Schlagwort-Archive: Standort

Weder „retro“ noch „abgesandelt“: Warum die Industrie für Österreich wichtig ist

Silvia Angelo, 23. Juni 2015

Silvia_AngeloEs darf also wieder gesudert werden über den Standort Österreich. Egal ob anlässlich der Veröffentlichung der IMD-Standortrankings (International Institute for Management Development in Lausanne) oder wegen der Gegenfinanzierungsmaßnahmen zur Steuerreform, die angeblich so viel Bürokratie ins eh schon überregulierte Österreich bringen: Alles wird schlechter und schwieriger für die Betriebe hierzulande. Besonders die Industriellenvereinigung tut sich dieser Tage mit Kritik an unserer heimischen ökonomischen Performance hervor. Gefordert werden von der IV einmal mehr noch stärkere Flexibilisierungen am Arbeitsmarkt und Verwaltungsreform. Dem hält die ArbeitnehmerInnenseite ihre Sicht auf den Industriestandort entgegen und präsentiert dazu am 23. Juni ein Papier an die Bundesregierung: Es geht um  die Stärkung bisheriger Erfolgsfaktoren, zu denen unter anderem eine gute Infrastruktur, eine ausgebaute Mitbestimmung und gute Qualifikationsmöglichkeiten gehören. Weiterlesen

22. im Standortranking des IMD – Was sagt uns das wirklich?

Robert Stöger, 30.Mai 2014

OVorige Woche war es wieder einmal so weit: Das International Institute for Management Development (IMD) veröffentlichte das Ergebnis seines jährlichen Wettbewerbs von 60 der bedeutendsten Wirtschaftsstandorte dieser Welt, das „World Competitiveness Scoreboard“ (WCS). Die Goldmedaille gewannen zum dritten Mal in fünf Jahren die USA, ebenfalls zum wiederholten Male seit 2010 wurden die Schweiz als Zweitplatzierter Europameister und Schweden als insgesamt Vierter EU-Bester, allerdings nur mehr hauchdünn vor dem stürmisch nach vor drängenden Deutschland. Österreich musste sich nach einer marginalen Verbesserung gegenüber 2013 mit dem bescheidenen 22. Platz zufrieden geben. Dies ist immerhin weit besser als sein Rang in der Fußballweltrangliste der FIFA, trotzdem umso enttäuschender als sich sowohl insgesamt als auch in drei der vier Unterkapitel (den „Competitiveness Factors“) der Abstand zum jeweils Ranglistenersten weiter vergrößert hat. Für die KommentatorInnen war es jedenfalls ein erneuter Anlass,  um auf Defizite und Fehlentwicklungen in der österreichischen Wirtschaftspolitik hinzuweisen. Die mag es geben, aber kann man derartige Rankings wirklich als Handlungsanleitung für Verbesserungen heranziehen? Weiterlesen

Standort-Poker – Managementinstrument zum Sozialabbau

Eva Angerler und Andrea Komar, 17.Dezember 2013

 

evaandreaEgal ob in der Banken-, Industrie- oder Bau-Branche: Standortverlegungen, häufig über die Grenzen des Landes hinaus, stehen derzeit an der Tagesordnung. Beinahe täglich berichten die Medien über einen drohenden massiven Stellenabbau an österreichischen Unternehmensstandorten, und nicht immer sind die Gründe dafür in wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu suchen. Ganz im Gegenteil, immer öfter greifen auch erfolgreiche Unternehmen auf die Möglichkeit zurück, Standorte durch die Auslagerung von Unternehmensteilen, Produktionen und Dienstleistungen zu entwerten oder sie gänzlich zu schließen. Ziel solcher Maßnahmen ist in der Regel die Profitsteigerung; Gewinne sollen maximiert und Aktionär/inn/e/n großzügig bedient werden.

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Der Flexibilitätshype – darf’s ein bisserl weniger sein?

Christian Dunst & Adi Buxbaum, 28. November 2013

Foto Adi Blog„Arbeiten, wenn Arbeit da ist“ und „Ohne Flexibilisierung können wir den Standort nicht halten!“ sind nur 2 ausgewählte „Klassiker“ der Arbeitgeberseite, die im fast jährlich aktualisierten Diskurs zur weiteren Flexibilisierung und Deregulierung in der Arbeitswelt „hochkochen“. Lautstark wird der Untergang der heimischen Wirtschaft herbeigeredet, obwohl die Gewinne der Unternehmen wieder deutlich im Steigen begriffen sind und Managergehälter in teils obskurer Höhe ausbezahlt werden. Weiterlesen

Der Standort Österreich – „abgesandelt“ oder doch „stark und wachsend“?

