Schlagwort-Archive: Gesundheit

Ungleichheit macht krank – besonders Migrant_innen

Josef Wallner, 11. Februar 2015

Josef WallnerDass Ungleichheit und Armut ungesund sind, wissen wir eigentlich schon längst. Der sarkastische Kalauer „Lieber reich und gesund als arm und krank“ spricht ja davon. Und zudem gibt es dazu ausreichend empirische Evidenz. Dass MigrantInnen davon ganz besonders betroffen sind, überrascht auch nicht besonders, bisher gab es jedoch noch keine systematische Erforschung des Themenkomplexes Gesundheit und Migration. Nun liegt dazu eine Literaturstudie der „Gesundheit Österreich GesmbH“ vor, die im Auftrag von Arbeiterkammer Wien und Gesundheitsministerium erstellt worden ist. Weiterlesen

Arbeitszeitverkürzung als sozial-ökonomische Investition

Michael Schwendinger, 5. Dezember 2014

Schwendinger_BlogAWKürzlich veröffentlichte die Statistik Austria eine Sonderauswertung zum Thema „Gesundheitsrisiko Arbeitsplatz“. Danach sind etwa 80 % aller Erwerbstätigen physischen oder psychischen Gesundheitsrisiken durch ihre Arbeit ausgesetzt, Überstunden wirken problemverschärfend. Nicht zuletzt deshalb verhandelt die besonders belastete Berufsgruppe der ÄrztInnen derzeit über etwas, was in diesem Kontext oft gefordert wird: kürzere Arbeitszeiten. Das zumeist entgegnete Totschlagargument: Kostenexplosion, nicht finanzierbar, Ende der Diskussion. Um diese verengte Blickweise aufzuweichen, möchte ich hier einen alten Artikel hervorkramen, der vielleicht hilft, die vermeintliche Kostenfalle als Zukunftsinvestition zu denken. Weiterlesen

Arbeiten ohne Ende? Arbeiten bis zum Ende?!

Johanna Klösch, 29.September 2014

Johanna Kloesch 100x100Grenzen zwischen Job und Freizeit lösen sich zunehmend auf und verschwimmen. Ständige Erreichbarkeit ist vielfach zur Selbstverständlichkeit geworden. Für Freundschaften, Hobbies und Familie bleibt weniger Raum. Notwendige Zeiten der Erholung und Entspannung finden im „Hamsterrad der Arbeit“ oft keinen Platz mehr. Weiterlesen

Psychische Gesundheit im Betrieb – Ignoranz bringt uns nicht weiter

Roland Spreitzer, 18. September 2014

roland BlogSeit Anfang 2013 ist die Evaluierung psychischer Belastungen explizit im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) festgeschrieben. Spätestens seit diesem Zeitpunkt ist das Thema auch im betrieblichen Alltag in aller Munde. Stress, Druck, Burn-Out gab es freilich schon vor der Gesetzesänderung. Doch der eindeutige Hinweis des Gesetzgebers hier tätig zu werden, macht nun eine Befassung mit der Thematik am Arbeitsplatz unumgänglich. Die Gelegenheit wäre günstig die Arbeitswelt an aktuelle und künftige Anforderungen anzupassen. Leider üben sich viele Arbeitgeber/-innen bzw. deren Vertreter/-innen vornehmlich in Strategien des Selbstbetrugs. Das Ignorieren psychischer Arbeitsbelastungen bleibt scheinbar weiterhin das Gebot der Stunde.

