Schlagwort-Archive: Bildung

Wie eine Frau die Abendschule erfand und vergessen wurde: Wanda Lanzer im Roten Wien

Barbara Kintaert, Marina Laux, 28. März 2017

Rund 14.500 Erwachsene besuchen in Österreich derzeit die Abendschule. Sie nutzen ihre zweite Chance. Das Nachholen von Bildungsabschlüssen ist mühsam und anstrengend, aber nicht immer gab es diese Möglichkeit. In Österreich verdanken wir sie der Initiative von Wanda Lanzer, einer Pionierin des Roten Wiens. Dennoch ist die Person Wanda Lanzer heute nahezu vergessen. Ihre Geschichte ist eine Geschichte der Vertreibung im Nationalsozialismus, aber auch eine klassische Frauengeschichte in der Sozialdemokratie. Weiterlesen

Bildung im Kontext von Digitalisierung

Trude Hausegger, 23. März 2016

Die mittlerweile vielfältige Literatur zu den Themen Digitalisierung oder Arbeitswelt 4.0 zeichnet ein differenziertes Bild über die zu erwartenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Die hinter diesen Schlagworten liegenden technologischen Veränderungen und die dadurch ermöglichten Produktions- und Geschäftskonzepte erfordern von Beschäftigten neue bzw. auch zusätzliche Kompetenzen. Um welche Kompetenzen es konkret geht, hängt – wie auch bisher – vom Berufsbereich und innerhalb der einzelnen Berufsbereiche von der konkreten Tätigkeit ab. Es lassen sich aber einige durchgängige Anforderungen beschreiben, die in diesem Blogbeitrag aufgegriffen werden. Weiterlesen

Kostenfaktor weiterführende Schulen – eine zusätzliche Barriere für bildungsferne Schichten?

Regina Gottwald-Knoll, Stefan Schober, 17. März 2017

Die im September 2016 veröffentlichte AK-Studie zum Thema Schulkosten zeigt, dass die schulbedingten Ausgaben von Eltern mit zunehmender Schulstufe der Kinder stark steigen. Auch die soziale Zusammensetzung der SchülerInnen verändert sich beim Übergang in weiterführende Schulen deutlich, was nicht zuletzt auch die Ergebnisse des nationalen Bildungsberichts für Österreich 2015 bestätigen. Die nachfolgende Sonderauswertung der Schulkostenerhebung in Niederösterreich 2016 geht den Fragen nach, wie sich der hohe Ausgabensprung zwischen Pflichtschule und weiterführender Schule erklärt und inwiefern der Kostenfaktor beim Besuch einer weiterführenden Schule eine (zusätzliche) Barriere für unterrepräsentierte SchülerInnengruppen in der Sekundarstufe 2 darstellt.

Weiterlesen

Der Zweifel an Fakten und die Krise der Volkswirtschaftslehre

Janina Urban, 16. Februar 2017

Volkswirtschaftslehre, Buch, FGWOb Lohnhöhe, Stellung von Gewerkschaften, Freihandelsabkommen oder die Integration von Geflüchteten – ÖkonomInnen haben auf all diese Fragen Antworten, wie sich Politik und Gesellschaft dazu optimalerweise verhalten könnten. Das Vertrauen in die Wirtschaftswissenschaften ist allerdings spätestens mit der Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008 gründlich erschüttert worden. Denn der Großteil der ÖkonomInnen hatte nicht etwa die tiefste Krise seit der Großen Depression von 1929 vorausgesagt, sondern Jahre der Stabilität und des Wachstums. Die „Krise der Volkswirtschaftslehre (VWL)“ ist damit zum Politikum geworden und fällt aktuell mit der Erosion des Vertrauens in „allgemein anerkannte Wahrheiten“, aber auch faktenbasierte Analysen zusammen. Weiterlesen

Brexit, Bourdieu und Bildung

Franz Fuchs-Weikl, 3. Februar 2017

Nach den Volksentscheiden Brexit, österreichische Bundespräsidentenwahl und amerikanische Präsidentenwahl lohnt sich ein Blick auf die Sozialfeldtheorie nach Pierre Bourdieu: Wie erklärt der Bildungsstand Bruchlinien in der Gesellschaft und was kann Bildungspolitik beitragen, um diese Spaltung zu überwinden?

