Schlagwort-Archive: Aufsichtsrat

Endstation Mittleres Management – mit der Frauenquote ans Ziel

Sonja Spitzer, 24. Februar 2017

„Frauen sind nicht fürs Führen gemacht. Es fehlt ihnen an Qualifikation und Erfahrung. Im Grunde wollen sie gar nicht. Und überhaupt: Es ist wirklich schwierig, gute Frauen für Führungspositionen zu finden.“ Erklärt das die Männerquote von 92,8 % in den österreichischen Geschäftsführungen? Nein. Was Frauenkarrieren wirklich bremst, sind Arbeitspraktiken und Berufslaufbahnen, die auf veraltete Geschlechterrollen ausgerichtet sind. Männerfreundliche Strukturen sorgen dafür, dass die weibliche Repräsentanz mit jeder Sprosse der Karriereleiter abnimmt – der Weg nach oben führt für Frauen durch eine „Leaky Pipeline“. Weiterlesen

Beschäftigte als EigentümerInnen: Mitarbeiterkapitalbeteiligung als Instrument der Mitbestimmung?

Simon Schumich, 29. November 2016

Simon_SchumichDie Mitarbeiterkapitalbeteiligung erlebte zu Beginn der 2000er Jahre einen markanten Aufschwung. Seit der Finanzmarktkrise ist es jedoch wegen Kursverluste, Delistings und einer geringeren Anzahl von Unternehmenskäufen ruhiger um die Frage der Mitarbeiterbeteiligung geworden. In Österreich sind derzeit etwa sechs Prozent der Beschäftigten an ihren Unternehmen (z.B. Voestalpine, Flughafen Wien, AMAG) beteiligt. Gegenwärtig entdecken weitere Leitbetriebe die Kapitalbeteiligung für sich. Hintergrund ist dabei, die ArbeitnehmerInnen als stabile Kernaktionäre – etwa über Stiftungsmodelle – zu verankern und so eine Art „Firewall“ gegen unerwünschte Übernahmen zu bauen. Weiterlesen

Zertifikate Handel statt Frauenquote – ein skurriler Vorschlag

Silvia Angelo, 19. Oktober 2015

Silvia_AngeloWeil die EU Kommission kolportierterweise kurz davor steht, den Mitgliedstaaten eine Frauenquote von 40% für ihre Aufsichtsräte zu verordnen, kommen ökonomische Theoretiker auf die  Idee, einen Zertifikatehandel zu diesem Thema einzuführen. In Analogie zu den „Verschmutzungszertifikaten“ beim CO2. Die Ökonomen, die sich diesen skurrilen Lösungsvorschlag ausgedacht haben, haben offenkundig das Problem nicht verstanden . Weiterlesen

Frauenquote auf österreichisch

Sonja Spitzer, 6. März 2015

SonjaSpitzerDie öffentliche Diskussion um eine gesetzliche Frauenquote für den Aufsichtsrat dreht sich im Kreis, sie hantelt sich von einer Ausflucht zur nächsten: Fordert man eine verpflichtende Quote, heißt es, man müsse eigentlich viel früher ansetzen und Mädchen für Karrieren als Managerinnen begeistern. Und kaum wird dieses Thema angeschnitten, ist von mangelnden weiblichen Rollenvorbildern die Rede. You can’t be, what you can’t see! Also doch bei der Frauenquote beginnen, um Einkommen, Macht und Teilhabe gerecht auf die Geschlechter aufzuteilen? Weiterlesen

Die Privatstiftung in Diskussion – Anforderungen an Governance und Transparenz

Helmut Gahleitner & Heinz Leitsmüller, 18. Februar 2015

leitsmuellerHelmut_Gahleitner_100x100Daten und Informationen über das österreichische Stiftungswesen sind Mangelware. Gesichert sind lediglich Informationen über die Entwicklung von Gründungen und Löschungen von Stiftungen. Laut Stiftungsverband sind aktuell 3.247 Stiftungen registriert, die Anzahl ist seit 2012 rückläufig. Der Rückgang der Stiftungsgründungen ist einerseits auf eine Marktsättigung zurückzuführen – die meisten in Frage kommenden heimischen Unternehmen und Vermögen wurden mittlerweile in Stiftungen eingebracht. Andererseits dürfte auch die sukzessive Rücknahme der steuerlichen Privilegierung der Stiftung in den letzten Jahren – etwa durch die Anhebung des Zwischensteuersatzes von 12,5% auf 25% im Jahr 2011 – eine relevante Rolle spielen. Weiterlesen

