Schlagwort-Archive: Arbeit&Wirtschaft

Die Pensionsreformen wirken – und belasten den Arbeitsmarkt

Sepp Zuckerstätter, 13. Februar 2017

Lohnpolitik, Arbeitsmarkt, PensionsreformenMänner und Frauen in Österreich arbeiten bereits deutlich länger als noch vor 6 Jahren. Die Pensionsreformen wirken und erhöhen das Arbeitsangebot im Vergleich zu 2010 um rund 128.000 Personen, allein aufgrund gestiegener Erwerbsquoten der 55-65 jährigen. Auch wenn es keinen 1:1 Zusammenhang gibt, so trug die Pensionsreform auch mit zum Anstieg von Arbeitslosen und SchulungsteilnehmerInnen um 100.000 Personen bei. Weiterlesen

Sozialbericht 2016: Reichtum, Armut und der Sozialstaat

Marc Pointecker, 1. Februar 2017

Sozialbericht, Sozialministerium, Arbeitsmarkt, VerteilungÖsterreich ist ein reiches Land. Die Pro-Kopf Einkommen sind höher als jemals zuvor in der Geschichte Österreichs und beträchtliche private Vermögen wurden seit Jahrzehnten kontinuierlich aufgebaut. Das darf jedoch nicht den Blick darauf verstellen, dass die Einkommen und Einkommenschancen sehr ungleich und die Vermögen extrem ungleich verteilt sind. Heute erscheint der Sozialbericht. Er enthält 8 Studien, die ein umfassendes Bild insbesondere zu Verteilungsfragen und Lebensbedingungen in Österreich geben.

Weiterlesen

Ausrichtung der europäischen Wirtschaftspolitik: Anker oder Mühlstein für mehr Wohlstand?

Edith Kitzmantel, 19. Jänner 2017

Ausrichtung der europäischen Wirtschaftspolitik, Fiskalrat, BudgetDas Regelwerk der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) ist wesentlich von der Sorge der wirtschaftlich stärkeren Mitgliedstaaten (MS) geprägt, von ökonomischen Problemen anderer Teilnehmer belastet zu werden. Die daraus resultierende Fokussierung auf einzelstaatliche „Disziplin“ hatte eine restriktive Grundausrichtung der europäischen Wirtschaftspolitik zur Folge. Während sich diese Ausrichtung im Wachstumsumfeld des ersten Jahrzehnts bewährt hat, hat sie seit Ausbruch der Finanzkrise die wirtschaftliche Erholung nachhaltig behindert und zur politischen Polarisierung beigetragen. Ein Ausbrechen aus diesem Korsett ist daher dringend erforderlich. Mögliche Ansätze sind die Einrichtung oder Ausweitung gemeinsamer konjunkturstützender Instrumente oder die Schaffung von Spielräumen für entsprechende Maßnahmen auf Ebene der Mitgliedsstaaten. Weiterlesen

Solidarischer Wohlstand und Lebensqualität als gesellschaftspolitische Aufgabe

Markus Griesser und Ulrich Brand, 12. Jänner 2016

Politikwissenschaft, internationale Politik, Wohlstand, gutes Leben, Umwelt, GovernanceWohlstandIn unserem vorherigen Beitrag haben wir argumentiert, dass es seit einigen Jahren zwar eine intensive internationale Debatte darüber gibt, warum das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kein angemessener Indikator für Wohlstand und Lebensqualität ist. Zugleich sind diese Diskussion und die damit verbundenen Vorschläge bislang jedoch kaum in politischen und medialen Öffentlichkeiten angekommen. In unserem Forschungsprojekt wurden Hindernisse und Möglichkeiten einer besseren Verankerung wohlstandsorientierter Wirtschaftspolitik auf der Basis von ExpertInneninterviews untersucht und im Rahmen von Workshops in der AK Wien zur Diskussion gestellt. Weiterlesen

Warum Geld umverteilen allein keinen Systemwandel ermöglicht – das Beispiel Brasilien

Andreas Novy, 4. Jänner 2017

Grundeinkommen, sozial-ökologische Transformation, BrasilienDie brasilianischen Sozialstaatsreformen der letzten Jahre zeigen die Grenzen einer Politik der Umverteilung von Geld: Zwar kann Hunger und extreme Armut bekämpft und der Massenkonsum der Armen gefördert werden, aber ein Kultur- und Systemwandel ist ohne neue Institutionen und Infrastrukturen nicht zu verwirklichen. Weiterlesen

