Schlagwort-Archive: Mittelschicht

Mehr Mitte! Wie bitte?

Julia Hofmann, 17. August 2017

In den letzten Monaten tauchte ein Begriff wieder vermehrt in politischen Diskussionen auf, der im Zuge der Verteilungsdebatten der letzten Jahre eher in den Hintergrund getreten ist: der Begriff der „Mitte“. Mehr oder weniger jede politische Partei in Österreich reklamiert für sich, die Interessen der Mitte zu vertreten. Doch wer ist eigentlich diese „Mitte“ und wie lässt sich progressive Politik in ihrem Namen machen? Weiterlesen

Ungleichheit und makroökonomische Instabilität: Eine Bestandsaufnahme

Jan Behringer, Thomas Theobald & Till van Treeck, 23. Dezember 2016

In den vergangenen Jahren rückte der Zusammenhang zwischen Einkommensverteilung und makroökonomischer Instabilität zunehmend in den Fokus der Forschung. In einem aktuellen Literaturüberblick werden ausgewählte Kanäle diskutiert: Steigende Einkommensungleichheit kann zur Entstehung außenwirtschaftlicher Ungleichgewichte beitragen, wenn in einzelnen Ländern die Schwächung der Massenkaufkraft entweder vermehrt eine kreditfinanzierte private Haushaltsnachfrage nach Konsum und Wohnungsbauinvestitionen (USA, Vereinigtes Königreich) oder eine Binnennachfrageschwäche mit steigenden Exportüberschüssen (China, Deutschland, Japan) zur Folge hat. Zudem weisen neuere empirische Studien darauf hin, dass steigende Einkommensungleichheit einen negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben kann. Weiterlesen

Attacke auf Piketty läuft ins Leere: Die Konzentration des Vermögens nimmt zu

Miriam Rehm, 2. Juni 2014

MiriamREHM_kleinDie Konzentration des Vermögens steigt in der Nachkriegszeit zunehmend an, wie Thomas Piketty in seinem Buch Kapital im 21. Jahrhundert zeigt, das er am 4. Juli in Wien präsentiert. Die Financial Times versuchte Pikettys Zahlen in Zweifel zu ziehen; tatsächlich macht sie aber selbst gravierende Fehler in ihren Berechnungen. Pikettys Forderung ist aufrecht: Vermögenssteuern sind der richtige Weg. Weiterlesen

Wenn sich Arme reich machen – Österreichs eigenwilliges Verhältnis zur Mitte und die Statistik der Haushaltseinkommen

Norman Wagner, 25. Februar 2014

profil_wagner_normanAls im letzten Dezember die neuen Daten zu den Haushaltseinkommen in Österreich veröffentlicht wurden, konnte man einen nicht unbeträchtlichen Anstieg der Armutsgefährdungsquote feststellen – von 12,6 % im Jahr 2011 auf 14,4 % der Bevölkerung 2012. Was war geschehen? Weist die Statistik „endlich“ die Folgen der Wirtschaftskrise aus? Oder gar das anekdotisch von vielen wahrgenommene Auseinanderklaffen von arm und reich? Weder noch! Es wurde bei der Erstellung der Statistik schlicht dazu übergegangen von der Erfragung der Einkommensverhältnisse auf „harte“ Verwaltungsdaten zu wechseln. Das Ergebnis ist ein besserer Blick auf die wahren Einkommensverhältnisse. Weiterlesen

Bei Vermögenseinkommen gibt es keinen Mittelstand

Michael Ertl, 15. Jänner 2014

michael ertlWie hoch ist das jährliche Einkommen aus Ihrem Vermögensbesitz? Könnten Sie auf Ihren Arbeitsplatz verzichten und ausschließlich von Mieteinkünften, Zinsen, Dividenden, Gewinnausschüttungen und ähnlichem leben? Falls Sie diese Frage verneinen, dann zählen Sie nicht zu den obersten wenigen Prozent, die dies durchaus könnten und aus diesem Umstand heraus mit einer gewissen Gelassenheit in die Zukunft blicken können. Weiterlesen

