Archiv des Autors: Reinhold Russinger

Reinhold Russinger

Über Reinhold Russinger

Mitarbeiter in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien

Weniger arbeiten – mehr „gutes Leben“

Reinhold Russinger, 23. Dezember 2015

ReinholdAlljährlich – so gegen Jahresende – erscheint der von Statistik Austria (STAT) erarbeitete Bericht „Wie geht’s Österreich?, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Konsum, dessen Wachstum grundsätzlich positiv gesehen wird. Ob es sich beim Konsum um eine Wohlfahrtssteigerung handelt, hängt jedoch nicht zuletzt von der Produktionsweise der Konsumgüter und -dienstleistungen ab. Leider gehen diese qualitativen Momente derzeit (noch) ebenso wenig in die Wohlfahrtsmessung ein wie der „Konsum“ von (Frei-)Zeit. Die Frage von Ludwig Erhard aus dem Jahr 1957, „ob es noch immer nützlich und richtig ist, mehr Güter, mehr materiellen Wohlstand zu erzeugen, oder ob es nicht sinnvoll ist, unter Verzichtsleistung auf diesen ‘Fortschritt‘ mehr Freizeit, mehr Besinnung, mehr Muße und mehr Erholung zu gewinnen“, ist verstärkt zu diskutieren. Weiterlesen

Wer ist schuld an der höheren Inflation in Österreich? Gebühren? Ein Faktencheck

Reinhold Russinger, 24. Februar 2015

ReinholdDie Inflationsrate für das Jahr 2014 betrug – nach Eurostat-Berechnungen – für Österreich 1,5%, jene für Deutschland 0,8%. Im Euroraum stiegen die Preise nur um moderate 0,4%. Obwohl auch in Österreich das europäische Inflationsziel von 2% unterschritten wurde, sorgte die im EU-Vergleich höhere Inflation für eine Debatte über die Gründe dieses „nationalen Aufschlages“. Einmal mehr wurden höhere Gebühren ausgemacht. Betrachtet man jedoch den Anstieg der direkt administrierten Preise, so zeigt sich im Vergleich zu Deutschland kein Unterschied: In beiden Ländern war ein Anstieg von 2,5% zu verzeichnen. Weiterlesen

Die schwindende Kaufkraft

Reinhold Russinger, 4. Februar 2014

ReinholdJedes Jahr im Jänner wird von Statistik Austria die jährliche durchschnittliche Inflationsrate des Vorjahres veröffentlicht. 2013 haben sich die Preise der im Warenkorb befindlichen Güter und Dienstleistungen gegenüber 2012 demnach um durchschnittlich 2,0 % erhöht – um fast 0,4 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Geht man zeitlich noch weiter zurück, so findet man weitaus höhere Werte,  z. B. eine Inflationsrate von 8,5 % im Jahr 1975. Auch wenn man mit dem Preisniveauanstieg 2013 durchaus zufrieden sein kann, sollte man die zT weit höheren Preissteigerungen einzelner Indexpositionen nicht aus den Augen verlieren; sie sind wirtschafts- und sozialpolitisch äußert unerwünscht. Prominentes Beispiel: der permanente Anstieg des Mietaufwandes. Wirtschaftspolitische Problemlösungsansätze stellen massives Forcieren von Bauinvestitionen bzw. eine Steuerreform dar. Weiterlesen

Ein Gespenst geht um – das Gespenst der Inflation

Reinhold Russinger, 4. Juli 2013

ReinholdSeit geraumer Zeit – genauer: seit Beginn der Krise – werden manche WirtschaftswissenschafterInnen und PolitikerInnen nicht Müde, vor der unmittelbar bevorstehenden (Hyper-)Inflation zu warnen. Ob nun eine Hyperinflation bevorsteht oder nicht, kann natürlich nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden. Aber einerseits kann festgehalten werden, dass der Preisanstieg gerade in den letzten Monaten sehr gering war, und es in einigen europäischen Krisenländern sogar in Richtung Deflation geht. Andererseits kann man eines: die Inflationswirkung einiger Preissteigerungen seriös berechnen. Weiterlesen