Schlagwort-Archive: Finanzkrise

Nehmen uns die Ausländer die Arbeitsplätze weg?

Johannes Schweighofer, 9. Jänner 2017

Ein klassischer Fall einer falsch gestellten Frage! Denn im Kern geht es bei den Themen Migration und Asyl um eine Klassen-, nicht um eine Nationalitätenfrage! Angesichts einer völlig verfehlten Wirtschaftspolitik gibt es natürlich auch bei der Zuwanderung, ähnlich wie bei der Globalisierung, GewinnerInnen und VerliererInnen. Weiterlesen

Ungleichheit und makroökonomische Instabilität: Eine Bestandsaufnahme

Jan Behringer, Thomas Theobald & Till van Treeck, 23. Dezember 2016

In den vergangenen Jahren rückte der Zusammenhang zwischen Einkommensverteilung und makroökonomischer Instabilität zunehmend in den Fokus der Forschung. In einem aktuellen Literaturüberblick werden ausgewählte Kanäle diskutiert: Steigende Einkommensungleichheit kann zur Entstehung außenwirtschaftlicher Ungleichgewichte beitragen, wenn in einzelnen Ländern die Schwächung der Massenkaufkraft entweder vermehrt eine kreditfinanzierte private Haushaltsnachfrage nach Konsum und Wohnungsbauinvestitionen (USA, Vereinigtes Königreich) oder eine Binnennachfrageschwäche mit steigenden Exportüberschüssen (China, Deutschland, Japan) zur Folge hat. Zudem weisen neuere empirische Studien darauf hin, dass steigende Einkommensungleichheit einen negativen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben kann. Weiterlesen

Der Niedergang der neoliberalen Geldpolitik

Carolin Vollmann, 28. November 2016

Seit 2010 sind neoliberale Politikansätze wieder auf dem Vormarsch, unter anderem der ideologische Glaube, dass Geldpolitik das einzig zulässige politische Instrument sei, um Industrienationen auf den Wachstumspfad zurückzuführen. Konservative RegierungsvertreterInnen haben sich vollends der Überzeugung hingegeben, dass expansive Fiskalpolitik nicht funktioniert oder zu immensen öffentlichen Defiziten führt, die Volkswirtschaften in die Schuldknechtschaft bzw. Hyperinflation treiben. Weiterlesen

Die Spaltung der Lohnabhängigen durch die Zurückdrängung der Kollektivverträge

Susanne Haslinger und Lukas Oberndorfer, 31. August 2016

Susanne_Haslingerlukas oberndorfer berabeitetLetzte Woche sorgte der Wirtschaftssprecher der FPÖ Bernhard Themessl für Aufmerksamkeit: In einem Interview forderte er die Zurückdrängung der kollektiven Verhandlungsmacht der Lohnabhängigen: „Warum halten wir in Österreich an Kollektivverträgen fest?“ Stattdessen sei es sinnvoller die Lohnverhandlungen auf die Betriebsebene zu verlagern und bei Bedarf auch länger als zwölf Stunden arbeiten zu lassen. Den Hintergrund dieser Vorschläge bildet die in den letzten Jahren autoritär durchgesetzte Vertiefung des Neoliberalismus in Europa: Um die Profite der Unternehmen zu steigern, gelang es grenzüberschreitenden „Reformbündnissen“ trotz massiver Proteste eine Schwächung der Kollektivvertragssysteme und weitgehene Einschnitte in das Arbeitsrecht durchzusetzen. Ein Modell für Österreich? Weiterlesen

Flüchtlingskrise? – Ein Appell für eine Erweiterung des Blickwinkels

Judith Vorbach & Dennis Tamesberger, 22. Juli 2016

tamesberger 100x100JudithDie mediale und politische Konzentration auf die  Flüchtlingskrise schafft eine nur eingeschränkte Perspektive, führt zur Polarisierung und ist letztendlich Teil der aktuellen Problemlage selbst. Wir möchten den Blick daher erweitern und plädieren für einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel. Weiterlesen