Andreas Schibany, 27.November 2013

AndreasSchibany100x100Der Präsident der Österreichischen Wirtschaftskammer hat jüngst die Diskussion über den Standort Österreichs in einem bekannten Diktum neuerlich angefacht und damit wieder jenes Standortargument strapaziert, welches fest im Argumentationspool der Industrie zu liegen scheint. Argumente, Vergleichszahlen und Indikatoren finden sich zuhauf, denn es existiert bereits eine große Zahl an internationalen Benchmarkingstudien und Rankings, welche allesamt eine Fülle an Vergleichsindikatoren anbieten. Daraus werden dann – je nach Standpunkt und Interessenslage – Argumente in Hinblick auf eine Standortproblematik oder auch in Richtung Standortvorteile abgeleitet. Für politische Entscheidungsträger ist dies ein beliebtes Indikatorensammelsurium, um politische Botschaften zu untermauern. Doch wie steht es wirklich um den Standort Österreich? –  Versuch einer seriösen Antwort. Weiterlesen

Präsentation des World Energy Outlook 2013 – Das Geheimnis des Fatih Birol

Christoph Streissler, 18. November 2013

Am 13. November 2013 lud die OMV zur alljährlichen Präsentation des World Energy Outlook 2013 in den großen Redoutensaal der Wiener Hofburg. Der Chef-Ökonom der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, berichtete über die neuesten Aussichten und die Politikempfehlungen der IEA und nahm dann an einer kurzen Podiumsdiskussion teil. Hier ein persönlich gefärbter Bericht von einer Veranstaltung, die doch einige Fragen offen ließ und für so manche Verwirrung sorgte. Weiterlesen

„Erwachsenen PISA“ (PIAAC):Erschreckende Einsichten in die Alltags-Kompetenzen von Erwachsenen

Johannes Schweighofer, 9.Oktober 2013

Aus ökonomischer Sicht kann Europa langfristig nur als “Hoch-Lohn/Hoch-Produktivitäts”-Standort überleben. Grundvoraussetzung dafür sind Arbeitskräfte die im Stande sind, den Herausforderungen moderner Volkswirtschaften und Gesellschaften zu entsprechen. Dies scheint für einen großen Anteil nicht zutreffend zu sein, wie die gerade veröffentlichte internationale OECD-Studie zu den Adult Skills (PIAAC)“ zeigt. Hat doch ein großer Teil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schon bei vergleichsweise einfachen Aufgabenstellungen des Alltags erhebliche Probleme. Weiterlesen

Der Mythos der Wettbewerbsfähigkeit und seine Widersprüchlichkeiten

Florian Schall, 5.September 2013

flo schallIm wirtschaftspolitischen Diskurs in Österreich ist immer wieder von „internationaler Wettbewerbsfähigkeit“ die Rede, welche um jeden Preis zu halten bzw. zu verbessern sei. So waren zuletzt Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und Finanzministerin Maria Fekter mit der Aussage, Österreich sei in internationalen Wettbewerbsrankings „abgesandelt“ und die Arbeitskosten sollten gesenkt werden um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten in den Medien. Der  allgemeine Tenor reduziert das Thema auf die Kernaussage: je schlechter die Lohnentwicklung und je niedriger die Steuerleistung, desto höher die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Der folgende Beitrag soll zeigen, dass die Ausführungen der DiskursprotagonistInnen über internationale Wettbewerbsfähigkeit, jeglicher seriösen Grundlage entbehren. Weiterlesen

Weder „ramponiert“ noch „abgesandelt“: Ein Faktencheck zum Wirtschaftsstandort.

Josef Thoman & Roland Lang, 28.August 2013

profil_thoman_josefDer Wahlkampf führt den Österreicherinnen und Österreichern immer merkwürdigere Szenarien vor. Zuletzt etwa in Form der harschen Kritik von Wirtschaftsseite am – sonst selbst so hoch gelobten – Standort. (Die Original-URL auf wko.at wurde mittlerweile gelöscht) Tatsächlich halten diese Äußerungen zum Wirtschaftstandort Österreich einem Faktencheck nicht Stand. Wie wichtige Indikatoren zeigen. Weiterlesen

Rankings der Wettbewerbsfähigkeit: Lobbyismus in Nadelstreif und Sportgewand

Miriam Rehm, 6. Juni 2013

miriamkJedes Jahr machen Wettbewerbs-Rankings Schlagzeilen und lösen politische Debatten um die Sicherung des Standortes aus. Der seriöse Nadelstreif der Organisationen, die Rankings durchführen, gemeinsam mit dem sportlichen Gewand der Länderlisten täuschen allzu leicht darüber hinweg, dass sie mehr von Willkür als von wissenschaftlicher Seriosität geprägt sind (pdf). Weiterlesen