Was treibt die Treibhausgase? Ein Blick auf Konsum und Verteilung

Die Bedrohungen der globalen Erwärmung stellen die internationale Staatengemeinschaft vor große Herausforderungen. In den kommenden Jahrzehnten muss der Ausstoß von Treibhausgasen drastisch reduziert werden. In einer globalisierten Wirtschaft werden die Emissionen aus der Produktion oft nicht in denselben Regionen verursacht, in denen die Waren konsumiert werden. So ist das Kaufverhalten österreichischer Haushalte für die Treibhausgase in vielen anderen Teilen der Welt mitverantwortlich, wobei der Konsum stark vom Haushaltseinkommen abhängt. Eine fortschrittliche Klimapolitik benötigt deshalb eine gemeinsame Betrachtung von Konsum, Einkommen und ökologischem Fußabdruck. Wie ist der Ausstoß von Treibhausgasen zwischen einkommensarmen und reichen Haushalten verteilt? Und lassen sich daraus Schlussfolgerungen ableiten, wer wieviel zum Klimaschutz beitragen könnte oder sollte?

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Gezielte Umverteilung stärkt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage

Die österreichische Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren kaum gewachsen. Insbesondere der private Konsum, der mit Abstand den höchsten Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Nachfrage leistet, ist seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 nur wenig gestiegen. Dies ist Teil einer längerfristigen Entwicklung: Schon in den 15 Jahren vor der Krise war das Konsumwachstum relativ schwach. Wichtige Ursachen dafür sind eine schwache Lohnentwicklung und eine immer ungleicher werdende Verteilung der Einkommen auf die Bevölkerung. Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Stärkung der Konjunktur sollten daher auf eine Erhöhung der Einkommen in den ärmeren Haushalten abzielen.

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Werte zählen – Wie Big Data und die neuen digitalen Technologien uns verändern

Selbstvermessung ist ein Trend: mittels Fitnessarmbändern, Smartwatches und Gesundheits-Apps analysieren sich viele Menschen auf freiwilliger Basis. Dies führt dazu, dass wir uns häufiger mit anderen vergleichen und versuchen, uns zu verbessern. Dies hat Auswirkungen auf den Menschen und verändert ihn, sowohl auf der psychischen als auch sozialen Ebene. Gleichzeitig verwerten die Unternehmen unsere Datenaufzeichnungen, die zu einer (wertvollen) Ware in der datengetriebenen Wirtschaft werden. Ethisch betrachtet, finden damit weitreichende Grenzverschiebungen statt. Diese Veränderungen in einer digitalisierten Welt werden vom Soziologen Stefan Selke das ‚Triptychon der Big Data Ära’ genannt: diese Daten können nämlich numerisch, ökonomisch und ethisch interpretiert werden.

 

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Schuhproduzenten übernehmen wenig soziale Verantwortung gegenüber ArbeiterInnen

Ein EU-Projekt deckt mangelnde soziale Verantwortung bei europäischen gegenüber den ArbeiterInnen in den Fabriken auf. Auch die Kommunikation an die KonsumentInnen fehlt vielfach. Eine AK-Studie zeigt weiter, dass österreichische Schuhproduzenten im europäischen Vergleich dabei keine Vorreiterrolle einnehmen.

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Weniger arbeiten – mehr „gutes Leben“

Alljährlich – so gegen Jahresende – erscheint der von Statistik Austria (STAT) erarbeitete Bericht „Wie geht’s Österreich?, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Konsum, dessen Wachstum grundsätzlich positiv gesehen wird. Ob es sich beim Konsum um eine Wohlfahrtssteigerung handelt, hängt jedoch nicht zuletzt von der Produktionsweise der Konsumgüter und -dienstleistungen ab. Leider gehen diese qualitativen Momente derzeit (noch) ebenso wenig in die Wohlfahrtsmessung ein wie der „Konsum“ von (Frei-)Zeit. Die Frage von Ludwig Erhard aus dem Jahr 1957, „ob es noch immer nützlich und richtig ist, mehr Güter, mehr materiellen Wohlstand zu erzeugen, oder ob es nicht sinnvoll ist, unter Verzichtsleistung auf diesen ‘Fortschritt‘ mehr Freizeit, mehr Besinnung, mehr Muße und mehr Erholung zu gewinnen“, ist verstärkt zu diskutieren.

