Archiv der Kategorie: Arbeitsmarktpolitik

Europäische Dienstleistungskarte als neues Instrument für Scheinselbständige

Frank Ey, 9. Juni 2017

Mit der Einführung einer Europäischen Dienstleistungskarte soll die Erbringung grenzüberschreitender Dienstleistungen laut Europäischer Kommission maßgeblich erleichtert werden. KonsumentInnen, Arbeitssuchende und Unternehmen würden davon profitieren. Eine Analyse des Legislativtextes zeigt jedoch: Das Vorhaben könnte vor allem Scheinselbständigkeit und unredliche Wirtschaftstreibende fördern. ArbeitnehmerInnenorganisationen laufen dagegen bereits Sturm. Weiterlesen

10 Euro sind das Mindeste!

Bettina Csoka, 7. Juni 2017

1.700 Euro im Monat oder 10 Euro in der Stunde sind das Mindeste für eine würdige Entlohnung. Hunderttausende würden von einer Mindestlohnanhebung profitieren. Im internationalen Vergleich ist Österreichs Niedriglohnausmaß bei den Männern unterdurchschnittlich, bei den Frauen aber überdurchschnittlich. Weiterlesen

Wiedereingliederungsteilzeit – grosser Wurf oder kleiner Schritt?

Roland Spreitzer, 26. April 2017

Mit 1. Juli 2017 tritt das Wiedereingliederungsteilzeitgesetz in Kraft. Ziel ist es, die Reintegration von Langzeiterkrankten zu unterstützen und einen längeren Verbleib im Erwerbsleben zu gewährleisten. Während sich durch die Regelung Chancen für Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber/-innen ergeben, tragen die Kosten ausschließlich die Beschäftigten. Ein umfassender Kündigungsschutz bei Krankheit, nach deutschem Vorbild, wurde verabsäumt. Weiterlesen

Veränderung der Arbeitsmarktsituation seit Beginn der Krise trifft Qualifikationsstufen sehr unterschiedlich

Michael Mesch, 24. April 2017

Michael Mesch, Lohnpolitik, Automatisierung, Beschäftigung, Wirtschaftsgeschichtem, Keynesianismus, Berufsstruktur, GewerkschaftenIn Österreich haben sich die Arbeitsmarktsituation und damit die Erwerbschancen seit Beginn der Wirtschaftskrise, trotz durchaus erfolgreicher Krisenintervention der Sozialpartner (Stichwort Kurzarbeit), verschlechtert. Gründe dafür sind die schwere Rezession, die viel zu restriktive Ausrichtung der EU-Wirtschaftspolitik und die starken Zuwächse des Arbeitskräfteangebots. Dabei unterscheiden sich die Arbeitsmarktlagen und deren Veränderungen je nach Qualifikationsstufe der Erwerbstätigen. Die größte Beeinträchtigung ihrer Erwerbschancen haben die Geringqualifizierten erfahren. Von der Einführung eines allgemeinen kollektivvertraglichen Mindestlohns von 8,7 Euro je Stunde würden freilich nicht nur Hilfsarbeitskräfte, sondern auch erhebliche Anteile mittel qualifizierter Angestellter und ArbeiterInnen unmittelbar profitieren. Weiterlesen

Arbeiten weit weg von Zuhause? Anforderungen an eine überregionale Vermittlung

Silvia Hofbauer, 18. April 2017

Die Wintersaison geht mit dem Osterwochenende zu Ende. Somit ist dann auch die Diskussion über die Vermittlung von arbeitsuchenden OstösterreicherInnen in den Westen des Landes eingeschlafen. Zu Beginn der Sommersaison, spätestens aber mit dem ersten Schneefall im Herbst wird die Diskussion wieder die Gemüter erhitzen. Daher ist jetzt eine gute Zeit, das Thema sachlich von verschiedenen Seiten zu betrachten. Schließlich ist überregionale Vermittlung nicht nur ein Tourismusthema. Weiterlesen

Unsere Arbeit. Unsere Zeit.

