Schlagwort-Archive: Einkommen

Mehr Mitte! Wie bitte?

Julia Hofmann, 17. August 2017

In den letzten Monaten tauchte ein Begriff wieder vermehrt in politischen Diskussionen auf, der im Zuge der Verteilungsdebatten der letzten Jahre eher in den Hintergrund getreten ist: der Begriff der „Mitte“. Mehr oder weniger jede politische Partei in Österreich reklamiert für sich, die Interessen der Mitte zu vertreten. Doch wer ist eigentlich diese „Mitte“ und wie lässt sich progressive Politik in ihrem Namen machen? Weiterlesen

Höchste Zeit für eine lohnpolitische Trendwende in Europa

Torsten Müller, 23. März 2017

Lohnpolitische Trendwende, Lohnpolitik, ETUI, EGI, lohnpolitischer Interventionismus, EUBis zum Ausbruch der Krise 2008/2009 war die Lohnentwicklung in Europa von einem mehr oder weniger starken Reallohnzuwachs gekennzeichnet. Seitdem registrieren viele EU-Länder stagnierende oder sogar fallende Reallöhne, verursacht insbesondere durch das auf interne Abwertung beruhende Krisenmanagement. Trotz der dynamischeren Mindestlohnentwicklung in den letzten beiden Jahren sind die Mindestlöhne in vielen EU-Ländern nach wie vor zu niedrig, um den Niedriglohnsektor zu verringern und Arbeitsarmut zu bekämpfen. In unserem neuen Bericht „Benchmarking Working Europe 2017“ liefern wir nicht nur die diesbezüglichen Fakten, sondern zeigen auch die Notwendigkeit für eine lohnpolitische Trendwende als Teil einer generellen makro-ökonomischen Umorientierung hin zu einem lohngetriebenen Wachstumsmodell auf. Weiterlesen

Gender Pay Gap

Infografik zum Internationalen Frauentag, 8. März 2017

Österreich liegt nach wie vor deutlich über dem europäischen Durchschnitt (16,3%) und zählt zu den Ländern mit den größten Lohnunterschieden zwischen den Geschlechtern in der EU. Das sollte sich ändern! Weiterlesen

Sozialbericht 2016: Reichtum, Armut und der Sozialstaat

Marc Pointecker, 1. Februar 2017

Sozialbericht, Sozialministerium, Arbeitsmarkt, VerteilungÖsterreich ist ein reiches Land. Die Pro-Kopf Einkommen sind höher als jemals zuvor in der Geschichte Österreichs und beträchtliche private Vermögen wurden seit Jahrzehnten kontinuierlich aufgebaut. Das darf jedoch nicht den Blick darauf verstellen, dass die Einkommen und Einkommenschancen sehr ungleich und die Vermögen extrem ungleich verteilt sind. Heute erscheint der Sozialbericht. Er enthält 8 Studien, die ein umfassendes Bild insbesondere zu Verteilungsfragen und Lebensbedingungen in Österreich geben.

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Warum Geld umverteilen allein keinen Systemwandel ermöglicht – das Beispiel Brasilien

Andreas Novy, 4. Jänner 2017

Grundeinkommen, sozial-ökologische Transformation, BrasilienDie brasilianischen Sozialstaatsreformen der letzten Jahre zeigen die Grenzen einer Politik der Umverteilung von Geld: Zwar kann Hunger und extreme Armut bekämpft und der Massenkonsum der Armen gefördert werden, aber ein Kultur- und Systemwandel ist ohne neue Institutionen und Infrastrukturen nicht zu verwirklichen. Weiterlesen

