Schlagwort-Archive: Pflege

Familienpolitik mit Handbremse

Sybille Pirklbauer, 31. Jänner 2017

Die österreichische Familienpolitik ist bisweilen seltsam unentschlossen. Ob Betreuung von Kinder oder auch pflegebedürftigen Erwachsenen eine private oder staatliche Aufgabe ist, da scheint sich der österreichische Staat nicht ganz entscheiden zu können. Zwar gab es in den letzten Jahren einige wichtige Schritte in Richtung Modernisierung – aber das Tempo entspricht einer Fahrt mit angezogener Handbremse.

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Personalschlüssel in der Altenpflege: Trägeraufgabe oder öffentlicher Auftrag?!

Alexander Gratzer & Heidemarie Staflinger, 29. Juli 2016

StaflNEUGratzer A_NEUIn der Altenpflege herrscht Personalmangel – das zeigen aktuelle Studien und Aussagen vieler Beschäftigten und ExpertInnen. Genauer gesagt: es gibt Handlungsbedarf bei den Mindestpflegepersonal- schlüsseln in den österreichischen Alten- und Pflegeheimen. Welche gesetzlichen Entwicklungen es auf Bundesländerebene gibt, beschreibt das Beispiel aus der Steiermark. Die derzeitige Diskussion zur Notwendigkeit von gesetzlichen Vorgaben wird ergänzt um Chancen und Grenzen der Berechnung des Pflegepersonalbedarfs auf Trägerebene.  Weiterlesen

Mindestpersonalschlüssel in der Pflege: Utopie oder Wirklichkeit

Heidemarie Staflinger, Alexander Gratzer,  20. Juli 2016

Gratzer A_NEUStaflNEUBeschäftigte in den österreichischen Alten- und Pflegeheimen klagen, dass die Arbeit immer dichter wird und ständig neue oft pflegeferne Aufgaben dazu kommen. Es bleibt – so Schilderungen – immer weniger Zeit für die Bewohner/-innen. Grund dafür: Personalausstattungen, die teils seit über 20 Jahren nicht verändert wurden und oft als Höchstschlüssel ausgelegt werden. Der Beitrag gibt Einblicke in aktuelle Entwicklungen und zeigt Handlungsfelder anhand einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer Oberösterreich.

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Was können Pflegekarenz und Familienhospizkarenz wirklich bieten?

Andrea E. Schmidt, 6. Juli 2016

in Zusammenarbeit mit Michael Fuchs und Ricardo Rodrigues

Andrea E. SCHMIDTPlötzlich wird das Thema Pflegekarenz aktuell: Ein Sturz, der die Mutter an den Rollstuhl fesselt, eine Mittelohrentzündung der Tochter, eine Krebsdiagnose der Partnerin – die Möglichkeit zur Karenz für pflegende Angehörige kann eine wichtige Entlastung für unselbstständig Beschäftigte bedeuten, wie ein internationaler Vergleich zeigt. Die österreichischen Modelle werden dabei in vielen Punkten positiv bewertet, Schwächen bestehen aber bei der arbeitsrechtlichen Absicherung.  Weiterlesen

Buurtzorg – Vom Pilotprojekt zum größten Non-Profit-Unternehmen in der mobilen Pflege

Gerlinde Hauer, 12. April 2016 

Gerlinde blogHöhere Qualität in der Pflege, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und dabei wirtschaftlicher arbeiten? Klingt absurd, aber die Non-Profit-Organisation Buurtzorg hat es geschafft. Sie hat sich durch die überzeugende Umsetzung eines ganzheitlichen Pflegeansatzes mit hohen Qualitätsstandards  in knapp zehn Jahren zum größten Anbieter mobiler Pflege in den  Niederlanden entwickelt. Kern der Organisation sind weitgehend selbstverantwortliche Pflegekräfte-Teams, die mithilfe nachbarschaftlicher informeller und formeller Netzwerke die KlientInnen bestmöglich versorgen. Die damit ermöglichte einfache, kosteneffiziente Verwaltung führt zu mehr Geld- und damit Zeitressourcen für die eigentliche Pflegearbeit.