Licht und Schatten: Der Arbeitsmarkt im Jahr 2015

Ilse Leidl-Krapfenbauer, 12. Juli 2016

Ilse_LeidlDer Arbeitsmarkt in Österreich verzeichnet widersprüchliche Entwicklungen: Die Beschäftigung steigt weiter, auch 2015 konnte man ein Plus verzeichnen. Dennoch übersteigt das Angebot die Nachfrage: Personen aus dem Ausland und Frauen treten vermehrt auf dem Arbeitsmarkt auf und die Pensionsänderungen bewirken, dass ältere Menschen länger auf dem Arbeitsmarkt verbleiben. Daher steigt die Arbeitslosigkeit weiter an. Doch nicht alle Gruppen sind gleichermaßen von Arbeitslosigkeit betroffen.

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Die geschlechtsspezifischen Folgen der Finanzkrise

Stefanie Wöhl, 14. Juni 2016

Woehl-StefanieDie Veränderungen in der politisch-institutionellen Architektur der EU seit Beginn und in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise verdecken sowohl die exekutiven Maßnahmen, als auch die Belastungen der Privathaushalte durch Austeritätspolitik, die zur Krisenbekämpfung eingesetzt wurden. Und es fehlt der Blick auf die geschlechtsspezifischen Folgen der Finanzkrise. Weiterlesen

Reden wir über den Arbeitsmarkt und nicht über Pensionen

Dennis Tamesberger, 2. Juni 2016

tamesberger 100x100Wenn es um die Pensionen geht, wird ein Thema allzu voreilig an den Rand geschoben: der Arbeitsmarkt. Dabei müsste dieser bei jeglicher Diskussion über die Pensionen im Mittelpunkt stehen. Junge Menschen sind mit einer äußerst schwierigen Arbeitsmarktsituation konfrontiert. Dies gefährdet ihre aktuellen Arbeits- und Lebenschancen, aber auch ihre Absicherung im Alter.

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Was lehrt uns das Panama Leak?

Gabriel Zucman, 21. April 2016

Gabriel Zucman, Vermögen, Verteilung, Steueroasen, Panama LeakWas lehrt uns das Panama Leak? Die Regulierung der Branche zum Vermögensschutz und der Staaten, die sie beherbergen, muss von Grund auf neu überdacht werden. Wenn man eines aus der Finanzkrise und den wiederholten Skandalen lernen kann, dann ist es, dass ein Teil der Finanzakteure kaum Skrupel haben, gegen das Gesetz zu verstoßen, wenn man damit genug Geld verdienen kann. Der Ansatz, den Offshore-Finanzplätzen dahingehend zu vertrauen, dass sie das Gesetz auch umsetzen, reicht nicht aus. Es ist für die Finanzplätze einfach zu lukrativ, Betrüger und Geldwäscher zu unterstützen, und sie haben ohne konkrete internationale Sanktionen zu wenig zu verlieren. Eine der wichtigen Herausforderungen der Finanzregulierung und des Kampfs gegen Ungleichheiten besteht darin, die tatsächlichen Begünstigten dieser Reichtümer zu identifizieren. Ein europäisches und amerikanisches Finanzregister wäre ein globales öffentliches Gut. Hierum geht es in erster Linie beim Kampf um finanzielle Transparenz. Weiterlesen

Stimmung, Wortwahl und Risikobereitschaft im Bankensektor

Clemens Nopp, 29. Juni 2015

foto_clemensNicht zur Zahlen zählen: Worte spielen durch die damit transportierten Stimmungen und Erwartungen auch an den Finanzmärkten eine bedeutende Rolle. Das zeigt die Risiko-Sentimentanalyse von Geschäftsberichten großer europäischer Banken, die im Rahmen einer Masterarbeit durchgeführt wurde. Solche Analysen könnten einen wichtigen Beitrag leisten, um die Stabilität des gesamten europäischen Bankensektors zu untersuchen.
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