Reformperspektiven des mitteleuropäischen Wohlfahrtsmodells

Alois Guger, 27. Dezember 2016

Reform des mitteleuropäischen Wohlfahrtsmodells, Sozialstaat, VerteilungDie Sozialsysteme in den kontinentaleuropäischen Ländern, die Esping-Andersen 1990 als ‚korporatistische‘ oder ‚konservative Wohlfahrtsstaaten‘ bezeichnete, sind funktional auf die klassische Industriegesellschaft und das ‚male-bread-winner model‘ abgestimmt. Soziale Absicherung basiert in diesem Wohlfahrtsmodell stark auf Erwerb und Status sowie auf stabilen Arbeits- und Partnerbeziehungen. Um dem raschen technologischen Wandel und der Globalisierung gerecht zu werden, bedarf es einer Gleichstellung der Geschlechter und einer sozialen Investitionsstrategie. Weiterlesen

Typisch Mann? Geschlechtsbezogene berufliche Segregation

Michael Mesch, 15. Dezember 2016

Michael Mesch, Lohnpolitik, Automatisierung, Beschäftigung, Wirtschaftsgeschichtem, Keynesianismus, BerufsstrukturGeschlechtsbezogene berufliche Segregation bedeutet, dass bestimmte Branchen, Berufe, betriebliche Funktionen (zB leitende Funktionen) und Tätigkeiten von Frauen bzw. Männern dominiert werden. Sie hat eine ungleiche Verteilung von Erwerbs-, Berufs-, Einkommens– und Lebenschancen für Frauen und Männer zur Folge. Der Abbau dieser besonderen Form der Arbeitsmarktsegregation ist eines der Ziele der Gleichstellungspolitik. Weiterlesen

Gutes Leben für alle – eine brauchbare Utopie?

Alexandra Strickner, 14. Dezember 2016

gutes Leben, ATTACWas fasziniert an dieser scheinbar allgemeinen, aber sehr konkreten Utopie? Beim „guten Leben für ALLE“ gilt es Gerechtigkeit und Gleichheit sowie notwendige und mögliche Wege in Richtung sozial-ökologischer Transformation ins Zentrum der Diskussion zu rücken. Eine zentrale Frage dabei ist: Welche Institutionen und Infrastrukturen braucht es, damit alle Menschen ein gutes Leben führen können? Welche müssen ausgebaut, welche um- oder auch rückgebaut werden? Weiterlesen

Was Grundeinkommen und sozialökologische Infrastruktur (nicht) leisten können

Christof Lammer, 13. Dezember 2016

GrundeinkommenAndreas Novy behauptete auf diesem Blog, dass der Ausbau sozialökologischer Infrastruktur die progressive Alternative zum Bedingungslosen Grundeinkommen sei. Doch geht es hier tatsächlich um ein klares Entweder-oder? Um dieser Frage nachzugehen, soll hier reflektiert werden, was von den Forderungen nach Grundeinkommen und sozialökologischer Infrastruktur erwartet wird, was sie leisten können, was nicht, und inwiefern sie sich ergänzen. Wird das Grundeinkommen, wie von Novy, verkürzt als „Konsumgeld“ dargestellt, dann wird ein entscheidender Punkt übergangen: die Relativierung der Lohnabhängigkeit durch das Grundeinkommen. Außerdem gibt es gute Gründe anzunehmen, dass das Grundeinkommen komplementär zur von Novy vorgeschlagenen Infrastruktur zum sozialökologischen Umbau beitragen kann. Weiterlesen

Solidarischer Wohlstand und Lebensqualität: Andere Wirtschaftspolitik benötigt ausgeweitetes Indikatorensystem

Ulrich Brand und Markus Griesser, 7. Dezember 2016

WohlstandPolitikwissenschaft, internationale Politik, Wohlstand, gutes Leben, Umwelt, GovernanceMit der Krise ab 2007 wurde die einseitige Orientierung der Wirtschaftspolitik am Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verstärkt infrage gestellt. Erfahrungen der sozialen Spaltung, zunehmende Arbeitsverdichtung und die ökologische Fragwürdigkeit vieler Produkte – dies und vieles andere mehr wurde breiter diskutiert. Daraus erwuchsen Forderungen nach einer stärker auf Wohlstand ausgerichteten Politik, die den einseitigen Fokus auf Wachstum überwinden möchte. Dieser Neuorientierung stehen jedoch Hindernisse im Weg, die wir für Österreich in den Bereichen Wissenschaft, Politik und öffentlicher Diskurs genauer zu verorten versuchen.

Weiterlesen