Was Grundeinkommen und sozialökologische Infrastruktur (nicht) leisten können

Christof Lammer, 13. Dezember 2016

GrundeinkommenAndreas Novy behauptete auf diesem Blog, dass der Ausbau sozialökologischer Infrastruktur die progressive Alternative zum Bedingungslosen Grundeinkommen sei. Doch geht es hier tatsächlich um ein klares Entweder-oder? Um dieser Frage nachzugehen, soll hier reflektiert werden, was von den Forderungen nach Grundeinkommen und sozialökologischer Infrastruktur erwartet wird, was sie leisten können, was nicht, und inwiefern sie sich ergänzen. Wird das Grundeinkommen, wie von Novy, verkürzt als „Konsumgeld“ dargestellt, dann wird ein entscheidender Punkt übergangen: die Relativierung der Lohnabhängigkeit durch das Grundeinkommen. Außerdem gibt es gute Gründe anzunehmen, dass das Grundeinkommen komplementär zur von Novy vorgeschlagenen Infrastruktur zum sozialökologischen Umbau beitragen kann. Weiterlesen

Unsichere Jobs beeinflussen Arbeitsqualität und Gesundheit

Patricia Mayrhofer, 6. Dezember 2016 

foto_patricia_neuDie Arbeitswelt ist im Wandel – atypische und unsichere Beschäftigungsformen sind mittlerweile durchaus üblich. Mit derartigen Beschäftigungsverhältnissen geht meist eine große Unsicherheit einher: Wer nicht weiß, ob der befristete Vertrag verlängert wird, fühlt sich oft als Arbeitnehmer/-in zweiter Klasse und kann die persönliche Zukunft kaum planen. Nicht nur die drohende Arbeitslosigkeit, auch die Ungewissheit nach Umstrukturierungsprozessen ist eine große Belastung für die Betroffenen. Die Sorge um den Arbeitsplatz wirkt sich nicht nur negativ auf die Arbeitsqualität aus, sondern führt auch zu erheblichen psychischen und körperlichen Belastungen. Weiterlesen

Aus der Krise lernen: ein magisches Vieleck wohlstandsorientierter Wirtschaftspolitik

Georg Feigl, 17. November 2016

Georg Feigl, Europäische Wirtschaftspolitik, Spanien, öffentliche Haushalte, Budgetpolitik, Wohlstandsorientierte WirtschaftspolitikDamit vermeintliche Wohlstandszuwächse nicht auf Sand gebaut sind, braucht es eine Kehrtwende für eine wohlstandsorientierte Wirtschaftspolitik. Diese erfordert weit mehr als Maßnahmen für „mehr Wachstum“. Im Mittelpunkt sollten vielmehr umfassendere Ziele stehen, die für ein gutes Leben und gesellschaftlichen Fortschritt wichtiger sind. Ein magisches Vieleck wohlstandsorientierter Wirtschaftspolitik mit den Eckpunkten Lebensqualität, Beschäftigung, fair verteilter materieller Wohlstand, intakte Umwelt und Krisenvermeidung könnte dafür eine wichtige Grundlage bilden. Weiterlesen

Sozialökologische Infrastruktur statt Grundeinkommen

Andreas Novy, 18. Oktober 2016

Grundeinkommen, sozial-ökologische TransformationDie neoliberale Globalisierung radikalisiert die Illusion, menschliche Bedürfnisse seien vorrangig mit Geld zu befriedigen. Das kommt etwa in der Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen zum Ausdruck, das auch von progressiver Seite in die Debatte um eine sozialere Politik eingebracht wird. Statt eines garantierten Grundeinkommens braucht es aber vor allem eine leistbare, soziale und ökologische Infrastruktur für alle, die es ermöglicht, ein gelungenes Leben zu führen. Weiterlesen

Gezielte Umverteilung stärkt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage

Stefan Ederer, 13. Oktober 2016

WIFO, Konjunktur, Prognose, WirtschaftspolitikDie österreichische Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren kaum gewachsen. Insbesondere der private Konsum, der mit Abstand den höchsten Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Nachfrage leistet, ist seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 nur wenig gestiegen. Dies ist Teil einer längerfristigen Entwicklung: Schon in den 15 Jahren vor der Krise war das Konsumwachstum relativ schwach. Wichtige Ursachen dafür sind eine schwache Lohnentwicklung und eine immer ungleicher werdende Verteilung der Einkommen auf die Bevölkerung. Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Stärkung der Konjunktur sollten daher auf eine Erhöhung der Einkommen in den ärmeren Haushalten abzielen. Weiterlesen