Schlagwort-Archive: Steueroasen

Neue AK/ÖGB-Kampagne geht gegen Steueroasen vor

Frank Ey, 22. September 2016

frank eyBahamas-Leaks. So lautet der Name für den nächsten Skandal rund um Steueroasen. Das neue Leak dürfte für besonderen Sprengstoff sorgen: Denn offensichtlich sind in den neu aufgetauchten Informationen die Namen einer Reihe hochrangiger PolitikerInnen enthalten. So wird unter anderem die britische Innenministerin Amber Rudd und der kanadische Finanzminister William Francis Morneau in den Papieren genannt. Der neue Skandal zeigt deutlich: In Sachen Steueroasen hat sich den Beteuerungen zum Trotz noch immer nicht viel geändert. Um den Druck in der Diskussion um „Steueroasen“ zu erhöhen, haben AK und ÖGB nun die Kampagne No to Tax Havens gestartet. Denn Steueroasen wie in Luxemburg, Panama oder den Bahamas müssen nun endlich ein Ende haben. Weiterlesen

Panama-Papers: Steuerflucht mit System

Gertraud Lunzer, 7.April 2016

lunzer_getraudDie Panama-Papers bestätigen bislang bekannten Schätzungen über versteckte Vermögen in Steueroasen und sie bekräftigen den Verdacht, dass Steuerflucht mit System organisiert wird. Zudem wird erneut deutlich, dass ohne die Unterstützung und Beratung von Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmen sowie Banken Kapitalflucht nicht möglich wäre. Sie sind die bedeutendsten Akteure und große Profiteure im System der Steuerflucht. Ihre Expertise bildet das Herzstück der Offshore-Welt. Weiterlesen

Steuerflucht und Steuervermeidung und der Beitrag von Reichen zur Gesellschaft

Silke Ötsch, 29. September 2015

Silke ÖtschParteien, die mit dem Kostenargument gegen Flüchtlinge polemisieren, befördern andererseits Steuerflucht von Reichen, etwa durch das Eintreten für das Bankgeheimnis. Reiche zu kritisieren ist weniger opportun, obwohl diese nach wie vor überproportional von Steuerflucht und -vermeidung profitieren. Das ist vor allem ein demokratisches Problem. Eine Koalition langfristig agierender Eliten beeinflusst die Gesetzgebung, so dass Gegenstrategien jenseits von Tagesaktualität verfolgt werden sollten.

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Webtipps der Woche, 13. August 2015

Blitzlichter aus den weiten des Web, 13.August 2015

AWblog-Logo-100x100Manche sprechen von einem Paradebeispiel erfolgreicher Sparpolitik, doch die Jugend verlässt Irland – aus Mangel an Perspektiven. Noch vor kurzem als zu radikal bezeichnet kommen Syriza-Vorschläge nun auch im ökonomischen Mainstream an. Von der katastrophalen Situation im Süden Europas profitiert Deutschland offenbar so oder so. Was wäre wenn Banken ihre Gewinne nicht beliebig und steuerschonend verschieben könnten? Weiterlesen

Zucman: Grenzüberschreitende Besteuerung

Gabriel Zucman, 28. Jänner 2015

gabriel_zucmanDie Globalisierung macht es für Konzerne  leichter, ihre Gewinne in Niedrigsteuerländer zu verschieben. Moderne Technologien vereinfachen es auch für wohlhabende Privatpersonen, Vermögen nicht deklariert auf Bankkonten in Offshore-Steueroasen zu parken. Das verfügbare wissenschaftliche Datenmaterial zB aus der Schweiz und Luxemburg, sowie systematische Anomalien in den internationalen Investment-Daten einzelner Länder zeigen, dass Offshore-Privatvermögen rasch wachsen, und der Großteil davon scheint Steuern zu umgehen. Auch wenn in den letzten Jahren Fortschritte dabei erzielt wurden, Steuervermeidung und Steuerflucht zu drosseln, könnte noch viel mehr getan werden, um die dunklen Seiten des internationalen Kapitalverkehrs zu beleuchten. Es geht um mehr als das Eintreiben von Steuern, zumal die Möglichkeit große Geldsummen ohne Fußabdruck zu verschieben auch Geldwäsche, Erpressung und Finanzterrorismus fördern. Weiterlesen

Internationale Steuervermeidungs- und Hinterziehungspraktiken: Österreich als wesentlicher Player?

