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Lohndrückerei und Arbeitskampf

Bettina Csoka, 28. September 2015

Bettina Csoka_web_kleinDie Lohn- und Arbeitszeit-Auseinandersetzungen spitzen sich zu. Die Unternehmensvertretung aus dem Bereich Maschinen / Metallwaren verweigert erpresserisch die Aufnahme von Kollektivvertragsverhandlungen, da ihr geplante Regierungsmaßnahmen nicht passen. Und generell wittert so manch Firmenboss oder KapitalvertreterIn aktuell Potential für Lohndrückerei. So sollen jene, die wegen Krieg und wirtschaftlicher Not als Flüchtlinge in Deutschland, Österreich und anderen EU-Ländern ankommen, durchaus hier arbeiten – allerdings zum Niedrigst-Tarif. Dabei drückt sich der durch Prekarisierung und Arbeitslosigkeit verstärkte Trend der ungleicher werdenden Einkommensverteilung ohnedies schon in einer langfristig sinkenden Lohnquote aus. Wäre der Lohn- und Gehaltsanteil der Lohnabhängigen in Österreich auf dem Niveau von Ende der 1970er Jahre, wären 2014 drei Wochen mehr Urlaub für jeden möglich gewesen. Weiterlesen

In Deutschland wird ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt. Warum nicht auch in Österreich?

Christoph Klein, 18. Februar 2014

DSCF2098BlogCDU und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag 2013 die Einführung eines gesetzlichen Mindeststundenlohns von 8,50 Euro vereinbart. Da kann man natürlich die Frage stellen, warum sich kein Pendant im wenig später abgeschlossenen österreichischen Koalitionsübereinkommen findet. Abgesehen davon, dass – basierend auf der Haltung der Wirtschaft – die ÖVP ein derartiges Ansinnen des Koalitionspartners wohl brüsk zurückgewiesen hätte, lehnen in Österreich, anders als in Deutschland, die Arbeitnehmerinteressenvertretungen einen generellen gesetzlichen Mindestlohn ab. Warum? Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Argumentationslinien. Weiterlesen