Schlagwort-Archive: Vermögenssteuern

Die Verteilungsfrage in die politische Arena tragen

Matthias Schnetzer und Markus Marterbauer, 26. Mai 2017

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikDie Verteilung von Einkommen und Vermögen steht seit einigen Jahren im Fokus medialer Berichte, öffentlicher Diskussionen und politischer Auseinandersetzungen. Die neuesten Vermögensdaten der Europäischen Zentralbank (EZB) – wie etwa eine jüngst im Geheimen veröffentlichte Tabelle – zeigen anhaltende Ungleichheit in ganz Europa. Viele Herausforderungen für eine gerechte Verteilung des Wohlstands sind noch ungelöst und werden auch in den kommenden Jahren interessenspolitische Konfliktlinien bleiben. Die Frage ist, welche gesellschaftlichen Kräfte es schaffen, die Verteilungsfrage offensiv ins Zentrum zu rücken und der Debatte eine Richtung zu geben. Weiterlesen

Was lehrt uns das Panama Leak?

Gabriel Zucman, 21. April 2016

Gabriel Zucman, Vermögen, Verteilung, Steueroasen, Panama LeakWas lehrt uns das Panama Leak? Die Regulierung der Branche zum Vermögensschutz und der Staaten, die sie beherbergen, muss von Grund auf neu überdacht werden. Wenn man eines aus der Finanzkrise und den wiederholten Skandalen lernen kann, dann ist es, dass ein Teil der Finanzakteure kaum Skrupel haben, gegen das Gesetz zu verstoßen, wenn man damit genug Geld verdienen kann. Der Ansatz, den Offshore-Finanzplätzen dahingehend zu vertrauen, dass sie das Gesetz auch umsetzen, reicht nicht aus. Es ist für die Finanzplätze einfach zu lukrativ, Betrüger und Geldwäscher zu unterstützen, und sie haben ohne konkrete internationale Sanktionen zu wenig zu verlieren. Eine der wichtigen Herausforderungen der Finanzregulierung und des Kampfs gegen Ungleichheiten besteht darin, die tatsächlichen Begünstigten dieser Reichtümer zu identifizieren. Ein europäisches und amerikanisches Finanzregister wäre ein globales öffentliches Gut. Hierum geht es in erster Linie beim Kampf um finanzielle Transparenz. Weiterlesen

Panama – das Wegschauen der Regierungen hat System

David Walch, 18. April 2016

David Walch_c_Manuel Zauner - 100Seit vielen Jahren ist bekannt, welch unglaubliche Summen an privatem Finanzvermögen offshore gehalten werden. Schätzungen sprechen von 21.000 bis 32.000 Milliarden US-Dollar. Während den Staaten jährlich weltweit hunderte Milliarden Dollar durch Steuerbetrug der Reichen und Superreichen verloren gehen, nimmt man in Europa lieber den Sozialstaat ins Visier oder plant wie in Österreich Kürzungen bei der finanziellen Unterstützung für die Schwächsten der Gesellschaft. Weiterlesen

Die unendliche Geschichte vom „Leistungsträger“

Bruno Rossmann, 8. Oktober 2015

Bruno RossmannNach Josef Pröll forderte nun auch Reinhold Mitterlehner den „schlanken“ Staat und die Entlastung der Leistungsträger bzw. Bestverdiener, andernfalls sei das das Ende der Koalition. Mit dem Ziel der Erhöhung des Leistungsbewusstseins knüpfen die Vorstellungen von Pröll und Mitterlehner über das Steuersystem der Zukunft an der unendlichen Geschichte der Leistungsträger an. Der Mythos Leistungsträger verkennt jedoch erstens, dass dem Staat eine wichtige Rolle als Vorleister des markwirtschaftlichen Systems zukommt. Zweitens wird das Potenzial ausgeblendet, dass gerade die leistungslosen Einkommen aus Erbschaften und Vermögen für eine weitere Entlastung der arbeitenden Menschen bietet. Weiterlesen