Vorstandsvergütung – eine (An-)Reizfrage

Christina Wieser, 5. September 2014

Christina Wieser Ganz schön derb kann es werden, wenn die AK das Gagen-Ranking der österreichischen Wirtschaftskapitäne veröffentlicht. „Die Sau durchs Dorf treiben“ nennt es Immofinanz-Vorstand Eduard Zehetner in der heutigen Printversion des Magazins Format. Der Ökonom Thomas Piketty hält dem entgegen, dass die exorbitant steigenden Managergehälter den Trend zur Aristokratisierung des Kapitalismus verstärken. Es stimmt einfach nicht, dass die Leistung mit den Managergehältern wächst. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Manager, der eine Million Dollar und einem, der zehn Millionen Dollar verdient, so Piketty. Die angesprochenen Neo-Aristokraten in Österreich, die Bosse der ATX-Konzerne, geben sich jedenfalls bedeckt bis beleidigt, wenn es um die eigenen Einkommen geht. Dabei sind Transparenz und Benchmarking Grundprinzipien der Börse. Und im Übrigen landen österreichische Manager im europäischen Einkommensvergleich sowieso im unteren Drittel, wie die Industriellenvereinigung erklärt. Also, alles halb so schlimm? Weiterlesen

Im Reich der Männer

Christina Wieser, 06.März 2014

Full size imageMit einer informellen Männerquote von fast 90 Prozent in den Aufsichtsräten gerät Österreich im internationalen Ranking immer mehr unter Druck. Jetzt muss die Regierung rasch handeln und per Gesetz für mehr Frauen an der Spitze der Unternehmen sorgen… Weiterlesen

Schweiz: Keine gesetzliche 1:12-Bremse für Spitzengehälter

Christina Wieser, 25. November 2013

Thumbnail imageEin unbegrenztes Managergehalt ist und bleibt „Spirit of Ecstasy“ am Rolls Royce der wirtschaftsliberalen Gesellschaft. Dem verlockenden Paradigma der unternehmerischen Freiheit folgend hat die Schweiz der 1:12-Inititative für gerechte Löhne eine klare Absage erteilt. Eine deutliche Mehrheit von rund zwei Drittel (65,3 Prozent) hat gestern den Vorstoß – wonach künftig per Gesetz der höchste Lohn mit dem Zwölffachen des niedrigsten Lohns im selben Unternehmen zu begrenzen ist – abgelehnt. Unterstützten die SchweizerInnen das Referendum zur Abzocker-Initiative im März noch mit 67,9 Prozent, so griff die Forderung der JungsozialistInnen nach einer gesetzlichen Begrenzung der Lohnspanne in den Unternehmen offenbar zu weit. In der Parolenschlacht hat die Angst vor dem „Lohndiktat des Staates“ gegen die Anstrengung für „Mehr Lohngerechtigkeit“ gesiegt…

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Banker-Boni: ja! Dividenden: ja! Aber Bankensteuer: nein?

Christina Wieser, 26. Juni 2013

Thumbnail image„Wir sind Raiffeisen!“: Dieser Werbeslogan trifft heute so richtig ins Schwarze – versammeln sich doch die AktionärInnen der Raiffeisen Bank International AG (RBI) im Austria Center Wien. Ganz oben auf der Agenda steht der Beschluss der Dividendenzahlungen für das Jahr 2013 im Ausmaß von 228 Mio. Euro. Das ist eine Steigerung von 1,05 auf 1,17 Euro (+11,4%) pro Aktie, obwohl der Konzernjahresüberschuss signifikant um ein Viertel auf 725 Mio. Euro zurückgegangen ist. Über das Anheben der Dividende werden sich die AktionärInnen bestimmt freuen, weniger Grund zum Jubeln gibt es da schon über die schlechte Presse durch den jüngsten Gehalts- und Steuerskandal des (mittlerweile zurückgetretenen) langjährigen Vorstandsvorsitzenden Herbert Stepic. Die schiere (sic!) Höhe des Stepic-Bonus hat nämlich sogar den eigenen Aufsichtsratsvorsitzenden Walter Rothensteiner überrascht, paradox hat er doch als Aufsichtsrat den Vorstandsvertrag und damit die Bonifikation mittels Aktienoptionsprogramm mitbeschlossen… Weiterlesen

Droht Managern der Bonus-Blues?

Christina Wieser, 19. März 2013

Unwiderstehliche Willkommenspakete, überzeugende Bleibeboni und Thumbnail image
der goldene Fallschirm zum Abschied: Für jeden Anlass, die richtige Prämie – die Vorstände freut es. Angetrieben von bizarren Bonuszahlungen sind die Top-Managergehälter in Österreich innerhalb von zehn Jahren vom 20-fachen auf das 48-fache eines Durchschnittsgehalts hochgeschnellt: Ein ATX-Vorstand erhält im Schnitt im Jahr 2011 1,3 Millionen Euro. Angesichts des immer stärkeren Auseinanderdriftens der Lohn- und Gehaltsstruktur in den Unternehmen sind aktuell bereits 82 Prozent der österreichischen Bevölkerung dafür, Gehaltsgrenzen für Spitzenmanager einzuziehen. In der Schweiz gibt es dazu nicht nur Meinungsumfragen sondern bereits einen klaren Volksentscheid. Und auf europäischer Ebene wird aktuell um eine Begrenzung für Banker-Boni gerungen. Weiterlesen