Alle Beiträge von Martin Schürz

Ökonom in Wien und Psychotherapeut an der Boje (Ambulatorium für Kinder in Krisensituationen)

Fehlende Erbschaftssteuer in Österreich – eine eklatante Ungerechtigkeit

Vor zehn Jahren wurde in Österreich die Abschaffung der Erbschaftssteuer eingeleitet, seither schwelt die Debatte über ihre Wiedereinführung. Kaum ein Argument der GegnerInnen hält einer inhaltlichen Prüfung stand. Dennoch ist die Diskussion in der Gesellschaft ambivalent, weil es dabei auch um Ängste und Werte geht. Heute sind die Voraussetzungen für eine neue Erbschaftssteuer in dem Sinn besser, als die Datenlage in Bezug auf das Erbvolumen und seine Verteilung massiv verbessert wurde, sich die Wissenschaft eindeutig äußert und neue Modelle, etwa in Bezug auf die Zweckbindung des Aufkommens für Pflege, entwickelt wurden. Dennoch verhindert die gesellschaftliche Macht der Vermögenden das wirtschaftlich und sozial Vernünftige.

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Neue Daten zur Vermögensungleichheit in Europa

Einen Tag vor Weihnachten veröffentlichte die Europäische Zentralbank neue Daten zu Vermögen, Einkommen und Ausgaben der privaten Haushalte im Euroraum (HFCS). Die reichsten 10% der Haushalte im Euroraum besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens. Ihr Anteil ist während der Finanzkrise zwischen 2010 und 2014 gestiegen. Die Daten können wegen ihrer Qualität und ihrer Vielfalt für eine gesellschaftliche Debatte über soziale Ungleichheit herangezogen werden, doch Informationen zu den wirklich Reichen fehlen immer noch.

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Ist die Vermögensungleichheit in Österreich zu hoch?

ÖkonomInnen verstecken ihre subjektiven Wertungen bei Verteilungsfragen gern. Anstatt die eigenen Kriterien bei Fragen sozialer Gerechtigkeit offenzulegen, ideologisieren sie lieber heimlich. Der Gini-Koeffizient der Nettovermögensverteilung beträgt in Österreich 0,76. Dies scheint hoch zu sein, angesichts einer möglichen Spannbreite für den Wert zwischen 0 (Gleichverteilung) und 1 (absolute Ungleichverteilung). Doch ist ein hoher Gini-Koeffizient gut oder schlecht?

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Verzerrte Wahrnehmungen zur Ungleichheit

Der Sachverständigenrat in Deutschland, die Wirtschaftsweisen, ist ein wichtiges Gremium von Experten, das „die Urteilsbildung bei allen wirtschaftspolitisch verantwortlichen Instanzen sowie in der Öffentlichkeit“ erleichtern soll. Die deutschen Wirtschaftsweisen diagnostizieren aktuell verzerrte Wahrnehmungen zu Ungleichheit. Unterliegen sie selbst verzerrten Wahrnehmungen?

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Schon wieder eine Neiddebatte zu Vermögenssteuern

Wer über Vermögenssteuern und Verteilungsgerechtigkeit sprechen will, kann zu Neid seltsamerweise kaum schweigen. Denn GegnerInnen einer Vermögenssteuer unterstellen, dass es den BefürworterInnen nicht um Gerechtigkeit gehe, sondern um Neid. Neiddebatte ist jenes Unwort, welches eine Debatte über Gerechtigkeit zu vermeiden sucht, und auch zu Neid keine erlaubt. Müssen BefürworterInnen von Vermögenssteuern frei von Neid sein?

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Erbschaften in der Gesellschaft der Ungleichen

Lange wurde das Thema der sozialen Ungleichheit von Mainstream-ÖkonomInnen vernachlässigt. Doch Thomas Piketty hat in Capital in the 21. Century die Frage wieder in den Mittelpunkt gestellt. Die extreme Einkommens- und Vermögenskonzentration in den Händen einiger weniger ist nun unbestritten und ihre desaströsen Folgen werden breit diskutiert. In der neuen AK-Broschüre „Top-Vermögen und Einkommen in Österreich“ werden die wichtigsten Ergebnisse zur ungleichen Verteilung, zu Reichtum und Erbschaften anschaulich präsentiert. Piketty wird mit den darin enthaltenen Forderungen keine Probleme haben – im Gegenteil: Ausgehend von den gravierenden Problemen durch Vermögenskonzentration ist er in seinen wirtschaftspolitischen Forderungen radikaler.

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Anteil der Vermögenslosen

Wie viel haben die Reichen in der Krise verloren? Gibt es mehr Reiche nach der Krise in den USA? Fast wöchentlich gibt es neue Zahlen zu den Vermögenden. Doch wie sieht die Vermögensausstattung des ärmeren Teils der Bevölkerung aus? Die untere Hälfte der Gesellschaft wird in Verteilungsdebatten oft übersehen.

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Das Gemeinsame über Trennendes stellen

Österreicher sind ärmer als die Griechen hieß es in der Tageszeitung „Die Presse“.  Aha, da schau her? Viel wurde in den letzten Tagen zu Vermögensunterschieden – sowohl beim Median als auch beim Durchschnitt des Nettovermögens – zwischen den Euroraumländern geschrieben.

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