Schlagwort-Archive: Globalisierung

Wie könnte „gute“ Globalisierung aussehen?

Kurt Bayer, 3. April 2017

Kurt Bayer, Globalisierung, Finanzpolitik, Wirtschaftspolitik, HandelspolitikDie Debatte um CETA und TTIP rückt die Globalisierung neuerlich ins Zentrum der Wirtschaftspolitik. Während Globalisierung allgemein viele positive Effekte aufweist, gibt es auch wesentliche Schattenseiten: Insbesondere setzt sie soziale und ökologische Standards unter Druck und verschlechtert die Einkommensverteilung. Als Folge steigen Zukunftsängste und der Zustrom zu PopulistInnen. Globalisierung muss daher auf globaler wie nationaler Ebene reguliert werden, damit sie zu einem Instrument der Verbesserung der Lebensumstände für möglichst viele Menschen wird bzw. die ausgewogene Erreichung sozialer, ökologischer und ökonomischer Ziele ermöglicht. Weiterlesen

Globalisierung und die Zukunft der Demokratie

Werner Raza, 15. März 2017

Globalisierung, Handelspolitik, Internationale Politische ÖkonomieDie Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg des Rechtspopulismus in Europa werfen beunruhigende Fragen über die Zukunft der Demokratie in Zeiten der Globalisierung auf. In seinem neuen Buch leistet der international anerkannte Ungleichheitsforscher Branko Milanović einen willkommenen Beitrag zur Debatte, wie bereits zuvor auf diesem Blog skizziert wurde. Die zentrale Erkenntnis von Milanović ist, dass sich das Einkommensgefälle in Industrieländern im Verlauf der vergangenen drei Jahrzehnte vergrößert hat, und zwar hauptsächlich durch den ökonomischen Prozess der Globalisierung. Das hat offenkundig Auswirkungen auf die Demokratie. Weiterlesen

Ist eine österreichische Konjunkturpolitik trotz Globalisierung noch möglich?

Oliver Picek, 28. Februar 2017

Konjunkturpolitik, Fiskalpolitik, WU, USADie Wirtschafts- bzw. Konjunkturpolitik der Republik Österreich war traditionell stark auf Beschäftigungssicherung ausgelegt und Vollbeschäftigung das erklärte Ziel der Sozialpartner. Trotzdessen findet sich die Republik seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in einer Situation mit höchst beunruhigenden Arbeitslosenzahlen wieder. Nur konsequent wäre es daher, ein relativ großes Konjunkturpaket zur Steigerung der Beschäftigung zu planen und durchzuführen. Weiterlesen

Die Politische Ökonomie der Einkommensverteilung: Ergebnisse für Österreich nach Branchen

Özlem Onaran und Alexander Guschanski, 5. Oktober 2016

guschanskiÖzlem OnaranSeit den 1980er Jahren kam es zu einem signifikanten Rückgang der Lohnquote, also des Lohnanteils am Bruttoinlandsprodukt, sowohl in den entwickelten als auch in den Entwicklungsländern. In unserer aktuellen Studie  untersuchen wir die Ursachen dieses Rückgangs anhand von Branchendaten aus unterschiedlichen OECD-Ländern, wobei für Österreich eine vertiefende Analyse erfolgt. Unsere Ergebnisse zeigen einen starken Einfluss politischer und machtbedingter Faktoren und stützen somit Erklärungsansätze, die eine starke polit-ökonomische Dimension aufweisen. Der Fall der Lohnquote wurde maßgeblich vom Rückgang der Verhandlungsmacht der ArbeitnehmerInnen befördert, insbesondere vom sinkenden gewerkschaftlichen Organisationsgrad. Weiterlesen

Krankenstände konstant niedrig – psychische Leiden nehmen zu!

Reinhard Haider, 11. August 2014

Foto_Reini_neuSchon seit Jahren sind die Krankenstände auf konstant niedrigem Niveau – weniger als zwei Wochen sind Österreichs Arbeitnehmer_innen pro Jahr krank geschrieben. Zwei Entwicklungen fallen bei der Analyse der Krankenstandsdaten auf – zum einen die starke Konzentration der Krankenstände auf wenige Versicherte und der enorme Anstieg der psychischen Erkrankungen um beinahe das Dreifache in den letzten zehn Jahren. Zeit- und Termindruck gelten als Hauptursache für psychische Belastungen. Ein Umdenken ist daher gefragt – Betriebe müssen wirksame Maßnahmen ableiten, die den Druck auf die Beschäftigten stark verringern.

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Die Misere der TextilarbeiterInnen: Wo Geiz sehr ungeil ist

Heinz Högelsberger, 06. Februar 2014

Autorenbild_HeinzVergangenes Jahr gab es in den Textilfabriken von Bangladesch zahlreiche Unfälle und Katastrophen, bei denen weit mehr als 1.000 ArbeiterInnen starben. Zum Jahreswechsel 2013/14 kam es unter den 650.000 kambodschanischen TextilarbeiterInnen zu Streiks für die Verdoppelung ihrer Hungerlöhne. Daraufhin eröffnete die Militärpolizei das Feuer auf die DemonstrantInnen. Angesichts solcher Zustände sehen wir KonsumentInnen uns zunehmend in einer Doppelrolle: Einerseits fühlen wir uns machtlos, andererseits sind wir durch unser Kaufverhalten Täter. Weiterlesen