Archiv der Kategorie: Arbeitsmarkt

Hält längeres Arbeitslosengeld Arbeitslose vom Job ab?

Rainer Eppel, Marian Fink, Helmut Mahringer, 10. März 2017

Die Möglichkeit länger Arbeitslosengeld zu beziehen muss keineswegs dazu führen, dass Arbeitslose länger für die Suche und den Antritt eines neuen Jobs brauchen. Wie eine aktuelle Studie des WIFO zeigt, geht – unter den gegebenen institutionellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Österreich – ein längerer Anspruch mit einer moderat längeren Arbeitslosigkeit einher. Dies allerdings nicht wegen verzögerter Beschäftigungsaufnahmen, sondern weil Arbeitslose, die sich ansonsten aus dem Arbeitsmarkt zurückziehen würden, länger beim AMS registriert bleiben. Mehr Druck durch häufigere Sanktionen lässt ebenso wenig raschere Abgänge in Beschäftigung erwarten wie ein kürzeres Arbeitslosengeld.  Weiterlesen

„Schadensminderungspflichten“ in der Arbeitslosenversicherung: Auch für Arbeitgeber notwendig

Gernot Mitter, 9. März 2017

„Die traurige Wahrheit ist aber, dass, wenn man keine Wahl hat, man nehmen muss, was man bekommt. Fast egal welche Zugeständnisse man machen muss, man sitzt auf dem kürzeren Ast“. Mit diesem Zitat wird das Ergebnis einer Umfrage zu den Erfahrungen von ArbeitnehmerInnen bei der Arbeitssuche sehr gut zusammengefasst. Diese Befragung wurde von der AK Wien im Herbst 2016 unter anderem über ihre Facebook-Seite durchgeführt. Auch wenn sie den Anspruch auf Repräsentativität nicht erheben kann: Sie zeichnet ein recht drastisches Sittenbild eines Arbeitsmarktes mit einem Überangebot an Arbeitsuchenden. Und zeigt: Auch Unternehmen müssen verpflichtet werden, Arbeitslosigkeit so gering wie möglich zu halten. Weiterlesen

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Ein Tabu, über das gesprochen werden muss

Viktoria Spielmann, 8. März 2017

Sexuelle Belästigung und Übergriffe am Arbeitsplatz sind ein Thema, über das nicht gerne geredet wird. Aber es passiert.

„[…] Dann ist der Chef der Marketingabteilung nicht von meiner Seite gewichen, hat mir eindeutige Angebote gemacht, „gehen wir aufs Klo“ und so. Und dann hat er mir noch seinen Freund, den DJ vorgestellt, da ist dann ein Dreier angeboten worden.“

„Das passiert ja nicht nur am Arbeitsplatz, es passiert überall.“

Der internationale Frauenkampftag am 8. März bietet eine gute Gelegenheit über ein Tabu zu sprechen, das viele Frauen oft täglich am Arbeitsplatz betrifft und im sozialpolitischen Diskurs trotzdem marginalisiert wird.

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Starke Industrieproduktion, Rückgang der Arbeitslosigkeit

Markus Marterbauer, 7. März 2017

Marterbauer, Konjunktur, Experte, Wirtschaftspolitik, IndustrieproduktionDie Industrieproduktion hat sich gegen Jahresende 2016 markant verstärkt. Damit tritt die seit zwei Jahren anhaltende matte Konjunkturerholung in eine neue Phase ein. Konsumnachfrage der privaten Haushalte und Ausrüstungsinvestitionen ziehen an. Vieles deutet darauf hin, dass das reale Wirtschaftswachstum 2017 über 2% liegen wird. Davon profitiert auch der Arbeitsmarkt: Die Beschäftigung wächst derzeit um etwa 60.000 und 2017 dürfte die Zahl der Arbeitslosen – entgegen den Prognosen – spürbar zurückgehen. Weiterlesen

