Schlagwort-Archive: Diskriminierung

Über das Ende der Bedarfsorientierten Mindestsicherung und die Gefahren für den Rechtsstaat

Norman Wagner, 10. Jänner 2017

Seit dem Jahreswechsel gibt es sie nicht mehr: die bundesweite Bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS). Der Vertrag zwischen Bund und Ländern, die sogenannte Artikel 15a B-VG Vereinbarung, über gemeinsame Mindeststandards konnte nicht verlängert werden. Allen Bemühungen progressiver Kräfte zum Trotz, war eine politische Lösung im Sinne der von Armut Betroffenen nicht möglich. Stattdessen wurden landesspezifische Neuregelungen erlassen, die europa- und verfassungsrechtliche Vorgaben zum Teil offen missachten. Das sollte keinesfalls Schule machen. Weiterlesen

Typisch Mann? Geschlechtsbezogene berufliche Segregation

Michael Mesch, 15. Dezember 2016

Michael Mesch, Lohnpolitik, Automatisierung, Beschäftigung, Wirtschaftsgeschichtem, Keynesianismus, BerufsstrukturGeschlechtsbezogene berufliche Segregation bedeutet, dass bestimmte Branchen, Berufe, betriebliche Funktionen (zB leitende Funktionen) und Tätigkeiten von Frauen bzw. Männern dominiert werden. Sie hat eine ungleiche Verteilung von Erwerbs-, Berufs-, Einkommens– und Lebenschancen für Frauen und Männer zur Folge. Der Abbau dieser besonderen Form der Arbeitsmarktsegregation ist eines der Ziele der Gleichstellungspolitik. Weiterlesen

Webtipps der Woche, 22. Juni 2016

Interessantes  aus dem Netz, 22. Juni 2016

AWblog-Logo-100x100Die EU und Großbritannien blicken nach der Brexit-Abstimmung unsicheren Zeiten entgegen. Ein Blick in und hinter die schöne neue (Arbeits-)Welt. Diskriminierung in der medialen Berichterstattung. CETA – das ganz und gar nicht harmlose Handelsabkommen mit Kanada – steht unmittelbar vor der Behandlung im EU-Rat und später im Europäischen Parlament.  Eric Frey für die Erbschaftssteuer. Und warum wir schon immer Bruce Springsteen Fans waren. Weiterlesen

Inclusive Citizenship Education – Politische Bildung in der Migrationsgesellschaft

Dirk Lange und Malte Kleinschmidt, 1. Juni 2016

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Die enormen gesellschaftlichen Veränderungen stellen die politische Bildung vor große Herausforderungen. Neben der Frage des Umgangs mit dem Thema Flucht und Migration gibt es auch gravierende Veränderungen in anderen Bereichen, wie etwa der Frage der gesellschaftlichen Teilhabe von behinderten Menschen oder des Umgangs mit der immer weiteren Schere, die zwischen Reichen und Armen klafft. Der Ansatz „Inclusive Citizenship Education“ stellt einen Versuch dar, eine Perspektive für Forschung und Praxis der politischen Bildung zu entwickeln, in der diesen Herausforderungen begegnet werden kann.

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Gute gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen sind entscheidend für eine erfolgreiche Integration

Stefan Ederer, 3. Mai 2016

WIFO, Konjunktur, Prognose, WirtschaftspolitikDie gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Integration von MigrantInnen sind aktuell ungünstig: Die hohe Arbeitslosigkeit mindert die Beschäftigungschancen und erhöht den Druck auf Löhne und Arbeitsbedingungen. Spezifische Maßnahmen im Bildungs- und Arbeitsmarktbereich können nur dann wirken, wenn sie von einer aktiven Wirtschaftspolitik unterstützt werden, die eine Erhöhung des Wohlstands aller in Österreich lebenden Menschen zum Ziel hat. Öffentliche Investitionen in Wohnraum, Energieinfrastruktur, öffentlichen Verkehr und soziale Dienstleistungen würden maßgeblich dazu beitragen. Die Schaffung eines Niedriglohnsektors für MigrantInnen ist für eine erfolgreiche Integration hingegen kontraproduktiv. Weiterlesen

