Alle Beiträge von Armin Thurnher

Herausgeber und Chefredakteur der Stadtzeitung Falter

Über Öffentlichkeit, Staat und „privat“

Der Widerspruch lautet nicht „Staat versus privat“. Politisch wäre das Gegenteil von privat. Anmerkungen zur Geschichte von politischer Öffentlichkeit.

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Zählen und schätzen: Wie sich die Demografie zur Ratgeberin der Politik entwickelte

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.“ Aus dem Neuen Testament wissen wir, dass die Demografie mindestens so alt ist wie die Christenheit, denn das Ergebnis dieser „Schätzung“ fiel mit Christi Geburt zusammen. Wir wissen aber auch, dass die Zählung der Köpfe kein Selbstzweck war; Kaiser Augustus ließ seine Untertanen schätzen, das heißt, er wollte ihre Steuerleistung ermessen.

Vielleicht klingt in dem Wort „schätzen“ auch noch an, dass es sich nicht nur um eine genaue Zählung handelt, sondern um eine Hochrechnung. Demografie gibt es also schon lange, und sie dient verschiedenen Zwecken, jedenfalls aber ist sie ein Instrument der Politik, der Macht und, wie jede Wissenschaft, ein Kind des Denkrahmens ihrer Zeit.

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Wie der Neoliberalismus die Hegemonie erlangte

In der Demokratie ist es notwendig, nicht nur den Beifall der Masse zu gewinnen, sondern auch deren Zustimmung. Die dabei sich aufdrängende Frage lautet: Wie bekommt man die Massen dazu, gegen ihre eigenen Interessen zu votieren und denen Beifall zu spenden, die für Ziele eintreten, die dem massenhaften Wohl oder der Wohlfahrt der Massen entgegengesetzt sind? Die Antwort ist oft verblüffend, ja beschämend einfach. Blind durch die selbsterzeugte Illusion der Aufklärung, in einem Konstrukt, das wir Öffentlichkeit nennen, meinen wir, es gebe nichts Stärkeres als die Macht des Arguments. Ideen setzen sich aber nicht durch, weil sie besser sind, sondern weil die Macht auf ihrer Seite ist.

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