Schlagwort-Archive: Pensionen

Faktencheck Pensionssystem: Dünne Suppe statt dickem Ende

Erik Türk, 1. Dezember 2015

Erik-TürkDie Fakten beim Pensionssystem stehen im krassen Gegensatz zu den permanenten Hiobsbotschaften neoliberaler Schwarzmaler. Denn zumindest aus budgetärer Sicht sind die Ergebnisse der aktuellen Pensionsprognose der Pensionskommission erfreulich.  Die erforderlichen Bundesmittel zur Pensionsversicherung fallen bis 2019 um 4,5 Mrd. niedriger aus, als noch vor einem Jahr vorhergesagt wurde!  !  Weiterlesen

EcoAustria Studie: mit unechten Zahlen für echte Reformen ?

David Mum, 30. November 2015

davidmumkleinDas industrienahe Forschungsinstitut EcoAustria hat versucht, in einer Studie die „Verteilungswirkungen der Steuermittel in der gesetzlichen Pensionsversicherung“ zu eruieren. EcoAustria will zeigen,  dass der errechnete „tatsächliche“ Eigendeckungsgrad der Pensionen weit geringer ist, als der offiziell ausgewiesene. Die präsentierte Studie ist allerdings nicht nur deswegen nicht ganz haltbar, weil die Autoren mitunter die aktuelle Rechtslage nicht zu kennen scheinen, sondern vor allem deswegen, weil die berechneten Daten keinen „echten Zuschuss“ aus Steuermittel ergeben, sondern von vielen Annahmen abhängige individuelle Eigenfinanzierungsgrade.   Weiterlesen

MERCER Pensionsstudie: Und ewig grüßt das Murmeltier

Erik Türk & David Mum, 20. Oktober 2015

davidmumkleinErik BlogWie nicht anders zu erwarten hat auch die neue Fassung des MERCER Pensionsindex ergeben, dass die finanzielle Nachhaltigkeit des österreichischen Pensionssystems nicht gegeben ist. Die Auswertungen zu Österreich liegen nun zum zweiten Mal vor und wurden vom wirtschafsliberalen PR Institut Agenda Austria unterstützt. Da Rankings beliebt sind, hier gleich das Ergebnis: 2015 liegt Österreich auf Platz 18 von 25, letztes Jahr auf Platz 17. Dieses Ergebnis wird medial inszeniert, ist aber für sich genommen nicht beunruhigend. Denn wenn man einen Blick in die Indexzusammensetzung wagt, wird man feststellen, dass er völlig ungeeignet ist, die Angemessenheit und Nachhaltigkeit eines Pensionssystems zu beurteilen. Weiterlesen

Generationengerechtigkeit: Falscher Schauplatz des Verteilungskonfliktes

Angelika Gruber, 10. September 2015

AngelikaGruber100x100Die alternde Gesellschaft und ihre Folgen gelten wegen der damit verbunden Kosten für die öffentliche Hand (insbesondere die Pensionsaufwendungen) als eine große fiskalische Herausforderung in den nächsten Jahrzehnten. Im Blickpunkt steht dabei meist der „demografische Wandel“ dh das veränderte Verhältnis der einzelnen Alterskohorten zueinander. Dieser wird in einem umlagefinanzierten Pensionssystem, wie auch das österreichische eines ist, primär für den steigenden Steueranteil in der Pensionsfinanzierung verantwortlich gemacht. Hat doch eine unter Umständen kleiner werdende Gruppe Erwerbstätiger eine immer größere und länger lebende Gruppe von PensionsbezieherInnen zu finanzieren. Folglich werden Verteilungsprobleme zwischen Jung und Alt als das zentrale gesellschaftliche Konfliktpotenzial konstruiert. Tatsächlich werden damit mindestens ebenso wichtige Faktoren außer Acht gelassen. Weiterlesen

Kapitaldeckung als Pensionssackgasse

Norbert Blüm, 19. Januar 2015

Norbert BlümAuch in der Politik gibt es die Gefahr, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Der Lobbyismus für ein kapitalgedecktes Pensionssystem, das in Deutschland zur Einführung der sogenannten „Riester-Rente“ geführt hat, ist nun auch in Österreich verstärkt aktiv. Fehler sollte man nicht wiederholen, sondern aus ihnen lernen: Das Umlagesystem ermöglicht zwar weniger Gewinne für private Pensionsversicherer, aber höhere Pensionen/Renten und/oder niedrigere Beiträge für die Versicherten. Weiterlesen

Braucht die Pensionsversicherung eine Reparatur?

Josef Wöss, 10. Dezember 2014

WoessJosef_029 BlogEinmal mehr wurde anlässlich der Publikation eines Langfrist-Gutachtens der Pensionskommission  eine Debatte über vermeintlich „notwendige“ Pensionsreformen entfacht: Behauptet wird, die öffentlichen Pensionskosten würden bis 2060 kräftig steigen. Wahr ist, dass die Langfrist-Prognosen nur einen  moderaten Anstieg erwarten lassen. Behauptet wird, ein auf die steigende Lebenserwartung bezogener „Automatismus“ würde die Pensionen auch für die heute Jüngeren sichern. Wahr ist, dass mit einer derartigen Reform den Jüngeren die steigende Lebenserwartung gleich doppelt in Rechnung gestellt werden würde. Weiterlesen

Wir haben ein leistungsdefiniertes Pensionssystem – und dabei soll es bleiben!

Wolfgang Panhölzl, 2. Dezember 2014

11141_Panhoelzl_Wolfgang_012 BlogMit dem leistungsdefinierten Pensionskonto hat sich Österreich für eine lebensstandardsichernde gesetzliche Altersvorsorge entschieden und eine Teilprivatisierung abgelehnt. Dem Bundesbeitrag zur Finanzierung der Pensionen kommt dabei eine wesentliche Systemfunktion zu. Die aktuelle Kampagne gegen das gesetzliche Pensionssystem stellt mit den Forderungen nach einem beitragsdefinierten Pensionssystem und einer Pensionsautomatik den Bundesbeitrag in Frage. Informationen über die Kontoerstgutschrift und die erwartbare Pension stellen den besten Schutz vor willkürlichen Pensionskürzungen dar.

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MERCER Pensionsstudie: starke Worte, schwache Methodik

David Mum, 30. Oktober 2014

davidmumkleinDie vom Beratungsunternehmen MERCER publizierte Pensions-Studie will zeigen, „dass die künftige Finanzierung der Pensionen fast nirgendwo so wackelig ist wie hierzulande.“ Tatsächlich kann diese in Zusammenarbeit mit Agenda Austria erstellte  Publikation keine Aussagen über die Qualität eines Pensionssystems liefern. Indikatoren zur wichtigsten Säule – den öffentlichen Pensionen – spielen nur eine völlig untergeordnete Rolle, zentrale Annahmen sind unplausibel und viele wichtige Qualitätsmerkmale werden  gar nicht erfasst. Weiterlesen