Ökonomische Ungleichheit spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaftswissenschaft

Matthias Schnetzer, 13.Jänner 2014

ms_smallWeniger als eine Stunde dauert die Autofahrt vom piekfeinen Montgomery County in die südöstlichen Stadtviertel der US-Hauptstadt Washington. Es ist eine Reise von einer der reichsten in eine der ärmsten Regionen der USA und mit jedem Kilometer sinkt die Lebenserwartung der Bevölkerung um sieben Monate: von 81 auf 60 Jahre. Noch näher liegen der noble New Yorker Stadtteil Upper East Side und das arme South Bronx beisammen, die nur einen Spaziergang voneinander entfernt sind. Überquert man den Harlem River nach Norden, sinkt das Medianeinkommen der ansässigen Menschen um mehr als 80 Prozent.

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Warum wir Vermögen und Erbschaften besteuern sollten

Max Kasy, 11. Oktober 2013

kasy1Die Zentralbanken des Euroraumes, inklusive der Österreichischen Nationalbank, haben 2009/10 erstmalig eine systematische Erhebung der Vermögensverteilung zwischen Haushalten durchgeführt, den Household Finance and Consumption Survey (HFCS). Die Ergebnisse zeigen, dass Vermögen in Österreich äußerst ungleich verteilt ist: Die reichsten 5% der Haushalte besitzen 45% des Bruttovermögens, die reichsten 20% besitzen 74% (Wo Sie sich in der Vermögensverteilung befinden, sehen Sie auf www.binichreich.at). Weiterlesen

Zahlt die Mittelschicht Vermögenssteuern auf Unternehmensbeteiligungen?

 Miriam Rehm, 23. August 2013

miriamkImmer wieder taucht in den Medien die Befürchtung auf, dass eine Vermögenssteuer die Mittelschicht stark treffen würde. Demgegenüber stehen die nun auch für Österreich vorhandenen Daten, die zeigen, dass die Vermögen extrem konzentriert sind. Wie sind diese zwei Dinge in Einklang zu bringen? Dazu muss zunächst geklärt werden, wer mit „Mittelstand“ gemeint ist, und wo die Mittelschicht in der Vermögensverteilung einzuordnen ist. Dann ist zu untersuchen, wie das Vermögen aus Unternehmensbeteiligungen verteilt ist. Weiterlesen

Schief läuft’s, und wir alle wissen es

Miriam Rehm und Matthias Schnetzer, 14. August 2013

miriamkDie Ungleichheit in Österreich steigt, und den Menschen ist das bewusst: Eine Umfrage zeigt, dass sich die Menschen eine breite Mittelschicht wünschen. Zugleich sehen sie diese aber mehr und mehr wegbrechen. Über 10 Jahre hat sich somit der Unterschied zwischen Wahrnehmung und Wunschvorstellung von der Gesellschaft stark vergrößert. Diese Daten entkräften daher sowohl das konservative Argument, dass die Verteilung angemessen sei, als auch jenes, dass die bestehende Ungleichheit als gerechtfertigt gesehen wird.

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Lustig: die Presse veröffentlicht inexistente Studie

David Mum, 11. Juli 2013

davidmumkleinDie Presse widmete einer angeblichen Studie der IV am 10.7.2013 gleich das ganze Titelblatt. Doch am selben Tag stellte die Statistik Austria klar, dass es diese Studie gar nicht gibt. Es handelt sich vielmehr um drei Tabellen mit Daten von unselbständig Erwerbstätigen, die sowohl 2000 bis 2011 beschäftigt waren. Diese zeigen unter anderem, dass entgegen der IV-Thesen sogar mehr Menschen in der Einkommenshierarchie ab- denn aufgestiegen sind. Weiterlesen