlesen

Die Wiedergeburt der Ein-Promille-Gesellschaft

Matthias Schnetzer, 14. Jänner 2015

ms_small„Vergesst die 1%“, titelte jüngst der Economist. Denn tatsächlich sei es das reichste Promille der Bevölkerung – also die obersten 0,1% – das den Rest der Gesellschaft rasant abhänge. Ein Blick auf die österreichischen Vermögensdaten bestätigt die große Lücke zwischen wenigen Reichen und der großen Masse der Menschen, die Ungleichheit erinnert an die Ein-Promille-Gesellschaft zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Diskussion um eine Erhöhung vermögensbezogener Steuern leidet indessen an Betroffenheitsillusion und Verarmungsängsten. Weiterlesen

Warum es soziale Mobilität in der Realität kaum gibt

Matthias Schnetzer, 9.September 2014

ms_smallSoziale Mobilität beschreibt gesellschaftlichen Auf- und Abstieg. In der Realität gibt es sie aber kaum. Dabei fügen sich zahlreiche Puzzleteile zusammen, z.B. die Vererbung von Bildungschancen, die Wirkung des früh erworbenen Habitus, die Ungleichverteilung von Erbschaften und sozialen Netzwerken. In Summe führen diese Faktoren dazu, dass der Traum, durch harte Arbeit reich zu werden, lediglich Stoff für die Filmindustrie bleibt.

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Verteilungsdebatte nimmt an Fahrt auf

Matthias Schnetzer, 2. April 2014

ms_small„Lange Zeit wurde Ungleichheit ignoriert, jetzt ist sie im Zentrum wirtschaftspolitischer Diskussion rund um den Globus“, schrieb jüngst der renommierte Verteilungsökonom Tony Atkinson. Und es ist tatsächlich so, dass internationale Institutionen vermehrt die steigende Konzentration von Einkommen und Vermögen thematisieren. Auch in Österreich wird die Spreizung der Einkommen und die Konzentration der Vermögen zunehmend wahrgenommen. Doch trotz intensiver Verteilungsdebatte blieb der Druck progressiver Kräfte bislang zu schwach, um die Blockadehaltung der konservativen Seite zu überwinden, die mit fadenscheinigen Argumenten eine ungerechte Einkommens- und Vermögensverteilung verteidigt. Weiterlesen