Schlagwort-Archive: Bildung

Integration statt Separation. Die Beschulung von Flüchtlingskindern und -jugendlichen

Oliver Gruber, 13. September 2017

„Flüchtlingsklassen, Ausländerklassen, Deutschklassen, Ghetto-Klassen“. Viele Bezeichnungen kursieren in der politischen Debatte um die separate Beschulung von Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen – v.a. seit den Fluchtbewegungen ab 2015. Trotz bestehender Formen separater Beschulung sprechen bildungswissenschaftliche Empfehlungen für rasche (teil-)integrative Beschulungslösungen. Weiterlesen

Weiterbildung ermöglichen – neues Qualifizierungsgeld könnte Chancen eröffnen

Silvia Hofbauer, 11. September 2017

Je besser die Qualifikation, desto geringer ist das Risiko, arbeitslos zu werden. Klappt es mit der Erstausbildung nicht so gut, braucht es eine zweite Chance, um einen Abschluss zu erwerben oder sich entsprechend weiterzubilden. Die derzeitigen Systeme weisen jedoch Lücken auf – es ist Zeit für ein neues Qualifizierungsgeld. Weiterlesen

Dem Strukturwandel mit existenzgesicherten Weiterbildungsmöglichkeiten begegnen

Julia Bock-Schappelwein, Ulrike Famira-Mühlberger und Ulrike Huemer, 4. August 2017

Der Strukturwandel und die zunehmende Bedeutung von Digitalisierung auf dem Arbeitsmarkt erfordern ein leistungsfähiges System der Aus- und Weiterbildung für Erwachsene. Die wesentlichen Instrumente zur Existenzsicherung in Weiterbildungsphasen in Österreich ‑ Bildungskarenz, Bildungsteilzeit, Fachkräftestipendium und Selbsterhalterstipendium ‑ bieten jenen, die insbesondere von dem Strukturwandel und der Digitalisierung betroffen sind, nur unzureichende Unterstützung. Es bedarf daher einer Anpassung der vorhandenen Instrumente der existenzgesicherten Weiterbildung, die insbesondere auf Personen mit geringen und mittleren Qualifikationen fokussiert. Weiterlesen

Berufserfahrung anerkennen: Know-how-Transfer und Qualitätsentwicklung mit ERASMUS+

Franz Fuchs-Weikl, 24. Juli 2017

Berufserfahrung für formale Qualifikationen anzuerkennen, ist ein wichtiger Meilenstein für das lebensbegleitende Lernen und die Beteiligung an Weiterbildung. Der Ansatz ist in Österreich relativ neu. Das Projekt „Du kannst was“ stellt hier eine große Innovation dar. Andere Länder wie Frankreich und die Niederlande verfügen hier über viel mehr Erfahrung, die wir uns zunutze machen können. Weiterlesen

Mit der Lehre auf der Überholspur

Wolfgang Fronek, 18. Juli 2017

Der Beitrag des Programms Lehre mit Matura zur sozialen Durchlässigkeit im Wiener Bildungssystem.

Im internationalen Vergleich erinnert das Ranking zu blockierter Bildungsmobilität an ein Ergebnis im Schifahren: Österreich ist immer vorne dabei! Es zeigt sich deutlich, dass die Bildungsvererbung hierzulande sehr stark ist und durch das Bildungssystem nur in geringem Ausmaß kompensiert werden kann. Umso wichtiger ist es, Möglichkeiten zu schaffen, dem entgegenzuwirken, wenn uns Chancengerechtigkeit im Bildungssystem ein Anliegen ist. Eine Maßnahme dazu ist das Programm Lehre mit Matura (Berufsmatura Wien). Eine 2016 in Wien durchgeführte Evaluierungsstudie zeigt, dass das Programm deutlich zu einer Erhöhung der sozialen Durchlässigkeit und zur positiven Bildungsmobilität beiträgt. Der folgende Beitrag stellt die Berufsmatura Wien vor und fasst die Befunde dieser Studie zusammen. An der Onlinebefragung haben sich 1179 Teilnehmende und 213 AbsolventInnen beteiligt. Weiterlesen