Philipp Gerhartinger und Franz Gall, 26. März 2014

profil_gall_franzadmin-ajaxDurch den als „Offshore-Leaks“ bekannt gewordenen Schlag internationaler Qualitätsmedien gegen organisierten Steuerbetrug hat das Thema „Steuerhinterziehung“ weltweit breite Aufmerksamkeit erlangt. Während die mediale Berichterstattung wieder allmählich verstummt, werden Schattenfinanzzentren (wie „Steueroasen“ korrekter Weise genannt werden sollten) jedoch ungehindert weiter genutzt, um nationale gesetzliche Verpflichtungen zu unterlaufen. Den öffentlichen Haushalten werden so dringend nötige finanzielle Mittel entzogen bzw. vorenthalten. Die Lücken müssen von den ehrlichen Steuerzahlern/-innen gedeckt werden, ob durch höhere Beiträge oder durch weniger Leistungen aus öffentlicher Hand.

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Internationale Unternehmens(nicht)besteuerung: „Double Irish“ mit „Dutch Sandwich“

Martina Neuwirth, 4.Dezember 2013

MartinNeuwirth100x100Ein „Double Irish“ mit einem „Dutch Sandwich“? Hier geht es nicht um eine alkoholträchtige Zwischenmahlzeit, wie aufmerksame ZeitungsleserInnen spätestens nach der Diskussion rund um die mageren Steuerzahlungen des Internetunternehmens “ Google“ wissen. Es handelt sich vielmehr um eine komplexe, aber äußerst lukrative Strategie zur Steuervermeidung, für die mehrere Firmen (in Irland, in den Niederlanden sowie einer klassischen Steueroase wie den Bermudas) gegründet werden müssen. Weiterlesen

Steueroasen bedrohen die Stabilität des Finanzmarktes

Schmidt Michaela, 3. Dezember 2012

MichiDie als „Offshore-Leaks“ bekannt gewordene Auswertung und Veröffentlichung bislang geheimer Dateien aus bekannten Steueroasen durch Journalist/-innen hat in den Medien weltweit für Aufsehen gesorgt. Ein wichtiger Aspekt wurde jedoch medial nicht thematisiert: Steueroasen ermöglichen nicht nur Steuerausfälle, Kapitalflucht und Geldwäsche, sondern waren auch eine wesentliche Ursache für die Finanzkrise 2007/2008 und gefährden weiterhin die Stabilität des Finanzmarkts. Sie haben den Boden bereitet für das Aufkommen nicht regulierter Finanzinstitutionen, sogenannter Schattenbanken, sie ermöglichen Finanzmarktakteuren eine Umgehung von Regulierungs- und Aufsichtsvorschriften und heizen den Wettbewerb um niedrige Regulierungsvorschriften maßgeblich an. Jeder Schritt zu einer Re-Regulierung von Steueroasen und Schattenbanken ist ein aktiver Schritt zur Krisenvorbeugung und zum Schutz der Arbeitnehmer/-innen vor den gewaltigen volkswirtschaftlichen Kosten von Finanzkrisen.

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Die Steuertricks internationaler Konzerne sind endlich ein Thema: Doch wo bleiben die Maßnahmen?

Martin Saringer, 5.Juli 2013

Finanz- und Schuldenkrise haben dazu geführt, dass OECD und EU die Steuervermeidungspraktiken der großen multinationalen Konzerne als ernstes Problem für die Finanzierung der Staatshaushalte wahrnehmen. Kein Wunder, nutzen viele große, internationale Konzerne doch jegliche Steuertricks um trotz Rekordgewinnen praktisch keine Steuern zahlen zu müssen. Wirklich lösen kann man diese Probleme nur durch eine grundlegende, länderübergreifende Reform bei der Besteuerung international tätiger Unternehmen. Lösungsansätze dafür kommen von OECD und EU-Kommission. Nach wie vor scheint es aber am politischen Willen zu fehlen. Weiterlesen