Schlagwort-Archive: Schattenbanken

Das europäische Schattenbankensystem: Bestandsaufnahme und gegenwärtige Entwicklungen

Karl Beyer und Lars Bräutigam, 9. November 2016

PhotoLarsBräutigamkKarl-BeyerEuropäische Schattenbankenstrukturen, von welchen erhebliche Risiken für die Finanzstabilität ausgehen können, konzentrieren sich mehrheitlich auf nur wenige Staaten. Obgleich ihre Regulierung in Gefolge der Finanzkrise in ihrer Reichweite begrenzt blieb bzw. noch nicht abgeschlossen ist, werden im Rahmen der geplanten Kapitalmarktunion Schattenbankenaktivitäten zur Lösung gegenwärtiger Problemlagen schon wieder gefördert. Es sind vor allem die Länder mit den am stärksten ausgeprägten Finanz- und Schattenbankensektoren, die eher für eine weitere Liberalisierung denn für finanzmarktstabilitätsorientierte Reformen eintreten. Weiterlesen

Europäische Kapitalmarktunion – ein Schritt in die falsche Richtung

Engelbert Stockhammer & Severin Reissl, 14. Jänner 2016

Severin ReisslEngelbert StockhammerDer EU-Präsidentenbericht behauptet eine Kapitalmarktunion würde zur Finanzmarktstabilität beitragen, Wachstum schaffen, und Krisen vorbeugen. Tatsächlich bedeuten die Pläne jedoch eine Stärkung von Spekulation und kurzfristiger Profitorientierung und nützen vor allem großen Banken. Stabilität und nachhaltiges Wachstum lassen sich nicht durch weitere Liberalisierung der Finanzmärkte erreichen. Weiterlesen

Nachfrageseitige Ursachen der Expansion des Schattenbankensystems

Karl Beyer, 5. März 2015

PhotoKarlBeyerDie verstärkte Nachfrage nach sicheren Instrumenten des U.S.-Finanzsystems ab Ende der 1990er Jahre hatte ein strukturelles Defizit an sicheren U.S.-Schuldtiteln und kurzfristigen U.S.-Staatsanleihen (T-Bills) zur Folge. Dieser Nachfrageüberhang sollte als Konsequenz die rasante Expansion des Schattenbankensystems befördern. Zugleich spielt für dessen rasanten Aufstieg auch die verschärfte Polarisierung bei Einkommen und Vermögen in den Industriestaaten eine gewichtige Rolle.

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Steueroasen bedrohen die Stabilität des Finanzmarktes

Schmidt Michaela, 3. Dezember 2012

MichiDie als „Offshore-Leaks“ bekannt gewordene Auswertung und Veröffentlichung bislang geheimer Dateien aus bekannten Steueroasen durch Journalist/-innen hat in den Medien weltweit für Aufsehen gesorgt. Ein wichtiger Aspekt wurde jedoch medial nicht thematisiert: Steueroasen ermöglichen nicht nur Steuerausfälle, Kapitalflucht und Geldwäsche, sondern waren auch eine wesentliche Ursache für die Finanzkrise 2007/2008 und gefährden weiterhin die Stabilität des Finanzmarkts. Sie haben den Boden bereitet für das Aufkommen nicht regulierter Finanzinstitutionen, sogenannter Schattenbanken, sie ermöglichen Finanzmarktakteuren eine Umgehung von Regulierungs- und Aufsichtsvorschriften und heizen den Wettbewerb um niedrige Regulierungsvorschriften maßgeblich an. Jeder Schritt zu einer Re-Regulierung von Steueroasen und Schattenbanken ist ein aktiver Schritt zur Krisenvorbeugung und zum Schutz der Arbeitnehmer/-innen vor den gewaltigen volkswirtschaftlichen Kosten von Finanzkrisen.

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Wie viel Risiko steckt im Leasingsektor?

Johannes Jäger, 26. September 2013

Jäger-FH 2Jüngst häufen sich wieder die Negativschlagzeilen zum Leasingsektor. Die kolportieren Verluste bewegen sich im dreistelligen Millionenbereich. Angesichts dieser Tatsache drängt sich die Frage nach den Gefahren auf, die im 20 Mrd. Euro schweren Leasinggeschäft stecken und potenziell die Finanzmarktstabilität gefährden. Im Rahmen unserer kürzlich im Auftrag der Arbeiterkammer durchgeführten Studie kommen wir zum Schluss, dass die regulatorischen Vorschriften im Leasingbereich nach wie vor unzureichend sind. Auch wenn das interne Risikomanagement zum Teil freiwillig darüber hinausgeht, sind strengere gesetzliche Regelungen und mehr Transparenz wünschenswert. Weiterlesen