Archiv der Kategorie: Allgemein

Die deutschen Überschüsse in der Leistungsbilanz: Hohe Wettbewerbsfähigkeit oder zu schwache Nachfrage?

Fabian Lindner, 6. März 2017

IMK, Leistungsbilanz, Wirtschaftspolitik, Makroökonomie, VWLSchon lange streiten sich ÖkonomInnen über die Bestimmungsgründe der deutschen Handels- und Leistungsbilanz-Überschüsse. 2016 verzeichnete Deutschland einen Überschuss von 8,5 % des BIP, also weit entfernt vom Ziel einer ausgeglichenen Leistungsbilanz oder auch der entsprechenden EU-Vorgabe (max. 6 %). Weil die Deutschen Überschüsse verzeichnen, haben viele andere Länder – etwa die USA – Defizite. Und die finanzieren sie mit neuen Schulden. Deswegen haben nicht nur der neue US-Präsident Donald Trump, sondern auch schon die Obama-Regierung vor ihm die deutschen Überschüsse scharf kritisiert. Aber wie sind die Überschüsse entstanden? Und wie lassen sie sich wieder abbauen? Weiterlesen

PPP: Pushing Private Profits

Leonhard Plank, 3. März 2017

PPP, Infrastruktur, TU, Investitionen, PrivatisierungPublic-Private-Partnerships (PPP, zu Deutsch auch öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP)) passen gut in unser neoliberales Zeitalter. Sie betonen die zentrale Rolle der privaten kapitalistischen Unternehmung und die Vorteilhaftigkeit einer Partnerschaft zwischen solchen Unternehmen und dem öffentlichen Sektor. Hinter dieser rosigen „Win-Win“-Rhetorik verstecken sich jedoch viele Nachteile, die sich aus diesen äußerst komplexen, langfristigen vertraglichen Vereinbarung ergeben. Anstelle Budgets zu entlasten, stellen sie häufig ein finanzielles Stabilitäts- und öffentliches Kontrollrisiko dar. Die zweifellos notwendigen Investitionen können in der Regel altbewährt besser öffentlich finanziert werden. Weiterlesen

Talwanderung oder Gipfelsturm? Mehrfachbelastungen und Perspektiven in der Arbeitswelt

Georg Michenthaler, Silvia Feuchtl, 02. März 2017

Angesichts der aktuellen Entwicklungen am Arbeitsmarkt und rund um Diskussionen zur zunehmenden Automatisierung und Digitalisierung unserer (Arbeits)welt erscheint es uns wichtig, den Fokus auch auf den Status-Quo der ArbeitnehmerInnenlandschaft mit ihren unterschiedlichen Facetten und Ausprägungen zu richten. Wie steht es aktuell um das Arbeitsumfeld und die Arbeitsbedingungen in unserem Land? Der vorliegende Beitrag fokussiert auf ArbeitnehmerInnengruppen, die in mehrfacher Weise von Belastungen und Beanspruchungen in der Arbeitswelt betroffen sind. Weiterlesen

Nobel, Nobel – der Ökonomie-Nobelpreis 2016

Sepp Zuckerstätter, 1. März 2017

Lohnpolitik, Arbeitsmarkt, Pensionsreformen, Nobelpreis, VolkswirtschaftDie Träger des Nobelpreis 2016 Oliver Hart und Bengt Holmström sind zwei Namen, die sich zumindest ÖkonomInnen merken sollten. Vom Problem der ManagerInnen, die die EigentümerInnen abzocken, über die Frage, wer die Gewinne bekommen soll, bis zur Erklärung, warum es keineswegs immer gut ist, Prämien für gemessene Erfolge zu vergeben, haben ihre Erkenntnisse einen breiten praktischen Anwendungsbereich. Hier gibt’s nur eine paar Appetithappen – für das Große Menü kann die Seite der Nobelpreis-Stiftung empfohlen werden. Weiterlesen

Ist eine österreichische Konjunkturpolitik trotz Globalisierung noch möglich?

