Schlagwort-Archive: Aktive Arbeitsmarktpolitik

Erwerbsarmut in Österreich und Deutschland – Hartz IV ist kein Vorbild

Daniel Seikel, 4. September 2017

Die deutschen Arbeitsmarktreformen der 2000er-Jahre sind zu einem Exportschlager geworden. Viele BeobachterInnen sehen in den sogenannten Hartz-Reformen den Grund für die gute wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Seit Deutschland, im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern, die Wirtschaftskrise bemerkenswert schnell überwunden und in eine positive Entwicklung überführt hat, gilt das deutsche Modell als Vorbild – auch für Österreich. Von einer Nachahmung des deutschen Reformweges ist aber nicht zuletzt aus sozialpolitischer Perspektive abzuraten. Weiterlesen

Hartz IV für Österreich: Finger weg von der Notstandshilfe, Herr Finanzminister!

Christine Stelzer-Orthofer, 31. August 2017

Ende Mai gab es Schlagzeilen zu einer möglichen Abschaffung der Notstandshilfe und die Aufregung war groß: Nur über Umwege hat eine vom Finanzministerium beauftragte Studie zur „Simulation der Umlegung der Hartz-IV-Reform auf Österreich“ die Öffentlichkeit erreicht. Im Rahmen dieser Studie wurde geprüft, wie sich die Übernahme des deutschen Modells, das de facto eine Aussteuerung aus der Arbeitslosenversicherung nach einem Jahr vorsieht, in Österreich auswirken würde. Der politische Vorstoß dazu ist nicht ganz neu; immer häufiger wird in Österreich von jenen, die mehr der freien als der sozialen Marktwirtschaft anhängen, die Abschaffung der Notstandshilfe gefordert. Weiterlesen

Vorschlag für ein magisches Vieleck der aktiven Arbeitsmarktpolitik

Jürgen Figerl, Rudolf Moser, Dennis Tamesberger, 29. März 2017

Angesichts der Rekordarbeitslosigkeit (siehe z. B. im Blog Marterbauer, Tamesberger) herrscht eine widersprüchliche Diskussion über die Arbeitsmarktpolitik vor. Zum einem wird die Arbeitsmarktpolitik für immer mehr Herausforderungen als Lösungsstrategie herangezogen. Zum anderen wird ihre Wirksamkeit infrage gestellt. Hintergrund ist das Fehlen von klaren Maßstäben bzw. Vorstellungen darüber, was Arbeitsmarktpolitik leisten soll und kann. In einem aktuellen Artikel bieten wir eine humane und ökonomisch vernünftige Orientierung auf Basis eines erweiterten Zielkanons an. Weiterlesen

Aktuelle Brennpunkte auf dem Arbeitsmarkt: Beschäftigungswachstum, Gesundheit, Bildung und Gleichstellung

Ilse Leidl-Krapfenbauer, 26. Februar 2016

leidl100x100Was tut sich auf dem Arbeitsmarkt? Wie entwickeln sich Beschäftigung und Arbeitslosigkeit? Eine aktuelle Arbeitsmarktanalyse der Arbeiterkammer Wien analysiert und kommentiert die wesentlichen Entwicklungen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt im zweiten Halbjahr 2015. Und es tut sich viel: ein (zu geringes) Beschäftigungswachstum, die schwierige Arbeitsmarktsituation von gesundheitlich beeinträchtigten Personen, die Segmentierung der Arbeitslosigkeit nach Bildungsabschlüssen und last but not least die (Un-)Gleichstellung von Frauen. Weiterlesen

Aktive Arbeitsmarktpolitik und Investitionen in das Bildungssystem schaffen Chancengleichheit

Christina Koblbauer, 30. Juni 2015

Koblbauer neuIm siebten Jahr der Finanz- und Wirtschaftskrise bleibt die Arbeitslosigkeit generell, aber im speziellen die Jugendarbeitslosigkeit die zentrale Herausforderung der Gesellschaft. Eine aktuelle Studie schätzt für die einzelnen Bundesländer in Österreich das Problemausmaß an Jugendlichen, die weder in Beschäftigung, in Ausbildung noch in Schulung (NEET) sind und zeigt Handlungsoptionen auf.

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Sind Lohnsubventionen für Unternehmen an ihren Grenzen angelangt?

Silvia Hofbauer & Ilse Leidl-Krapfenbauer, 19. Dezember 2014

Ilse_Leidl-KrapfenbauerSilvia_HofbauerJeden Monat gibt es neue Hiobsbotschaften vom Arbeitsmarkt betreffend der Situation arbeitsloser Personen ab 50. Ihre Arbeitsmarktlage ist schwierig, viele finden schlichtweg aufgrund des Alters keine neue Beschäftigung. Kommen noch gesundheitliche Beeinträchtigungen dazu, sind die Menschen besonders von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Politik hat zu Beginn dieses Jahres zusätzliche finanzielle Mittel für die Integration von Personen ab 50 reserviert, die überwiegend Unternehmen zu Gute kommen. Doch: die Mittel werden bei Weitem nicht abgeholt. Weiterlesen

Arbeitsmarkt im Fokus – Auskommen mit dem Einkommen während der Arbeitslosigkeit?

Ilse Leidl-Krapfenbauer, 27. August 2014

Ilse Leidl-KrapfenbauerWas tut sich auf dem Arbeitsmarkt? Wie entwickeln sich Beschäftigung und Arbeitslosigkeit? Die Arbeitsmarktanalyse „Arbeitsmarkt im Fokus“  der Arbeiterkammer Wien analysiert und kommentiert die wesentlichen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt im ersten Halbjahr 2014. Der Fokus der Analyse liegt in dieser Ausgabe auf dem Thema der Existenzsicherung während der Arbeitslosigkeit und zeigt, dass mehr Menschen länger arbeitslos sind und dass diese auch sehr oft mit zunehmenden finanziellen Problemen zu kämpfen haben. Weiterlesen

Der Arbeitsmarkt im Fokus

Ilse Leidl, 28. Februar 2014

Die Lage auf dem österreichischen Arbeitsmarkt ist sehr angespannt. Eine neue Ausgabe der AK-Analyse „Arbeitsmarkt im Fokus“ zeigt dabei einige Probleme auf, die Handlungsbedarf erzeugen: die Beschäftigung wächst überwiegend in Teilzeit, Arbeitslosigkeit ist längst kein Randphänomen mehr und die Zahl der Notstandshilfe-BezieherInnen steigt. Was am Arbeitsmarkt los ist und wo die wichtigsten Ansatzpunkte liegen. Weiterlesen

Wird Arbeitslosigkeit in Österreich richtig gemessen?

Johannes Schweighofer, 2. Oktober 2013

Die Antwort auf diese Frage fällt naturgemäß unterschiedlich aus, je nachdem ob sie praktisch, politisch oder philosophisch interpretiert wird. Verglichen mit anderen wirtschaftspolitischen Kennzahlen wie „Wettbewerbsfähigkeit“ oder „Lebensqualität“ ist die Arbeitslosenquote aber jedenfalls eine recht zuverlässigen Messgröße. – Sie gibt einen verlässlichen Eindruck über die Lage am Arbeitsmarkt wieder. Dies gilt sowohl bei der Betrachtung über längere Zeiträume als auch im Vergleich von verschiedenen Ländern – etwa im OECD-Raum. Das gilt für Österreich, aber auch für andere Länder. Behauptungen wie „250.000 Arbeitslose fehlen in der Statistik“, die von „Agenda Austria“ vier Tage vor der Wahl produziert wurden, sprechen damit eigentlich für sich, wie im nachfolgend klar werden wird.

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