Schlagwort-Archive: Arbeitsbedingungen

Das Buurtzorg-Modell: Ein neues Paradigma für die Organisation von Arbeit

Heidemarie Staflinger, Kai Leichsenring, 31. März 2017

Die österreichische Diskussion um Innovationen im Bereich der Langzeitpflege war im letzten Jahr wesentlich geprägt durch die Auseinandersetzung mit Buurtzorg (Betreuung und Pflege in der Nachbarschaft) – jener Organisation, die in den Niederlanden das System der Hauskrankenpflege revolutioniert hat. Buurtzorg ist dabei mehr als die Nutzung von Tablet und Co in der mobilen Pflege. Vielmehr integriert das Modell Aspekte einer neuen (Arbeits-)Organisation, die in der aktuellen Debatte zu „Arbeit 4.0“ wenig diskutiert werden. Als positive Aspekte sind dabei die Ganzheitlichkeit der (Pflege)aufgabe, die Stärkung der Teams und ein neues Führungsverständnis (Führungskraft als Coach) zu nennen. Diskutiert werden muss aber auch, wie durch die starke Selbststeuerung der autonomen Teams einer Selbstausbeutung und Entgrenzung der Beschäftigten entgegnet werden kann. Deutlich wird, dass gerade in diesem Modell die Aus- und Weiterbildung eine starke Rolle spielt. Dazu gibt es bewusst unverplante Zeiten, die für innovatives Denken verwendet werden – ein Novum im immer dichter werdenden Pflegealltag in Österreich. Weiterlesen

Gesunde Vollzeit – das neue arbeitszeitpolitische Leitbild

Martin Griesbacher, 24. März 2017

Die Diskussion über die Ausweitung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeitgrenzen und des Durchrechnungszeitraums macht deutlich, dass es nicht nur um die reine Verlängerung von Arbeitszeit geht. Wesentlich ist nämlich auch, inwieweit die Beschäftigten Einfluss auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit haben. Um Gesundheit und gesellschaftliche Verträglichkeit der Erwerbsarbeitszeiten mit Flexibilisierungstendenzen in Einklang zu bringen, braucht es ein neues arbeitszeitpolitisches Leitbild: die gesunde Vollzeit. Weiterlesen

Talwanderung oder Gipfelsturm? Mehrfachbelastungen und Perspektiven in der Arbeitswelt

Georg Michenthaler, Silvia Feuchtl, 02. März 2017

Angesichts der aktuellen Entwicklungen am Arbeitsmarkt und rund um Diskussionen zur zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung unserer (Arbeits)welt erscheint es uns wichtig, den Fokus auch auf den Status-Quo der ArbeitnehmerInnenlandschaft mit ihren unterschiedlichen Facetten und Ausprägungen zu richten. Wie steht es aktuell um das Arbeitsumfeld und die Arbeitsbedingungen in unserem Land? Der vorliegende Beitrag fokussiert auf ArbeitnehmerInnengruppen, die in mehrfacher Weise von Belastungen und Beanspruchungen in der Arbeitswelt betroffen sind. Weiterlesen

Unsichere Jobs beeinflussen Arbeitsqualität und Gesundheit

Patricia Mayrhofer, 6. Dezember 2016 

foto_patricia_neuDie Arbeitswelt ist im Wandel – atypische und unsichere Beschäftigungsformen sind mittlerweile durchaus üblich. Mit derartigen Beschäftigungsverhältnissen geht meist eine große Unsicherheit einher: Wer nicht weiß, ob der befristete Vertrag verlängert wird, fühlt sich oft als Arbeitnehmer/-in zweiter Klasse und kann die persönliche Zukunft kaum planen. Nicht nur die drohende Arbeitslosigkeit, auch die Ungewissheit nach Umstrukturierungsprozessen ist eine große Belastung für die Betroffenen. Die Sorge um den Arbeitsplatz wirkt sich nicht nur negativ auf die Arbeitsqualität aus, sondern führt auch zu erheblichen psychischen und körperlichen Belastungen. Weiterlesen

Soziale Benachteiligung macht krank

Domenica Vorderwinkler, 18. November 2016

foto_vorderwinklerneuDass Gesundheit nicht nur von biochemischen und physikalischen Prozessen des Körpers beeinflusst wird, ist schon lange bekannt. Vielmehr ist Gesundheit neben biologischen Faktoren auch abhängig von der persönlichen Lebensweise, dem Vorhandensein sozialer Beziehungen und den Lebens- und Arbeitsbedingungen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich soziale Benachteiligung negativ auf den Gesundheitsstatus auswirken kann. Ein besonders wichtiger Indikator für soziale Ungleichheit im Zusammenhang mit Krankheit ist die Bildung, aber auch das Einkommen und die berufliche Position beeinflussen sowohl das Gesundheitsverhalten als auch die effektiven Gesundheitsverhältnisse maßgeblich.

