Schlagwort-Archive: Einkommensverteilung

Der Sozialstaat nützt uns allen – Umbau statt Abbau!

Romana Brait und Adi Buxbaum, 20. Juni 2016

Adi BuxbaumRomana Brait, AK, Budget, öffentliche Haushalte, FinanzausgleichDie Erfahrungen im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise haben gezeigt, dass Länder mit einer starken sozialstaatlichen Absicherung deutlich besser durch die Krise gekommen sind als andere. Der Vorteil eines gut ausgebauten Sozialstaats liegt darin, dass er Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützt und gleichzeitig zur gesellschaftlichen und wirtschaftlichen zu Stabilität beiträgt. Weiterlesen

Führen Mindestlöhne zu höheren Löhnen auf Kosten steigender Arbeitslosigkeit?

Simon Sturn, 13. Juni 2016

Sturn, Mindestlöhne, WUEin zentrales Argument gegen Mindestlöhne lautet, dass der Preis für höhere Löhne für einige Niedriglohnbeschäftigte durch den Arbeitsplatzverlust anderer bezahlt wird. Die moderne empirische Mindestlohnliteratur zeigt aber, dass dies in der Regel nicht der Fall ist. Denn während Mindestlöhne klar nachweisbar zu höheren Löhnen führen, finden sich wenig konkrete Hinweise auf signifikante Beschäftigungsverluste. Verbindliche Lohnuntergrenzen können somit dazu beitragen, den Niedriglohnbereich ohne relevante Nebeneffekte einzugrenzen. Weiterlesen

Erbschaften in Österreich: Wer viel verdient, bekommt am meisten

Anita  Tiefensee und Christian Westermeier, 9. Mai 2016

westermeierTiefenseePrivate Vermögen sind weitaus ungleicher verteilt als verfügbare Haushaltseinkommen. Dies zeigt sich darin, dass sehr wenige Menschen sehr viel Nettovermögen (Vermögenswerte minus Verbindlichkeiten) besitzen. Welche Rolle spielen Erbschaften und Schenkungen (Vermögenstransfers) für die Vermögensposition der Haushalte und für die Vermögensungleichheit im Euroraum? Weiterlesen

Wachsende Ungleichheit schadet gesamter Volkswirtschaft

Stefan Trappl, 6. Mai 2016

Foto_Trappl_NEU„Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auf“ – Schlagzeilen wie diese haben es in den letzten Jahren immer wieder in die Medien geschafft. Dieser Blogbeitrag soll beantworten was das eigentlich heißt, aus welchen verschiedenen Perspektiven man dies betrachten muss und warum die steigende Konzentration des Reichtums in den Händen einiger Weniger im Endeffekt der gesamten Volkswirtschaft schaden wird.

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Leistungsbilanz: Deutschland und Österreich leben unter ihren Verhältnissen

Markus Marterbauer, 8. April 2016

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikÖsterreichs Wirtschaft wies 2015 einen Überschuss in der Leistungsbilanz von mehr als 9 Milliarden Euro auf (fast 3% des BIP). Der hohe Exportüberschuss widerlegt das dauernde Lamento über die angeblich fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Er ist allerdings zu einem erheblichen Teil auch Ergebnis der schwachen Inlandsnachfrage und bringt damit ein gefährliches Importdefizit zum Ausdruck. Dieses Ungleichgewicht ist besorgniserregend und zeigt, dass wir weit unter unseren Verhältnissen leben. Dies gilt ähnlich für andere Mitgliedsländer der Eurozone, ganz besonders für Deutschland und die Niederlande. Ein derartig massives außenwirtschaftliches Ungleichgewicht gefährdet auch den Bestand der Währungsunion und ruft nach raschem Handeln der Wirtschaftspolitik. Weiterlesen

Das Schumpeter-Hotel: Soziale Mobilität als Mythos

Branko Milanović, 5. April 2016

Verteilung, soziale MobilitätHohe Ungleichheit als Preis für eine hohe soziale Mobilität – das ist die Story des American Dream. Doch neue Forschungen zeigen, dass dies ein Mythos ist. Tatsächlich gilt: Je ungleicher eine Gesellschaft ist, desto unwahrscheinlicher wird es, dass sich die nächste Generation nach oben arbeiten kann. Weiterlesen

Drängende Fragen der Verteilungspolitik

Matthias Schnetzer, 31. Dezember 2015

ms_smallVerteilungsfragen stehen nach wie vor an der Tagesordnung. Der Jahreswechsel bietet eine gute Gelegenheit für einen knappen Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres und einen Ausblick auf bedeutsame Debatten, die uns 2016 verfolgen werden. Die wichtigste Frage für die Verteilungsforschung und die Wirtschaftspolitik im Allgemeinen wird sein, wie ein hoher Wohlstand ökologisch nachhaltiger produziert und sozial verträglicher verteilt werden kann.  Weiterlesen

Benya-Formel gleich produktivitätsorientierte Lohnpolitik

Michael Mesch, 2. Dezember 2015

michael-meschDie sogenannte Benya-Formel ist eine den wirtschaftlichen Bedingungen der 1970er-Jahre entsprechende Faustregel für eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik. Der Grundsatz der Produktivitätsorientierung bedeutet, dass sich die in den Kollektivvertragsverhandlungen angestrebte Lohn- bzw. Gehaltserhöhung am Ausmaß des mittelfristigen Anstiegs der realen gesamtwirtschaftlichen Arbeitsproduktivität und des Anstiegs der Verbraucherpreise im zurückliegenden Jahr orientiert. Dieser Grundsatz zählt nach wie vor zu den wichtigsten lohnpolitischen Prinzipien des ÖGB. Weiterlesen

Verteilungstendenzen im Kapitalismus: Globale Perspektiven

Jakob Kapeller & Bernhard Schütz, 23. November 2015

foto_schuetzjakobkapellerDie einkommensstärksten 1% der Weltbevölkerung sind die großen Gewinner der letzten 20 Jahre Globalisierung. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die starken Machtgefälle, die das derzeitige System erzeugt. Weiterlesen

Das Senioritätsprinzip – finanziell überbewertet

Norman Wagner, 27. Oktober 2015

profil_wagner_normanSind die Arbeitskosten von älteren Beschäftigten zu hoch? Ist der altersbedingte Lohnanstieg (Senioritätsprinzip) tatsächlich der zentrale Grund für die vergleichsweise niedrige Beschäftigungsquote der Menschen ab 55? Der industrienahe ThinkTank Agenda Austria und andere ArbeitgeberInnenvertretungen behaupten das immer wieder. Sie fordern daher eine Verringerung der Lohnzuwächse Älterer und treten für eine Lockerung des Kündigungsschutzes für diese Gruppe ein. Eine Studie des Instituts für Höhere Studien im Auftrag des Sozialministeriums zeigt aber, dass das Senioritätsprinzip in vielen Wirtschaftsbereichen kaum existiert und in den meisten anderen durchaus seine Berechtigung hat. Weiterlesen