Bettina Csoka, Reinhard Haider, Manuela Hiesmair, 13. April 2017

Arbeitszeit ist Lebenszeit. Sie wirkt sich nicht nur auf Einkommen, Gesundheit und Wohlbefinden jeder/jedes einzelnen Arbeitenden aus, sondern beeinflusst auch die Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstands und die Arbeitslosigkeit. Das Ziel einer kurzen Vollzeit – als Gegenpol zur aktuell diskutierten Ausdehnung von Arbeitszeiten – muss wieder stärker in den Vordergrund rücken. Weiterlesen

„Wann kommt die grosse Pensionsreform?“, ist die falsche Frage.

Wolfgang Panhölzl, 11. April 2017

Das war eine Aufregung im Herbst 2013 bei den Koalitionsverhandlungen. Ein „Pensionsloch“ von 8,7 Mrd. € habe sich aufgetan, sagten die ÖVP-Verhandler und forderten, dass jetzt die große Pensionsreform kommen müsse. (A&W-Blog Erik Türk) Und obwohl erst im Jahr 2012 weitreichende Reformen beschlossen wurden, die noch nicht einmal Zeit zum Atmen hatten, wurden im Regierungsprogramm noch ehrgeizigere Ziele festgelegt. Jetzt – in der Abendröte der Koalition – hat das Tauziehen um die Zielerreichung längst begonnen und die Frage nach der „großen Pensionsreform“ scheint aktuell wie eh und je. Höchste Zeit also zu fragen, was haben all die Reformen gebracht und was wurde aus dem 8,7 Mrd.-Loch? Weiterlesen

Das Zynische am inszenierten Streit über das Pensionsantrittsalter

Wolfgang Panhölzl, 7. April 2017

Die Pensionsreformen der letzten Jahre greifen, die Finanzierung steht so gut da wie lange nicht und in Deutschland boomt das „Modell Österreich“ gar als Referenzsystem.

Das sind sehr gute Nachrichten, aber anstatt diese positive Entwicklung zur Kenntnis zu nehmen, versuchen ein paar unbeirrte „apokalyptische Reiter“ weiterhin unser Pensionssystem schlechtzureden. Der Bundeszuschuss zu den Pensionen gibt als Reizthema so gut wie nichts mehr her, denn hier ist die tatsächliche Entwicklung gleich um Milliarden (und das ist nicht einmal übertrieben) besser als noch die Prognosen von vor 2 Jahren. Jetzt reitet man auf dem Pensionsantrittsalter herum. Worum geht es nun bei diesem inszenierten Streit über das Antrittsalter und warum ist die Argumentation letztlich zutiefst destruktiv und zynisch? Weiterlesen

Vorschlag für ein magisches Vieleck der aktiven Arbeitsmarktpolitik

Jürgen Figerl, Rudolf Moser, Dennis Tamesberger, 29. März 2017

Angesichts der Rekordarbeitslosigkeit (siehe z. B. im Blog Marterbauer, Tamesberger) herrscht eine widersprüchliche Diskussion über die Arbeitsmarktpolitik vor. Zum einem wird die Arbeitsmarktpolitik für immer mehr Herausforderungen als Lösungsstrategie herangezogen. Zum anderen wird ihre Wirksamkeit infrage gestellt. Hintergrund ist das Fehlen von klaren Maßstäben bzw. Vorstellungen darüber, was Arbeitsmarktpolitik leisten soll und kann. In einem aktuellen Artikel bieten wir eine humane und ökonomisch vernünftige Orientierung auf Basis eines erweiterten Zielkanons an. Weiterlesen

Bildung im Kontext von Digitalisierung

Trude Hausegger, 23. März 2016

Die mittlerweile vielfältige Literatur zu den Themen Digitalisierung oder Arbeitswelt 4.0 zeichnet ein differenziertes Bild über die zu erwartenden Veränderungen in der Arbeitswelt. Die hinter diesen Schlagworten liegenden technologischen Veränderungen und die dadurch ermöglichten Produktions- und Geschäftskonzepte erfordern von Beschäftigten neue bzw. auch zusätzliche Kompetenzen. Um welche Kompetenzen es konkret geht, hängt – wie auch bisher – vom Berufsbereich und innerhalb der einzelnen Berufsbereiche von der konkreten Tätigkeit ab. Es lassen sich aber einige durchgängige Anforderungen beschreiben, die in diesem Blogbeitrag aufgegriffen werden. Weiterlesen