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Personalschlüssel in der Altenpflege: Trägeraufgabe oder öffentlicher Auftrag?!

Alexander Gratzer & Heidemarie Staflinger, 29. Juli 2016

StaflNEUGratzer A_NEUIn der Altenpflege herrscht Personalmangel – das zeigen aktuelle Studien und Aussagen vieler Beschäftigten und ExpertInnen. Genauer gesagt: es gibt Handlungsbedarf bei den Mindestpflegepersonal- schlüsseln in den österreichischen Alten- und Pflegeheimen. Welche gesetzlichen Entwicklungen es auf Bundesländerebene gibt, beschreibt das Beispiel aus der Steiermark. Die derzeitige Diskussion zur Notwendigkeit von gesetzlichen Vorgaben wird ergänzt um Chancen und Grenzen der Berechnung des Pflegepersonalbedarfs auf Trägerebene.  Weiterlesen

Mindestpersonalschlüssel in der Pflege: Utopie oder Wirklichkeit

Heidemarie Staflinger, Alexander Gratzer,  20. Juli 2016

Gratzer A_NEUStaflNEUBeschäftigte in den österreichischen Alten- und Pflegeheimen klagen, dass die Arbeit immer dichter wird und ständig neue oft pflegeferne Aufgaben dazu kommen. Es bleibt – so Schilderungen – immer weniger Zeit für die Bewohner/-innen. Grund dafür: Personalausstattungen, die teils seit über 20 Jahren nicht verändert wurden und oft als Höchstschlüssel ausgelegt werden. Der Beitrag gibt Einblicke in aktuelle Entwicklungen und zeigt Handlungsfelder anhand einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer Oberösterreich.

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Buurtzorg – Vom Pilotprojekt zum größten Non-Profit-Unternehmen in der mobilen Pflege

Gerlinde Hauer, 12. April 2016 

Gerlinde blogHöhere Qualität in der Pflege, bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten und dabei wirtschaftlicher arbeiten? Klingt absurd, aber die Non-Profit-Organisation Buurtzorg hat es geschafft. Sie hat sich durch die überzeugende Umsetzung eines ganzheitlichen Pflegeansatzes mit hohen Qualitätsstandards  in knapp zehn Jahren zum größten Anbieter mobiler Pflege in den  Niederlanden entwickelt. Kern der Organisation sind weitgehend selbstverantwortliche Pflegekräfte-Teams, die mithilfe nachbarschaftlicher informeller und formeller Netzwerke die KlientInnen bestmöglich versorgen. Die damit ermöglichte einfache, kosteneffiziente Verwaltung führt zu mehr Geld- und damit Zeitressourcen für die eigentliche Pflegearbeit.

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Was ist gute Pflege? Das sagen die Beschäftigten

Caroline Krammer, 24. März 2016

krammer_carolineEs ist nicht neu, dass Österreichs Pflegelandschaft vor großen Herausforderungen steht. Zumeist wird dabei das Augenmerk auf Kosten und Finanzierbarkeit gelegt, doch ebenso zentral ist die Frage der Qualität. Denn es geht eben nicht nur um billige, sondern vor allem auch um gute Pflege. Dabei ist allerdings keineswegs klar, was genau „gute Pflege“ ist. Eine neue Studie befasst sich mit dieser Frage aus der Perspektive von Menschen, die zentral für die Qualität in der Pflege sind: die dort Beschäftigten.

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Gesundheitsschutz geschlechtergerecht gestalten

Dagmar Andree, 22. Jänner 2016

Dagmar AndreeDie Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz ist eine gute Gelegenheit, mehr Geschlechtergerechtigkeit bei den Arbeitsbedingungen zu schaffen. Auf den ersten Blick objektiv-neutrale Vorgehensweisen müssen durchleuchtet werden. Es muss gelingen, Stereotypen und Machtverhältnisse aufzuzeigen und zu hinterfragen. Dann können auch Maßnahmen gesetzt werden, die vor allem Frauen nachhaltig vor Fehlbelastungen und somit vor psychischen Erkrankungen schützen.

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