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Die Stärkung der Primärversorgung in Österreich

Stephanie Prinzinger, 19. August 2014

Die derzeitigen Probleme im Bereich des Gesundheitssystems sind: überfüllte Spitalsambulanzen, vermeidbare Krankenhausaufenthalte, lange Wartezeiten, unzureichende Versorgung an Tagesrandzeiten und desintegrierte Versorgung. Mit dem Primärversorgungssystem soll ein niederschwelliger Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen auch an Tages- und Wochenendzeiten bei gleichzeitig verbesserter Work-Life Balance für Ärzte, Kontinuität in der Behandlung für Patienten, Vermeidung von Doppelbefundungen und geringere Wartezeiten für Patienten, im österreichischen Gesundheitssystem Einzug finden. Weiterlesen

ELGA Datenschutz vor Behandlungsqualität

Werner Pletzenauer, 26. Februar 2014

pletzenauerSeit Anfang des Jahres ist ein Austritt aus ELGA (Elektronische Gesundheitsakte) möglich. Seither warnt der österreichische Hausärzteverband (ÖHV) vor dem „Daten-Monster-ELGA“ und empfiehlt allen PatientInnen aus Gründen des Datenschutzes den unverzüglichen Ausstieg aus ELGA. In der Diskussion um ELGA wird jedoch dem Nutzen von ELGA für die PatientInnen viel zu wenig Beachtung gewidmet. Weiterlesen

Ökonomische Ungleichheit spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaftswissenschaft

Matthias Schnetzer, 13.Jänner 2014

ms_smallWeniger als eine Stunde dauert die Autofahrt vom piekfeinen Montgomery County in die südöstlichen Stadtviertel der US-Hauptstadt Washington. Es ist eine Reise von einer der reichsten in eine der ärmsten Regionen der USA und mit jedem Kilometer sinkt die Lebenserwartung der Bevölkerung um sieben Monate: von 81 auf 60 Jahre. Noch näher liegen der noble New Yorker Stadtteil Upper East Side und das arme South Bronx beisammen, die nur einen Spaziergang voneinander entfernt sind. Überquert man den Harlem River nach Norden, sinkt das Medianeinkommen der ansässigen Menschen um mehr als 80 Prozent.

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Die Registrierung der nichtärztlichen Gesundheitsberufe: Ein Schritt in die richtige Richtung

Cathrine Grigo, 22. Juli 2013

76_thumbnailEin englisches Sprichwort sagt: „An apple a day, keeps the doctor away“. Dass es nicht immer ganz so einfach ist, das hat jeder von uns schon am eigenen Leib erfahren: Wenn es um die Gesundheit geht, sei es um die eigene, oder um die von nahestehenden Personen, verlässt man sich ungern auf sein Glück. Oder einen Apfel. Der Gesundheitssektor ist in Sachen Vertrauen ein äußerst sensibler Bereich, weil es ein sehr persönlicher ist. Vertrauen in die Qualifikationen der konsultierten Berufsgruppen steht hier an oberster Stelle. Nehmen wir ein Beispiel: Sie sind auf Schiurlaub und brechen sich ein Bein. Nachdem die Krankenbehandlung beendet ist, rät man Ihnen eine Physiotherapie zu machen. Sie schlagen die Gelben Seiten auf. Allein in Wien findet man zum Thema „Physiotherapie“ 410 Einträge (Stand: 09.07.2013). Können Sie sich bei demjenigen, für den Sie sich entscheiden, darauf verlassen, die erhoffte Qualität zu erhalten?

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Was kann die Arbeitsmarktchancen von gesundheitlich beeinträchtigten Menschen verbessern?

Ilse Leidl, 04. März 2013

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Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben ganz schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitgeber zeigen wenig Entgegenkommen und Einstellbereitschaft, die Institutionen bieten nicht ausreichend Unterstützung an. Oft bleibt daher nur die wiederholte Zuerkennung befristeter Invaliditätspensionen. Das bedeutet aber niedrige Leistungshöhe und große Rechtsunsicherheit. Ab 2014 werden nun befristete Invaliditätspensionen abgeschafft. Stattdessen sollen umfangreiche Rehabilitationsmaßnahmen angeboten werden, und zwar erstmals auch jenen gesundheitlich beeinträchtigten ArbeitnehmerInnen, die keinen Berufsschutz nach dem ASVG haben und für die derzeit praktisch nichts gemacht wird. Was ist dabei zu beachten, dass dadurch tatsächlich mehr Chancen und nicht neue Sozialfallen entstehen? Eine Tagung der AK Wien im Dezember 2012 hat diese Fragen näher beleuchtet. Weiterlesen