Schlagwort-Archive: Mitbestimmung

Mitbestimmung 4.0

Michael Heiling, 27. März 2017

Die fortschreitende Digitalisierung – also die ständige, immer kostengünstigere und immer dichtere Kommunikation von Daten – hat unsere Arbeit und die Art, wie wir konsumieren, bereits stark verändert. Unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ bereiten sich Regierungen und Unternehmen auf zukünftige Geschäftsmodelle vor. In diesem Kontext muss auch die betriebliche Mitbestimmung weiterentwickelt werden. Weiterlesen

Beschäftigte als EigentümerInnen: Mitarbeiterkapitalbeteiligung als Instrument der Mitbestimmung?

Simon Schumich, 29. November 2016

Simon_SchumichDie Mitarbeiterkapitalbeteiligung erlebte zu Beginn der 2000er Jahre einen markanten Aufschwung. Seit der Finanzmarktkrise ist es jedoch wegen Kursverluste, Delistings und einer geringeren Anzahl von Unternehmenskäufen ruhiger um die Frage der Mitarbeiterbeteiligung geworden. In Österreich sind derzeit etwa sechs Prozent der Beschäftigten an ihren Unternehmen (z.B. Voestalpine, Flughafen Wien, AMAG) beteiligt. Gegenwärtig entdecken weitere Leitbetriebe die Kapitalbeteiligung für sich. Hintergrund ist dabei, die ArbeitnehmerInnen als stabile Kernaktionäre – etwa über Stiftungsmodelle – zu verankern und so eine Art „Firewall“ gegen unerwünschte Übernahmen zu bauen. Weiterlesen

Für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung, die zählt

Uli Schönbauer & Christina Wieser, 4.12.2015

Christina Wieser uli_schoenbauer 100 100

Lässt sich soziale Unternehmensverantwortung messen? Ja. Und zwar mit den richtigen Indikatoren. Ab jetzt hat der Gesetzgeber ein Jahr Zeit, eine neue EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung in österreichisches Recht zu übersetzen. Das gesellschaftliche und soziale Engagement der Unternehmen soll transparent, konsistent und vergleichbar publiziert werden. Mit einer gelungenen Umsetzung könnten österreichische Unternehmen künftig zu einer „Sozialbilanz“ verpflichtet werden, die eine Offenlegung zu Schlüsselindikatoren der Arbeitsbedingungen verlangt.  Weiterlesen

Zeit ist Geld ist Zeit: Zwischenresümee zur Freizeitoption

Michael Schwendinger, 11. August 2015

Schwendinger_BlogAWIm Frühjahr 2013 vereinbarten die Sozialpartner erstmals die sogenannte „Freizeitoption“ in der Elektro- und Elektronikindustrie (EEI). ArbeitnehmerInnen können damit selbst entscheiden: mehr Geld oder Freizeit? Inzwischen hat sich das Modell etabliert und wurde von anderen Branchen übernommen – jüngst von der Papier- und Pappe-Industrie. Was kann nach zwei Jahren Erfahrung über diese bemerkenswerte soziale Innovation gesagt werden? Betriebsrats-Umfragen zeigen, dass sie zum fixen und beliebten Bestandteil mehrerer Kollektivverträge geworden ist – mit steigender Tendenz. Weiterlesen

Mitbestimmung in Österreich: Hauptergebnisse einer Studie von IFES

Christoph Klein, 20. April 2015

DSCF2098BlogIm politischen Diskurs werden Betriebsräte und die sie tragende Gewerkschaftsbewegung von neoliberalen Meinungsmachern gerne als altmodisch, rückschrittlich, Verhinderer und Betonierer – kurz als unzeitgemäß und überholt dargestellt. Es ist daher spannend zu überprüfen, ob diese Botschaften bei ArbeitnehmerInnen in Betrieben mit oder ohne Betriebsrat Gehör finden und Betriebsräte und Gewerkschaften in Misskredit bringen oder ob die betriebsrätliche und gewerkschaftliche Mitbestimmung weiter hohen Stellenwert im Bewusstsein jener Menschen hat, in deren Interesse sie geschieht. Weiterlesen

Privatisierung statt Schulautonomie – IV wiederholt Fehler des PISA-Absteigers Schweden

Gabriele Schmid, 22. Jänner 2015

gabriele schmid_100x100Das neue Bildungskonzept der Industriellenvereinigung birgt einige positive Überraschungen: gemeinsame Schule von 5 bis 14; Ganztagsschule für alle; Schwerpunkt Frühförderung im Kindergarten. Was das Bild jäh stört, ist der Vorschlag Schulen zu privatisieren und der staatlichen Leitung zu entziehen. Die schwedischen Erfahrungen mit derartigen Experimenten belegen die Schädlichkeit für Chancengleichheit, Lernerfolg und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Lohnender ist eine Diskussion um echte Schulautonomie durch Mitbestimmung und Mitgestaltung vor Ort.