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Was ist gute Pflege? Das sagen die Beschäftigten

Caroline Krammer, 24. März 2016

krammer_carolineEs ist nicht neu, dass Österreichs Pflegelandschaft vor großen Herausforderungen steht. Zumeist wird dabei das Augenmerk auf Kosten und Finanzierbarkeit gelegt, doch ebenso zentral ist die Frage der Qualität. Denn es geht eben nicht nur um billige, sondern vor allem auch um gute Pflege. Dabei ist allerdings keineswegs klar, was genau „gute Pflege“ ist. Eine neue Studie befasst sich mit dieser Frage aus der Perspektive von Menschen, die zentral für die Qualität in der Pflege sind: die dort Beschäftigten.

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Grund zur Sorge: Betreuung und Pflege in Österreich

Agnes Kügler & Karin Sardadvar, 24. August 2015

Karin_SardadvarAgnes_KüglerWer kümmert sich in Österreich um betreuungsbedürftige ältere Menschen und unter welchen Bedingungen findet diese Betreuungstätigkeit statt? Den Großteil der Sorgearbeit leisten unbezahlt Angehörige, überwiegend Frauen. Daneben sind es u.a. Beschäftigte in mobilen Diensten, Privathaushalten und Betreuungseinrichtungen, die den bestehenden Pflegebedarf decken. Jeder dieser Bereiche weist spezifische Problemfelder auf – und spiegelt damit Schwachstellen des österreichischen Sorgesystems insgesamt wider. Gleichzeitig werden sowohl der Pflegebedarf als auch der Bedarf an Beschäftigten weiter steigen. Weiterlesen

Pflege der Zukunft – alles neu?

Cathrine Grigo, 21. August 2014

Die Gesundheits- und Krankenpflege wird in den kommenden Jahrzehnten vor großen Herausforderungen stehen: die steigende Lebenserwartung verändert die Altersstruktur der Bevölkerung. Frauen, die bisher Pflege zu Hause erbracht haben, werden erwerbstätig sein. Die Nachfrage nach Gesundheits- und Pflegeleistungen steigt somit bei gleichzeitiger Abnahme des familiären Pflegepotentials. Höchste Zeit die Ausbildungswege in diesem Berufsfeld zu reformieren. Weiterlesen

Soziale Dienstleistungen im Ländlichen Raum – ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Sybille Pirklbauer & Iris Strutzmann, 8. April 2014

Iris_Strutzmann_kleinprofil_pirklbauer_sybilleNicht der große Sprung, aber ein wichtiger Schritt vorwärts: Erstmals seit dem Beitritt zur EU gibt es in Österreich finanziert der Fonds für ländliche Entwicklung (ELER) soziale Dienstleistungen. Zwar wurden nur drei Prozent der Mittel für diesen Zweck reserviert, dennoch gibt es damit endlich eine sozialpolitische Komponente in diesem Programm. Leistungen wie Kinderbetreuung, Pflege und Gesundheitsvorsorge sind nun strukturell verankert. Weiterlesen

Ökonomische Ungleichheit spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaftswissenschaft

Matthias Schnetzer, 13.Jänner 2014

ms_smallWeniger als eine Stunde dauert die Autofahrt vom piekfeinen Montgomery County in die südöstlichen Stadtviertel der US-Hauptstadt Washington. Es ist eine Reise von einer der reichsten in eine der ärmsten Regionen der USA und mit jedem Kilometer sinkt die Lebenserwartung der Bevölkerung um sieben Monate: von 81 auf 60 Jahre. Noch näher liegen der noble New Yorker Stadtteil Upper East Side und das arme South Bronx beisammen, die nur einen Spaziergang voneinander entfernt sind. Überquert man den Harlem River nach Norden, sinkt das Medianeinkommen der ansässigen Menschen um mehr als 80 Prozent.

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