Archiv des Autors: Mevlüt Kücükyasar

Mevlüt Kücükyasar

Über Mevlüt Kücükyasar

Referent in der Abteilung Arbeitsmarkt und Integration der AK Wien

Ein-Euro-Jobs heben die Beschäftigungschancen nicht

Mevlüt Kücükyasar, 24. August 2016

MevlütZuletzt waren im Juli 2016 knapp 400.000 Menschen in Österreich arbeitslos gemeldet. Nicht weil sie einen verlängerten Urlaub im Sommer machen oder gar „Geld fürs nichts tun erhalten wollen“, wie manche Politiker phantasieren. Vielmehr sind sie aufgrund des niedrigen Wirtschaftswachstums, der nicht ausreicht, um den anhaltend starken Zustrom auf dem Arbeitsmarkt zu bewältigen, ohne Arbeit. Die Pensionsreform, der starke Zuzug ausländischer Arbeitskräfte aus den EU-Ländern  sowie der Arbeitsmarktzugang von Asylberechtigten verschärfen die Situation weiters. Derzeit kursieren Vorschläge, wie die Einführung von Ein-Euro-Jobs, deren arbeitsmarktpolitische Auswirkungen hinterfragt werden müssen. Weiterlesen

Migration damals und heute: Was hat sich geändert?

Mevlüt Kücükyasar, 15. März 2016

Thumbnail imageAufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs Mitte der 1950er und des damit einhergehenden Bedarfs an Arbeitskräften schloss Österreich mit mehreren Ländern Anwerbeabkommen ab. Die dann als GastarbeiterInnen bezeichneten Arbeitskräfte wurden im provisorischen Arbeitsamt für „GastarbeiterInnen“ am Ostbahnhof empfangen und oft schon am nächsten Tag als HilfsarbeiterInnen in der Produktion, auf der Baustelle oder in der Landwirtschaft eingesetzt. Vor 50 Jahren hat das noch reibungslos funktioniert. Nun haben sich die Zeiten aber geändert: Sowohl die Situation auf dem Arbeitsmarkt als auch die Struktur der MigrantInnen, die ist heterogener als noch vor 50 Jahren.

Weiterlesen

PISA 2012 bestätigt bekannte Probleme des österreichischen Schulsystems

Mevlüt Kücükyasar und Petra Völkerer, 29. Jänner 2014

Foto_Petra_100x100mevlütVor wenigen Tagen wurde der Österreichische Filmpreis verliehen. Der große Gewinner des Abends, der Film „Deine Schönheit ist nichts wert“ von Hüseyin Tabak, ein Drama um kurdisch-stämmige MigrantInnen, zeigt dabei sehr eindringlich, wo die Hürden für Menschen mit Migrationshintergrund im österreichischen Bildungssystem liegen, und nimmt dabei die PISA Ergebnisse ein Stück weit voraus: Vier wesentliche Benachteiligungsformen des österreichischen Schulsystems zeigen sich zum wiederholten Male bei der Pisa-Studie 2012. Sozioökonomisch benachteiligter Haushalt, bildungsferne Eltern und Migrationshintergrund beeinflussen die Leistungen der SchülerInnen negativ. Ein weiterer deutlicher Unterschied zeigt sich entlang der Kategorie Geschlecht, wo Mädchen in Lesen und Burschen in Mathematik besser abschneiden. Welche empirischen Befunde liegen uns vor und wie soll die Bildungspolitik auf die Ergebnisse reagieren? 

Weiterlesen

Doppelt Benachteiligt: die Situation von MigrantInnen in Österreichs Schulen

Mevlüt Kücükyasar, 31. Juli 2013

Thumbnail imageDass das österreichische Bildungssystem in höchstem Masse selektiv ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Bildung ist hierzulande ein Erbgut und wird von den Eltern an die Kinder weitergegeben. Der Weg der Kinder ist durch das Bildungsniveau der Eltern vorgezeichnet. Obwohl in Österreich insgesamt ein Anstieg des Bildungsniveaus zu beobachten ist, ändert diese Tatsache nichts daran, dass der sozioökonomische Hintergrund der Familie der wichtigste Faktor zur Erklärung von Bildungsunterschieden ist. Neben dem sozioökonomischen Hintergrund der Familie lässt sich etwas mehr als die Hälfe der Leistungsunterschiede der Kinder im Schulsystem mit dem Migrationshintergrund der Eltern erklären.

Weiterlesen

Ganztagsschule: Potenziale durch Chancengerechtigkeit nutzen

Mevlüt Kücükyasar, 26. April 2013

Thumbnail imageIn Österreich wird die Diskussion über die Ganztagsschule seit Jahrzehnten ideologisch geprägt und parteipolitisch ausgenutzt. Kaum bezieht man Position, wird man in eine Ecke gedrängt und ein sachlicher, ernsthafter und konstruktiver Meinungsaustausch ist nicht mehr möglich. Obwohl internationale Vergleichsstudien wie PISA, PIRLS und TIMSS den Erfolg der Ganztagsschule belegen, werden diese empirischen Erfahrungen kaum zur Kenntnis genommen. Dabei war die Ganztagsschule bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts eine traditionelle Schulform in Österreich[1]. Die Einführung des Halbtagsunterrichts ist vielmehr auf den Einsatz von Kinderarbeit in der Landwirtschaft und den fehlenden räumlichen Kapazitäten der Schulen zurückzuführen, als auf pädagogische Gründe.

Weiterlesen

Mehrsprachigkeit wertschätzen, fördern und honorieren!

Mevlüt Kücükyasar, 11. März 2013

Thumbnail imageDass Sprachkenntnisse eine wichtige Kompetenz auf dem Arbeitsmarkt sind, mag ja mittlerweile niemand mehr bezweifeln. Sprachkompetenzen dürfen aber nicht auf Deutschkenntnisse reduziert werden, weil das Beherrschen weiterer Sprachen ebenso wichtig ist. Häufig werden Menschen mit Migrationserfahrung in erster Linie an ihren Deutschkenntnissen gemessen, wobei ihre weiteren sprachlichen Kompetenzen wenig beachtet werden. Tatsache ist aber, dass es für Unternehmen mit MitarbeiterInnen ohne Fremdsprachenkenntnisse kaum möglich ist, auf den internationalen Märkten Fuß zu fassen. Weiterlesen