Der stufige Weg zur Barrierefreiheit

Ursula Janesch, 29. Dezember 2015

Foto Kodex_BlogStellen Sie sich vor, Sie wachen eines Morgens auf und verspüren eine unbändige Lust nach einem Croissant. Das Brotfach ist leer und so machen Sie sich voller Vorfreude auf den Weg zur nächsten Bäckerei. Beim Geschäftslokal angekommen macht sich dann die Ernüchterung breit: Zwei hohe Stufen trennen Sie von Ihrem Leckerbissen. Als RollstuhlfahrerIn können Sie die Stufen ohne Rampe unmöglich überwinden. Tränen der Wut steigen in Ihnen auf. Eigentlich wollten Sie einfach nur – wie jede/r andere/r auch – ohne fremde Hilfe ein Croissant kaufen. Der Appetit ist Ihnen nun aufgrund der mangelnden Barrierefreiheit aber vergangen.

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Equal Pay Day 2015: 82 Tage Gratisarbeit

Bettina Csoka, 9. Oktober 2015

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Würden Frauen und Männer pro Jahr gleich viel verdienen, gäbe es also im Durschnitt keinen Unterschied in der Höhe der Frauen und Männern ausbezahlten Bruttolöhne, dann hätten wir „Equal Pay“. Mit Ende des Jahres hätten die Lohnabhängigen, egal ob Frau oder Mann, im Schnitt gleich hohe Beträge am Jahres-Lohnzettel stehen. Der „Equal Pay Day“ wäre der 31.Dezember. Da es aber wesentliche Entgeltdifferenzen zwischen den Geschlechtern gibt, ist dieses Datum bei Vollzeitbeschäftigten 2015 bereits am 11. Oktober erreicht, um gerade mal einen Tag besser als im Vorjahr: mit Beginn dieses Tages müssen die Frauen bis zum Jahresende 82 Tage quasi „gratis“ arbeiten, um auf das Jahres-Einkommen der Männer zu kommen. Bezogen auf den Stundenlohn weist Österreich im internationalen Vergleich das zweithöchste Lohngefälle auf. Weiterlesen

Auf die (Arbeits-)plätze, fertig, los! Behinderteneinstellungsgesetz – quo vadis?

Ursula Janesch, 26. August 2015

Foto Kodex_BlogSeit dem Jahr 2011 ist die Zahl der Arbeitslosen mit einer Behinderung um 66 % gestiegen. Mehr als ein Drittel der Menschen, die zum Kreis der begünstigten Behinderten gehören, sind nicht erwerbstätig. Die Zahlen sind alarmierend und rufen geradezu nach einer Reformierung des Behinderteneinstellungsgesetzes. Doch wie soll die prekäre Arbeitsmarktsituation von Menschen mit Behinderung positiv verändert werden? Im Rahmen einer Enquete der Arbeiterkammer Niederösterreich im Juni 2015 wurden Lösungswege aufgezeigt.

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Frauenbeschäftigung – Zu langsame Fortschritte

Renate Anderl, 13. August 2015

Renate_Anderl„Gläserne Decke“, Einkommensnachteile und Teilzeitbeschäftigung: Dies sind Schlagworte, die viele kennen und die leider bis heute absolut nichts an Aktualität verloren haben. Besonders häufig fallen sie in Verbindung mit Frauenbeschäftigung. Denn Frauen sind in der Arbeitswelt nach wie vor benachteiligt: Obwohl sie in den vergangenen Jahrzehnten im Bildungsbereich massiv aufgeholt haben und heute allgemein qualifizierter sind als Männer, suchen Frauen Chancengleichheit am Arbeitsmarkt meist vergebens. Weiterlesen

Migrantinnen aus der Türkei – 50 Jahre an Versäumnissen

Asiye Sel, 10. August 2015

SEL_Asiye_Foto blog2Fünfzig Jahre sind seit dem Anwerbeabkommen zwischen Österreich und der Türkei vergangen. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen türkischer Herkunft ist vergleichsweise niedrig geblieben, was oft mit kulturellen Faktoren erklärt wird. Tatsächlich sind jedoch politische Versäumnisse dafür in hohem Ausmaß dafür verantwortlich.

Bei Zuwanderinnen aus Ländern wie Afghanistan, Tschetschenien oder auch Syrien, wo Frauen auch heute kaum  Bildungschancen haben, stellen sich die gleichen Probleme. Die politische Herausforderung, diesen Frauen eine Chance auf Arbeitsmarktintegration zu sichern, hat somit nichts an Aktualität verloren. Weiterlesen