Haltung bewahren: Marie Jahoda als Vorbild

Georg Hubmann, 27. Juni 2017

Marie Jahoda ist ein Vorbild für Sozialwissenschaftler und Sozialwissenschaftlerinnen. Sie war nicht nur Wissenschaftlerin und an der Erforschung von Fakten alleine interessiert, sondern richtete ihren Fokus immer auch auf die Betroffenen und deren reale Probleme. Diese Einstellung zur Arbeit als Wissenschaftlerin ist im heutigen Wissenschaftsbetrieb selten geworden. Unter dem Titel „Lebensgeschichtliche Protokolle der arbeitenden Klassen 1850–1930“ erscheint demnächst im Studienverlag ihre Dissertation aus dem Jahr 1932 mit einer umfangreichen Würdigung von Marie Jahoda und ihrer Arbeit. Weiterlesen

Bildung als Schlüssel für „Industrie 4.0“?

Ilse Leidl-Krapfenbauer, 2. Mai 2017

Bildung und der sich verändernde Qualifikationsbedarf sind zentrale Themen in der Digitalisierungsdiskussion, an denen man derzeit nicht vorbeikommt. Und das nicht zu Unrecht: Denn digitale Kompetenzen und Bildung werden  eine wichtige Voraussetzung für die individuellen Teilhabemöglichkeiten von jedem von uns in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt sein. Doch damit auch alle gleichberechtigt die für die (Arbeits-)welt von heute und morgen benötigten Fertigkeiten erlangen können, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. Weiterlesen

Wie eine Frau die Abendschule erfand und vergessen wurde: Wanda Lanzer im Roten Wien

Barbara Kintaert, Marina Laux, 28. März 2017

Rund 14.500 Erwachsene besuchen in Österreich derzeit die Abendschule. Sie nutzen ihre zweite Chance. Das Nachholen von Bildungsabschlüssen ist mühsam und anstrengend, aber nicht immer gab es diese Möglichkeit. In Österreich verdanken wir sie der Initiative von Wanda Lanzer, einer Pionierin des Roten Wiens. Dennoch ist die Person Wanda Lanzer heute nahezu vergessen. Ihre Geschichte ist eine Geschichte der Vertreibung im Nationalsozialismus, aber auch eine klassische Frauengeschichte in der Sozialdemokratie. Weiterlesen

Bildung im Kontext von Digitalisierung

Trude Hausegger, 23. März 2016

Die mittlerweile vielfältige Literatur zu den Themen Digitalisierung oder Arbeitswelt 4.0 zeichnet ein differenziertes Bild über die zu erwartenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Die hinter diesen Schlagworten liegenden technologischen Veränderungen und die dadurch ermöglichten Produktions- und Geschäftskonzepte erfordern von Beschäftigten neue bzw. auch zusätzliche Kompetenzen. Um welche Kompetenzen es konkret geht, hängt – wie auch bisher – vom Berufsbereich und innerhalb der einzelnen Berufsbereiche von der konkreten Tätigkeit ab. Es lassen sich aber einige durchgängige Anforderungen beschreiben, die in diesem Blogbeitrag aufgegriffen werden. Weiterlesen

Kostenfaktor weiterführende Schulen – eine zusätzliche Barriere für bildungsferne Schichten?

Regina Gottwald-Knoll, Stefan Schober, 17. März 2017

Die im September 2016 veröffentlichte AK-Studie zum Thema Schulkosten zeigt, dass die schulbedingten Ausgaben von Eltern mit zunehmender Schulstufe der Kinder stark steigen. Auch die soziale Zusammensetzung der SchülerInnen verändert sich beim Übergang in weiterführende Schulen deutlich, was nicht zuletzt auch die Ergebnisse des nationalen Bildungsberichts für Österreich 2015 bestätigen. Die nachfolgende Sonderauswertung der Schulkostenerhebung in Niederösterreich 2016 geht den Fragen nach, wie sich der hohe Ausgabensprung zwischen Pflichtschule und weiterführender Schule erklärt und inwiefern der Kostenfaktor beim Besuch einer weiterführenden Schule eine (zusätzliche) Barriere für unterrepräsentierte SchülerInnengruppen in der Sekundarstufe 2 darstellt.

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