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Leben wir in einer Wegwerfgesellschaft?

In der Diskussion über ein  „Plastiksackerl-Verbot“ und die kurze Lebensdauer von Produkten ist der Begriff „Wegwerfgesellschaft“ in aller Munde. Der Materialkonsum hat in Österreich ein historisch hohes Maß erreicht, das mit einer ökologisch und sozial nachhaltigen Entwicklung nicht vereinbar ist. Die Verantwortung dafür wird meist den KonsumentInnen zugeschoben: Ihnen wird eine „Wegwerfmentalität“ unterstellt. Der Beitrag widerspricht dieser Ansicht. Denn marktbezogene und sozial-kulturelle Faktoren werden dabei übersehen. Eine vor kurzem initiierte Studie der AK und Alpen-Adria Universität Klagenfurt untersucht welche Faktoren das Wegwerfverhalten beeinflussen.

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Und alle wollen mehr – wie bleibt der Konsum dabei nachhaltig?

Die Ressourcen der Erde werden mit unserem heutigen, westlichen Lebensstandard überstrapaziert. Noch gibt es ein großes Gefälle in der globalisierten Welt und Dank der sogenannten Entwicklungsländer können wir uns den derzeitigen Lebensstandard ökologisch noch leisten. Aber der Konsum in Ländern wie China, Indien oder Brasilien steigt… und was kommt dann?

Nachhaltig Konsumieren ist „in“ – Bio, Regional und Fair Trade sind Begriffe, die viele ÖsterreicherInnen schon in ihren Konsumalltag integriert haben. 2011 gaben die ÖsterreicherInnen 127 Euro pro Kopf für Bio-Lebensmittel aus, das ist europaweit der dritthöchste Wert. Diese Produkte sind oftmals deutlich teurer als konventionelle Lebensmittel – wer kann sich das leisten? Und lebt, wer Bio konsumiert, auch gleich nachhaltig?

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Die Misere der TextilarbeiterInnen: Wo Geiz sehr ungeil ist

Vergangenes Jahr gab es in den Textilfabriken von Bangladesch zahlreiche Unfälle und Katastrophen, bei denen weit mehr als 1.000 ArbeiterInnen starben. Zum Jahreswechsel 2013/14 kam es unter den 650.000 kambodschanischen TextilarbeiterInnen zu Streiks für die Verdoppelung ihrer Hungerlöhne. Daraufhin eröffnete die Militärpolizei das Feuer auf die DemonstrantInnen. Angesichts solcher Zustände sehen wir KonsumentInnen uns zunehmend in einer Doppelrolle: Einerseits fühlen wir uns machtlos, andererseits sind wir durch unser Kaufverhalten Täter.

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Nachhaltiger Konsum – ein Wunsch ans Christkind?!

Produktionskosten minimieren, Absatz und Gewinn maximieren – das ist der unternehmerische Zugang. Aber auch wir haben es gerne billig und unkompliziert. Darunter leiden die ArbeitnehmerInnen an den Produktionsstandorten oder in den Verteilerzentren der großen Onlinehändler. Wer beim Konsumieren auf die Nachhaltigkeit achtet, unterstützt die Menschen, die tagtäglich in den Fabriken ums Überleben kämpfen. Doch häufig ist dies gar nicht möglich und nur Konsum alleine wird die Welt nicht retten – die Staatengemeinschaft und Unternehmen müssen für gerechte Rahmenbedingungen sorgen.

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