Endstation Mittleres Management – mit der Frauenquote ans Ziel

Sonja Spitzer, 24. Februar 2017

„Frauen sind nicht fürs Führen gemacht. Es fehlt ihnen an Qualifikation und Erfahrung. Im Grunde wollen sie gar nicht. Und überhaupt: Es ist wirklich schwierig, gute Frauen für Führungspositionen zu finden.“ Erklärt das die Männerquote von 92,8 % in den österreichischen Geschäftsführungen? Nein. Was Frauenkarrieren wirklich bremst, sind Arbeitspraktiken und Berufslaufbahnen, die auf veraltete Geschlechterrollen ausgerichtet sind. Männerfreundliche Strukturen sorgen dafür, dass die weibliche Repräsentanz mit jeder Sprosse der Karriereleiter abnimmt – der Weg nach oben führt für Frauen durch eine „Leaky Pipeline“. Weiterlesen

Bietet der 2. Arbeitsmarkt für Arbeitslose eine soziale Perspektive?

Angelika Hava, 10. Februar 2017

Vor dem Hintergrund der historisch hohen Arbeitslosenzahlen und aktuellen Prognosen, die von einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit ausgehen, wird die Bedeutung des sogenannten 2. Arbeitsmarktes weiter steigen. Das Potenzial von Sozialökonomischen Betrieben (SÖB) und Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten (GBP) wird hierbei in der arbeitsmarktpolitischen Diskussion in den Mittelpunkt gestellt.

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Schichtarbeit bis zur Pension – geht das?

Anna Arlinghaus und Roland Spreitzer, 9. Februar 2016

Die österreichische Erwerbsbevölkerung wird älter, was Betroffene und Betriebe durchaus vor große Herausforderungen stellt. Dies gilt insbesondere dann, wenn Beschäftigte belastenden Arbeitsbedingungen wie etwa Schichtarbeit ausgesetzt sind. Auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen ist allerdings eine alternsgerechte Gestaltung von Schichtarbeit möglich. Weiterlesen

Entwicklung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung in Wien

Judith Wiesinger und Ursula Ganal, 7. Februar 2017

Seit ihrer Einführung im Jahr 2010 hat sich die Zahl der BezieherInnen der Bedarfsorientierten Mindestsicherung (BMS) in Wien erhöht, ebenso das dafür verwendete Budgetvolumen. Um die zentralen Einflussfaktoren für diese Veränderungen zu identifizieren, beauftragte die Magistratsabteilung 24 der Stadt Wien das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) mit der Erstellung einer Studie. Die Betrachtung exogener und endogener Faktoren zeigte, dass die Inanspruchnahme der BMS stark abhängig von vorgelagerten Systemen, vor allem des Arbeitsmarktes, ist.

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Familienpolitik mit Handbremse

Sybille Pirklbauer, 31. Jänner 2017

Die österreichische Familienpolitik ist bisweilen seltsam unentschlossen. Ob Betreuung von Kinder oder auch pflegebedürftigen Erwachsenen eine private oder staatliche Aufgabe ist, da scheint sich der österreichische Staat nicht ganz entscheiden zu können. Zwar gab es in den letzten Jahren einige wichtige Schritte in Richtung Modernisierung – aber das Tempo entspricht einer Fahrt mit angezogener Handbremse.

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Wirtschaftliche Stagnation und ihre Überwindung

Markus Marterbauer, 20. Jänner 2017

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikSeit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 stagniert die Wirtschaftsleistung in Österreich und der Eurozone. Wirtschaftswissenschafter von Paul Krugman über Richard Koo bis Larry Summers bieten aktuell wesentliche Einsichten zu den Ursachen der säkularen Stagnation (Zustand ohne wirtschaftliches Wachstum). Aber auch historisch hat die Ökonomie – allen voran der Österreicher Josef Steindl – viel Erhellendes beizutragen. Die Lösungsvorschläge liegen auf der Hand: Ein Impuls durch öffentliche Investitionen, die Priorisierung der Realwirtschaft gegenüber der Finanzwirtschaft, Umverteilung zu den konsumfreudigen unteren Einkommensgruppen, technologische und soziale Innovationen, aber auch eine Debatte um die Ziele des Wirtschaftens. Weiterlesen