Generationengerechtigkeit: Falscher Schauplatz des Verteilungskonfliktes

Angelika Gruber, 10. September 2015

AngelikaGruber100x100Die alternde Gesellschaft und ihre Folgen gelten wegen der damit verbunden Kosten für die öffentliche Hand (insbesondere die Pensionsaufwendungen) als eine große fiskalische Herausforderung in den nächsten Jahrzehnten. Im Blickpunkt steht dabei meist der „demografische Wandel“ dh das veränderte Verhältnis der einzelnen Alterskohorten zueinander. Dieser wird in einem umlagefinanzierten Pensionssystem, wie auch das österreichische eines ist, primär für den steigenden Steueranteil in der Pensionsfinanzierung verantwortlich gemacht. Hat doch eine unter Umständen kleiner werdende Gruppe Erwerbstätiger eine immer größere und länger lebende Gruppe von PensionsbezieherInnen zu finanzieren. Folglich werden Verteilungsprobleme zwischen Jung und Alt als das zentrale gesellschaftliche Konfliktpotenzial konstruiert. Tatsächlich werden damit mindestens ebenso wichtige Faktoren außer Acht gelassen. Weiterlesen

Wie das Vermögen in Österreichs Haushalten verteilt ist

Christoph Reinprecht und Gerhard Paulinger, 22. Mai 2015

Christoph_Reinprecht_100Gerhard_Paulinger_100Vermögen ist in Österreich ungleich verteilt. Privathaushalte unterscheiden sich nicht nur in Bezug darauf, wie viel sie insgesamt besitzen, sondern auch, wie sich ihr Vermögen zusammensetzt (Guthaben auf Girokonten, Immobilien, Sparbücher, Fonds, etc.). Sie können in acht verschiedene Vermögenstypen eingeteilt werden. Und es zeigt sich: Ein Haushalt, der wenig hat, wird seltener erben als ein vermögender Haushalt. Umgekehrt: Unter jenen Haushalten, die bereits vermögend sind, bekommen bis zu 90 Prozent ein Erbe oder eine Schenkung. Weiterlesen

Sozialstaatlich bedingte Vermögensungleichheit?

David Mum, 23. Dezember 2013

davidmumkleinVermögen sind in Österreich enorm konzentriert. Die  obersten 5% besitzen mehr als die Hälfte der Nettovermögen. Diese Ungleichheit kann nicht durch unterschiedliche Leistungen erklärt werden. GegnerInnen vermögensbezogener Steuern führen  ins Treffen, dass an der Vermögenslosigkeit großer Teile der Bevölkerung der Sozialstaat schuld sei. Was hat es damit auf sich?

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Kampf gegen den Steuerbetrug

Markus Marterbauer, 17. Dezember 2014

marterbauerGabriel Zucman schätzt die in internationalen Steueroasen deponierten Vermögen vorsichtig auf 5.800 Milliarden Euro. Das „Trio Infernal“, bestehend aus den Britischen Jungferninseln, der Schweiz und Luxemburg, bildet das Zentrum der europäischen Steuerflucht. Allein in diesem Zusammenhang entgehen den Staatshaushalten weltweit mindestens 130 Milliarden Euro an Einnahmen aus Einkommen-, Erbschafts- und Vermögenssteuern. Weiterlesen

Schon wieder eine Neiddebatte zu Vermögenssteuern

Martin Schürz, 1. Dezember 2014

mskWer über Vermögenssteuern und Verteilungsgerechtigkeit sprechen will, kann zu Neid seltsamerweise kaum schweigen. Denn GegnerInnen einer Vermögenssteuer unterstellen, dass es den BefürworterInnen nicht um Gerechtigkeit gehe, sondern um Neid. Neiddebatte ist jenes Unwort, welches eine Debatte über Gerechtigkeit zu vermeiden sucht, und auch zu Neid keine erlaubt. Müssen BefürworterInnen von Vermögenssteuern frei von Neid sein? Weiterlesen

Fehlende öffentliche Einnahmen als Hauptkostenfaktor der Krise

Klemens Himpele, 10. November 2014

Foto Klemens Himpele kleinDie Finanz- und Wirtschaftskrise und die damit verbundenen schlechten Nachrichten gehören fast schon zum Alltag. Spätestens ab 2009 hat die Krise deutliche Spuren hinterlassen: Das Wirtschaftswachstum ist mau, die Arbeitslosigkeit steigt, und in Europa droht zusätzlich eine Deflation. All das wirkte sich – gemeinsam mit den Bankrettungen – negativ auf die Staatsverschuldung aus, insbesondere durch krisenbedingte geringere öffentliche Einnahmen. Weiterlesen