Schlagwort-Archive: Neoliberalismus

Werte zählen – Wie Big Data und die neuen digitalen Technologien uns verändern

Stefan Selke und Nina Tröger, 26. August 2016

Nina Tröger 100x100selke_stefanSelbstvermessung ist ein Trend: mittels Fitnessarmbändern, Smartwatches und Gesundheits-Apps analysieren sich viele Menschen auf freiwilliger Basis. Dies führt dazu, dass wir uns häufiger mit anderen vergleichen und versuchen, uns zu verbessern. Dies hat Auswirkungen auf den Menschen und verändert ihn, sowohl auf der psychischen als auch sozialen Ebene. Gleichzeitig verwerten die Unternehmen unsere Datenaufzeichnungen, die zu einer (wertvollen) Ware in der datengetriebenen Wirtschaft werden. Ethisch betrachtet, finden damit weitreichende Grenzverschiebungen statt. Diese Veränderungen in einer digitalisierten Welt werden vom Soziologen Stefan Selke das ‚Triptychon der Big Data Ära’ genannt: diese Daten können nämlich numerisch, ökonomisch und ethisch interpretiert werden.

Weiterlesen

Gegen-Aufklärung und Selbst-Entfremdung im Namen der Freiheit

Stephan Schulmeister, 4. August 2016

Stephan Schulmeister 100x100Der Neoliberalismus ist das erfolgreichste Projekt der Gegen-Aufklärung. Vom 18. Jahrhundert bis in die 1970er Jahre haben DenkerInnen in Europa und den USA die Grundlagen für den „Ausgang des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Kant) erarbeitet. So unterschiedlich die Erkenntnisinteressen und damit die Theorien von Hume, Smith, Kant, Rousseau, Ricardo, Mill, Marx oder Keynes auch sind, gemeinsam war ihnen das Ziel einer Emanzipation der Menschen von „höheren Wesen“ und den intellektuellen, moralischen und politischen Autoritäten als ihren (irdischen) VertreterInnen. Es wird Zeit, dass StaatenlenkerInnen wieder den „Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ finden, sich also von ihrer „Marktreligiosität“ emanzipieren, in der der Mensch zum selbst entfremdeten Objekte der Entscheidungen „der Märkte“ wird. Weiterlesen

Webtipps der Woche, 30.Juni 2016

Wesentliches aus den Weiten des Webs, 30.Juni 2016

AWblog-Logo-100x100Wie dumm sind Arbeitszeitverkürzung und Maschinenesteuer? Was wäre, wenn man Finanzmarktkapitalismus mit Sozialismus kreuzt? Welche Rolle spielt die vorherrschende Ideologie bei BREXIT, dem schlechten Image und Zustand der Europäischen Union und was hat das Ganze mit Rechtspopulismus zu tun? Weiterlesen

Webtipps der Woche, 16. Juni 2016

Weiterdenken mit Webhits, 16.Juni 2016

AWblog-Logo-100x100Der Internationale Währungsfonds stellt den Neoliberalismus in Frage. Für Siemens-Österreich-Chef Hesoun ist weder die „Maschinensteuer“ noch „Arbeitszeitverkürzung“ ein Tabu. Was ist eigentlich Wert? Mariana Mazzucato warnt davor nur von Umverteilung zu reden und fordert in der Analyse noch tiefer zu gehen. Wie oberflächlich Debatten sein können führt uns der Postillion satirisch vor Augen: Er klärt uns auf, dass Mindestlöhne tatsächlich Geld kosten. Weiterlesen

Homo oeconomicus: Ein Fall für die Psychoanalyse

Stephan Schulmeister, 8. Juni 2016

Stephan Schulmeister 100x100Die „mikroökonomische Fundierung“ der Makroökonomie reduziert die Komplexität der Realität auf null. Das ist nicht nur wissenschaftlich untragbar, sondern hat auch fatale Konsequenzen für die Qualität politischer Maßnahmen. Weiterlesen