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Mitbestimmung: Jeden Tag neu erkämpfen

Bernhard Achitz, 21. November 2014

 Bernhard_Achitz„Ihr habt es gut“, sagte ein ungarischer Kollege über die Mitbestimmungsrechte in Österreich.  „Eure Regierung verhandelt mit euch über Gesetzesänderungen, für fast alle ArbeitnehmerInnen gelten Kollektivverträge und eure Betriebsräte haben echte Mitspracherechte.“ Verglichen mit den Bedingungen der ungarischen Gewerkschaften unter der Orban-Regierung scheint unsere Situation paradiesisch. Weiterlesen

Ständige Umstrukturierungen – bloßes Informationsrecht des Betriebsrats?

Hannes Schneller, 7. Oktober 2014

Schneller Portrait 2009Bei drohenden Umstrukturierungen – etwa Ausgliederungen, Fusionen, Betriebsreduktionen oder -verlagerungen, Rationalisierungen, Outsourcing, etc. – sind die Mitbestimmungsmöglichkeiten der betroffenen ArbeitnehmerInnen und ihrer Betriebsräte relativ schwach ausgeprägt. Die „Mitwirkung in wirtschaftlichen Angelegenheiten ist im Arbeitsverfassungsgesetz auf einige wenige Paragrafen beschränkt Weiterlesen

Der Betriebsrat bringt’s zusammen – die Beschäftigten und die Bildung

Thomas Kreiml, 2. Oktober 2014

Thomas KreimlDie kürzlich abgehaltene Regierungsklausur brachte ein „6-Punkte-Programm zur Bildung“ als ein Ergebnis hervor. Darin enthalten ist auch die Verlängerung der „Initiative Erwachsenenbildung“ für die nächsten drei Jahre.  Das erklärte Ziel der Initiative ist es, den Anteil an gering qualifizierten Personen im erwerbsfähigen Alter nachhaltig zu senken und das Qualifikationsniveau der Bevölkerung zu erhöhen. Die Umsetzung dieser Maßnahme zu Beginn des Jahres 2012 bedeutete die Erfüllung einer langjährigen Forderung von Gewerkschaften und Arbeiterkammer. Doch eine wesentliche Frage bleibt: Wie kann gerade diese Zielgruppe erreicht werden? BelegschaftsvertreterInnen könnten hier eine zentrale Rolle spielen. Weiterlesen

GUTE Arbeit als Menschenrecht? Eine Stimme für progressive Veränderung in der Arbeitswelt.

Philipp Gerhartinger, 14. Februar 2014

admin-ajaxDie Arbeitswelt befindet sich im Wandel. „Traditionelle Arbeitsverhältnisse“, sprich (meist männliche) dauerhafte Vollzeitstellen mit umfassender sozial- und arbeitsrechtlicher Absicherung, geregelter Normalarbeitszeit und kontinuierlichem Entgelt, weisen kaum nennenswerte Zuwachsraten auf. Atypische Arbeitsverhältnisse wie geringfügige Beschäftigung und Teilzeit, Leiharbeit und neue Selbständigkeit kommen immer häufiger vor. Für viele ArbeitnehmerInnen sind sie harte und oft auch ungewählte Realität. Hinzu kommen neue Rekordwerte an arbeitslosen Menschen,  die in weiten Teilen Europas noch drastischer sind als hierzulande. Erwerbsarbeit ist für Viele keine Selbstverständlichkeit. Doch dem nicht genug: Auch in „traditionellen Arbeitsverhältnissen“ läuft vieles schief: Unbezahlte Überstunden und steigender Arbeitsdruck stehen in vielen Unternehmen auf der Tagesordnung. Zudem wird es immer schwieriger, ein Auskommen mit dem Einkommen zu finden. Der Druck auf die ArbeitnehmerInnen steigt. Die Frage nach „GUTER Arbeit“ in all ihren Facetten besitzt unbestreitbare Aktualität und Berechtigung. Die von Seiten der AK mit initierte Deklaration für „GUTE Arbeit“ bietet die Möglichkeit ein klares Bekenntnis abzugeben.

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