Schlagwort-Archive: Leistungsbilanz

Die deutschen Überschüsse in der Leistungsbilanz: Hohe Wettbewerbsfähigkeit oder zu schwache Nachfrage?

Fabian Lindner, 6. März 2017

IMK, Leistungsbilanz, Wirtschaftspolitik, Makroökonomie, VWLSchon lange streiten sich ÖkonomInnen über die Bestimmungsgründe der deutschen Handels- und Leistungsbilanz-Überschüsse. 2016 verzeichnete Deutschland einen Überschuss von 8,5 % des BIP, also weit entfernt vom Ziel einer ausgeglichenen Leistungsbilanz oder auch der entsprechenden EU-Vorgabe (max. 6 %). Weil die Deutschen Überschüsse verzeichnen, haben viele andere Länder – etwa die USA – Defizite. Und die finanzieren sie mit neuen Schulden. Deswegen haben nicht nur der neue US-Präsident Donald Trump, sondern auch schon die Obama-Regierung vor ihm die deutschen Überschüsse scharf kritisiert. Aber wie sind die Überschüsse entstanden? Und wie lassen sie sich wieder abbauen? Weiterlesen

Ungleichgewichte durch schulden- und exportgetriebene Wachstumsmodelle

Rafael Wildauer und Engelbert Stockhammer, 27. Mai 2016

Stockhammer, Verteilung, Beschäftigung, Krise, UngleichgewichteWildauer, Krise, Ungleichgewichte, ExporteDie wirtschaftliche Entwicklung vor der Krise war gekennzeichnet durch stark wachsende Immobilienpreise sowie einer ansteigenden Verschuldung der privaten Haushalte, die wesentlich zum Aufbau gefährlicher Leistungsbilanzungleichgewichte beitrugen. Eine Analyse der Wachstumstreiber zeigt, dass die hohen Wachstumsraten der Länder mit defizitärer Leistungsbilanz (USA, UK, ES, IT) ohne einen massiven Anstieg der privaten Verschuldung und Immobilienpreise nicht möglich gewesen wären. Im Umkehrschluss wären die ohnehin niedrigen Wachstumsraten der Nettoexporteure (DE, AT, NL) noch niedriger ausgefallen. Um Krisen vorzubeugen, ist ein Mehr an internationaler wirtschaftspolitischer Koordination nicht nur in Hinblick auf die internationalen Finanzmärkte erforderlich. Weiterlesen

Leistungsbilanz: Deutschland und Österreich leben unter ihren Verhältnissen

Markus Marterbauer, 8. April 2016

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikÖsterreichs Wirtschaft wies 2015 einen Überschuss in der Leistungsbilanz von mehr als 9 Milliarden Euro auf (fast 3% des BIP). Der hohe Exportüberschuss widerlegt das dauernde Lamento über die angeblich fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Er ist allerdings zu einem erheblichen Teil auch Ergebnis der schwachen Inlandsnachfrage und bringt damit ein gefährliches Importdefizit zum Ausdruck. Dieses Ungleichgewicht ist besorgniserregend und zeigt, dass wir weit unter unseren Verhältnissen leben. Dies gilt ähnlich für andere Mitgliedsländer der Eurozone, ganz besonders für Deutschland und die Niederlande. Ein derartig massives außenwirtschaftliches Ungleichgewicht gefährdet auch den Bestand der Währungsunion und ruft nach raschem Handeln der Wirtschaftspolitik. Weiterlesen

Einkommensungleichheit und Leistungsbilanzungleichgewichte als Krisenursache

Christian A. Belabed & Till van Treeck , 1. Juli 2014

vanTreeck_TillAlex_BelabedThomas Piketty’s neues Buch „Capital in the 21st Century“ hat eine intensive Diskussion über die strukturellen Ursachen und Effekte einer sich verschärfenden Ungleichverteilung – vor allem anhand von Topeinkommen – ausgelöst. In unserem jüngsten Forschungsprojekt beleuchten wir einen speziellen Aspekt, nämlich den Zusammenhang zwischen steigender Ungleichheit und Leistungsbilanzsalden: Obwohl die Ungleichheit allgemein steigt, ist die Form dieses Anstiegs je nach Land unterschiedlich, wodurch problematische Leistungsbilanzungleichgewichte entstehen können. Weiterlesen

Warum Österreichs Leistungsbilanzüberschuss problematisch ist

Markus Marterbauer, 24. April 2013

Die Zunahme von Überschüssen und Defiziten in der Leistungsbilanz bildete eine der wichtigsten Ursachen für die Krise in der Eurozone. Sie war das Ergebnis großer Unterschiede in der Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage zwischen den Volkswirtschaften. Nun versucht die EU-Politik, diese Ungleichgewichte zu korrigieren, doch auf einseitige und ökonomisch gefährliche Weise. Soll die Korrektur außenwirtschaftlicher Ungleichgewichte gesamtwirtschaftlich erfolgreich sein, dann dürfen nicht nur die Defizitländer ihre Importe verringern, sondern die Überschussländer müssen gleichzeitig ihre Importe ausweiten. Das würde den Wohlstand in der gesamten Eurozone, also auch in den Überschussländern erhöhen. Weiterlesen