Industrie 4.0 als globaler Power Speak

Tobias Hinterseer, 31. Mai 2016

tobi_fhDas aktuelle Wirtschaftssystem ist stetig bestrebt, eine Welt für den Markt zu schaffen. Dieser wird, wie es Naomi Klein einmal formuliert hat, nach den drei typischen Forderungen der freien Marktwirtschaft – Privatisierung, Deregulierung und tiefe Einschnitte bei den Sozialausgaben – ausgerichtet. Bei dieser neoliberalen Transformation geht es um eine begrifflich und historisch festmachbare Veränderung der politisch-ökonomischen Realität und somit auch der sozialen und gesellschaftlichen Lebenswelten. Dafür nutzt diese Ideologie die Macht der Sprache, um ihre Inhalte zu verbreiten und zu manifestieren.

Weiterlesen

Für faire Bedingungen im Verkehr

Thomas Moldaschl, 04. April 2016

thomas_moldaschlDie europäische BürgerInnen-Initiative „Fair Transport Europe“ will durchsetzen, dass auf europäischen Straßen und Schienen sowie in der Luft- und Schifffahrt faire Arbeitsbedingungen herrschen. Damit die Initiative erfolgreich ist und die Europäische Kommission sich mit ihren Forderungen auseinandersetzen muss, braucht es europaweit eine Million Unterschriften und davon rund 14.250 aus Österreich.

Leider sind derzeit in der Verkehrsbranche, egal ob Personen- oder Güterbeförderung, Lohn- und Sozialbetrug an der Tagesordnung. In dieser Hinsicht ist Österreich keine Insel der Seligen, auch wenn der Präsident der Industriellenvereinigung Georg Kapsch Anfang März behauptet hat, dass es innerhalb der EU kein Sozialdumping gibt und die Angst davor „paranoid“ sei. Weiterlesen

Neoliberale Think Tanks in Österreich: Was wollen sie, was bewirken sie?

Christine Stelzer-Orthofer und Stephan Pühringer, 18. Februar 2016

puehringer_100x100STELZER-ORTHOFERIn den letzten Jahren treten vermehrt neoliberale Think Tanks als Akteure im gesellschaftspolitischen Diskurs in Erscheinung, ein für Österreich relativ neuer Trend. Wiewohl immer wieder betont wird, dass sie autonom und politisch unabhängig agieren, sind sie in bestehenden Netzwerken finanzkräftiger, privatwirtschaftlicher AkteurInnen und wirtschaftlicher Interessensvertretungen bestens verankert; sie sind international und medial gut vernetzt und beeinflussen die österreichische gesellschaftspolitische Diskussion und Politik immer mehr. Weiterlesen

Budgetdefizit: Die Neokonservativen auf der Palme

Markus Marterbauer, 7. April 2015

So kann man Österreichs neokonservative Wirtschaftsjournalisten auf die Palme bringen: Mit einer Feststellung der Tatsache, dass die Republik 2014 das entscheidende Budgetziel der Europäischen Union, ein strukturelles Budgetdefizit von nicht mehr als 0,45 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, weitgehend erreicht hat; ergänzt um die politische Forderung, deshalb endlich Maßnahmen zur Bekämpfung der Rekordarbeitslosigkeit zu ergreifen. Weiterlesen

Die Wiedergeburt der Ein-Promille-Gesellschaft

Matthias Schnetzer, 14. Jänner 2015

ms_small„Vergesst die 1%“, titelte jüngst der Economist. Denn tatsächlich sei es das reichste Promille der Bevölkerung – also die obersten 0,1% – das den Rest der Gesellschaft rasant abhänge. Ein Blick auf die österreichischen Vermögensdaten bestätigt die große Lücke zwischen wenigen Reichen und der großen Masse der Menschen, die Ungleichheit erinnert an die Ein-Promille-Gesellschaft zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Diskussion um eine Erhöhung vermögensbezogener Steuern leidet indessen an Betroffenheitsillusion und Verarmungsängsten. Weiterlesen