Oliver Picek, 28. Februar 2017

Konjunkturpolitik, Fiskalpolitik, WU, USADie Wirtschafts- bzw. Konjunkturpolitik der Republik Österreich war traditionell stark auf Beschäftigungssicherung ausgelegt und Vollbeschäftigung das erklärte Ziel der Sozialpartner. Trotzdessen findet sich die Republik seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise in einer Situation mit höchst beunruhigenden Arbeitslosenzahlen wieder. Nur konsequent wäre es daher, ein relativ großes Konjunkturpaket zur Steigerung der Beschäftigung zu planen und durchzuführen. Weiterlesen

Konfliktmineralien – Der steinige Weg zu höherer Rechenschaftspflicht im Rohstoffsektor

Karin Küblböck und Hannes Grohs, 27. Februar 2017

Ein Smartphone enthält bis zu 50 verschiedene Metalle. Ihr Abbau erfolgt nur allzu oft unter sehr problematischen sozialen und ökologischen Bedingungen. Nun soll die EU-Verordnung zu Konfliktmineralien nach jahrelanger Diskussion im März 2017 endlich in Kraft treten. Obwohl lückenhaft, stellt sie einen Schritt nach vorne dar. Zu befürchten ist allerdings, dass die neue Trump-Regierung die erzielten Fortschritte wieder rückgängig macht. Das bliebe auch für die EU nicht ohne Konsequenzen. Eine aktuelle Studie beschäftigt sich mit der Wirksamkeit aktueller Regulierungsinitiativen und leitet Empfehlungen für die Umsetzung dieser EU-Verordnung ab. Sie wird am 21. März in Wien präsentiert und mit verschiedenen AkteurInnen diskutiert. Weiterlesen

Crowdwork – Alte Spielregeln für die neue Arbeitswelt?

Johannes Warter, 23. Februar 2017

Crowdwork ist in aller Munde. Aber UberfahrerInnen als ArbeitnehmerInnen, Clickworker als HeimarbeiterInnen?! Viele Menschen übernehmen ungeprüft die Selbstbeschreibungen der PlattformenbetreiberInnen, die sich selbst als VermittlerInnen und die Arbeitenden als Selbstständige bezeichnen. Langsam lichtet sich jedoch der rechtliche Nebel um die neuen Arbeitsformen in der internet- und plattformbasierten Arbeitswelt und es zeigt sich: Auch die neue Arbeitswelt muss sich an „alte“ Spielregeln halten.

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Wirtschaft neu denken – Blinde Flecken der Lehrbuchökonomie: Wir verlosen 3 Ausgaben

Teilnehmen per mail und ein Exemplar gewinnen, 5. März 2017

„Es ist mir egal, wer die Gesetze einer Nation schreibt – solange ich ihre Volkswirtschafts-Lehrbücher schreiben kann“ – dieser Satz von Wirtschaftsnobelpreisträger Paul A. Samuelson ist symptomatisch für das Selbstverständnis vieler ÖkonomInnen. Die volkswirtschaftliche Theorie ist nicht nur extrem einflussreich, sondern erhebt zugleich einen Allgemeingültigkeitsanspruch. Umso bedauerlicher ist die einseitige Ausrichtung in Lehre der Ökonomie. Weiterlesen

Arbeitszeitflexibilisierung: Zukunftsvision oder Rückschritt?

Charlotte Reiff, 20. Februar 2017

Blockzeiten, 12-Stunden-Tag, Digitalisierung und Kinderbetreuung: Arbeitszeitflexibilisierung wurde in den letzten Wochen in den Medien und auch auf Twitter und Facebook laufend diskutiert. Doch die vorgebrachten Argumente sind vielfach nicht sachlich und zielen bewusst darauf ab, Arbeitszeitflexibilität mit Modernität und Zukunft zu verknüpfen. Ist Arbeitszeitflexibilisierung die Voraussetzung für neue Arbeitswelten und Digitalisierung? Plädoyer für eine Diskussion abseits von Phrasen. Weiterlesen

Ungleichheit und Rechtspopulismus in den USA und Europa: The elephant in the room

Oliver Gruber, Miriam Rehm, 20. Februar 2017

Ein Elefant steht unausgesprochen im Raum des aktuellen politischen Diskurses: Bei Trump und den Rechts-PopulistInnen in Westeuropa stehen deren Rhetorik gegen „die Eliten“ und für „unsere Leute“ im Widerspruch zu ihren wirtschaftspolitischen Handlungen. Wegen gefühlter wie realer Ungleichheit und Abstiegsgefahr versammeln sich immer breitere Teile der Mittelschicht und der Einkommensschwächeren in ihrem Lager. Dabei untergräbt die politische Praxis von Trump und des westeuropäischen Rechts-Populismus jedoch gezielt die ökonomische und soziale Sicherheit just dieser Bevölkerungsgruppen. Schritte wie die Einschränkung der Mindestsicherung, eine Pensions- und Lohnkürzungspolitik bis hin zur Schwächung des Arbeitnehmerschutzes sowie Angriffen auf die Gewerkschaften verschärfen die Ungleichheit, die Branko Milanovic in seinem neuen Buch eindrucksvoll dokumentiert. Statt Attacken auf das konstruierte „Andere“ braucht es mehr Solidarität innerhalb der ArbeiterInnenschaft. Weiterlesen