Weiterlesen

Die Londoner Schulreform – eine Erfolgsgeschichte

Heidi Schrodt, 20. Jänner 2017

Die Londoner Schulen zählten zu den schlechtesten in ganz England. 2003 wurde die Londoner Schulreform – die „London Challenge“ – gestartet. Nach nur fünf Jahren zeigten sich erhebliche Fortschritte.

Weiterlesen

Migration und Geschlecht am Arbeitmarkt: Warum eine gleichstellungspolitische Perspektive wichtig ist

Viktoria Spielmann und Martina Maurer, 22. Dezember 2016

Allzu oft werden Menschen mit „Migrationshintergrund“ oder „Migrant_innen“ homogenisiert, obwohl diese Gruppen in sich sehr heterogen sind: Abhängig vom Herkunftsland, (Aus)Bildung und Alter gibt es unterschiedliche Erfahrungen und Barrieren am Arbeitsmarkt. Neben der Nicht- Unterscheidung zwischen den verschiedenen Gruppen wird die Geschlechterperspektive oft im gesellschafts- und arbeitsmarktpolitischen Diskurs marginalisiert. Dieser Beitrag richtet daher den Blick sowohl auf die Geschlechterdimension als auch auf die Unterscheidung der verschiedenen Gruppen: insbesondere auf Frauen und Männer mit Migrationshintergrund und jene, die in den Vorjahren einen positiven Aufenthaltsstatus erhalten haben. Weiterlesen

Berufsbegleitendes Fachhochschul-Studium in Österreich – Eine kritische Analyse einer Erfolgsgeschichte

Georg Pilz, 23. September 2016

Mit der Etablierung der ersten Fachhochschulen im Jahr 1994 in Österreich wurde der Zugang für berufstätige Menschen zu Ausbildungen im tertiären Bereich erleichtert bzw. erweitert. Die Angebote an speziell auf diese Zielgruppe zugeschnittenen Studiengängen, welche ein Studium neben einer Vollzeitbeschäftigung erlauben, wurden sukzessiv ausgebaut. So erfreulich diese Entwicklung in quantitativer Hinsicht zu beurteilen ist, so muss auch genauer hinterfragt werden, ob die aktuellen Rahmenbedingungen für die Studierenden immer optimal gegeben sind oder ob etwas geändert werden sollte.

Weiterlesen

Hohe Schulkosten belasten die Eltern

Manuela Delapina und Andreas Kastner, 7. September 2016

andikastnerManuela_DelapinaTrotz gesetzlicher Schulgeldfreiheit müssen Wiener Eltern pro Kind bis zu 1.300 Euro an Schulkosten tragen. Die Eltern fühlen sich aufgrund von diversen „versteckten“ Schulkosten finanziell stark belastet; ganz besonders betroffen sind sozial schlechter gestellte Familien. Weiterlesen

Echte Ganztagsschule erspart die Nachhilfe

Ulrike Gollonitsch-Gehmacher, 5. September 2016

Ulrike GollonitschDie Ganztagsschule hat in Österreich leider noch Seltenheitswert. Deswegen müssen viele Eltern abends nach der Arbeit noch schnell mit den Kindern Mathe lernen oder Vokabeln abprüfen. Dass das nicht so sein muss, zeigt die neueste österreichweite AK-Nachhilfeerhebung. Schulkinder in Ganztagsschulen benötigen bedeutend weniger oft die Hilfe der Eltern beim Lernen und bei der Hausübung. Gibt es auch noch regelmäßig Förderunterricht, dann sinkt auch der Nachhilfebedarf markant.

Weiterlesen