Archiv des Autors: Markus Marterbauer

Markus Marterbauer

Über Markus Marterbauer

Leiter der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien, Vizepräsident des Fiskalrates und Universitätslektor.

Schweden und Österreich: Ein Vergleich an der Spitze der EU

Markus Marterbauer, 27. Juli 2016

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikSchweden und Österreich gehören heute zu den wirtschaftlich stärksten Ländern der Welt. Bei der Wirtschaftsleistung pro Kopf holte Österreich Schweden schon zu Ende der Regierungszeit Bruno Kreiskys ein. Seither entwickelt sich die Wirtschaftsleistung ähnlich und liegt rund ein Viertel über dem EU-Schnitt, wenn auch in Schweden die konjunkturellen Schwankungen stärker ausfielen als im stabilen Österreich. Ungleichheit und Arbeitslosigkeit sind weniger stark ausgeprägt als in der EU, beide Wohlfahrtsstaaten zählen zu den leistungsfähigsten der Welt. Schweden und Österreich sind prädestiniert, ein progressives soziales Modell in der EU als Gegenpol zum dominanten neoliberalen Projekt zu entwickeln. Weiterlesen

Österreichs BIP pro Kopf in der EU-Spitzengruppe

Markus Marterbauer, 18. Juli 2016

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikÖsterreichs Wirtschaftsleistung je EinwohnerIn lag auch 2015 in der Spitzengruppe der EU-Länder. Mit 36.400 Euro übertraf sie den EU-Durchschnitt um 27%, damit stärker als zu Beginn der Finanzkrise (2007: 23%). Die harten Fakten stehen einmal mehr in krassem Widerspruch zum verbreiteten, aber sachlich nicht fundierten Lamento über die fehlende Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Weiterlesen

HFCS 2014: Starke Konzentration und erhebliche Unterschätzung des Reichtums in Österreich

Markus Marterbauer, 21. Juni 2016

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikEin Prozent der Haushalte besitzt ein Viertel des gesamten Vermögens in Österreich. Der Anteil der obersten 5% der Haushalte, die über ein Nettovermögen von mehr als 800.000 Euro verfügen, liegt bei deutlich mehr als 40%, das ist etwa gleich hoch wie jener der unteren neun Zehntel der Haushalte. Besonders hoch ist das Vermögen im Durchschnitt bei UnternehmerInnen (Mittelwert 1,3 Mio. Euro) und Bauern/Bäuerinnen (0,9 Mio. Euro). BeamtInnen, Angestellte und PensionistInnen fallen demgegenüber weit zurück, darunter liegen noch ArbeiterInnen und Arbeitslose. Das sind die jüngsten Ergebnisse des neuen Household Finance and Consumption Survey (HFCS) 2014 der Oesterreichischen Nationalbank. Weiterlesen

Leistungsbilanz: Deutschland und Österreich leben unter ihren Verhältnissen

Markus Marterbauer, 8. April 2016

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikÖsterreichs Wirtschaft wies 2015 einen Überschuss in der Leistungsbilanz von mehr als 9 Milliarden Euro auf (fast 3% des BIP). Der hohe Exportüberschuss widerlegt das dauernde Lamento über die angeblich fehlende Wettbewerbsfähigkeit. Er ist allerdings zu einem erheblichen Teil auch Ergebnis der schwachen Inlandsnachfrage und bringt damit ein gefährliches Importdefizit zum Ausdruck. Dieses Ungleichgewicht ist besorgniserregend und zeigt, dass wir weit unter unseren Verhältnissen leben. Dies gilt ähnlich für andere Mitgliedsländer der Eurozone, ganz besonders für Deutschland und die Niederlande. Ein derartig massives außenwirtschaftliches Ungleichgewicht gefährdet auch den Bestand der Währungsunion und ruft nach raschem Handeln der Wirtschaftspolitik. Weiterlesen

Konjunktur: Was jetzt zu tun wäre

Markus Marterbauer, 16. März 2016

Marterbauer, Konjunktur, Experte, WirtschaftspolitikDie von Export und Industrie getragene Erholung der österreichischen Wirtschaft wird seit Jahresbeginn von Impulsen für die Konsumnachfrage durch die Steuerentlastung zusätzlich gestützt. Jetzt gilt es, diesen Rückenwind durch innovative Formen der Verkürzung der Arbeitszeit – etwa durch Ausweitung der Plätze für Aus- und Weiterbildung – auch für einen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu nutzen. Doch schon brauen sich neue Turbulenzen auf den hypertrophen Finanzmärkten zusammen. Zusätzliche expansive Impulse sind gefragt, am besten durch eine koordinierte Ausweitung der öffentlichen Investitionen in der gesamten EU. Weiterlesen

Österreichs Wirtschaft investiert mehr als die deutsche

Markus Marterbauer, 4. Februar 2016

Die Investitionen sind eine Schlüsselgröße für die konjunkturelle aber auch die langfristige wirtschaftliche Entwicklung. Die Investitionsquote ist in den letzten zwanzig Jahren merklich zurückgegangen und ein neuerlicher Anstieg ist nicht in Sicht. Allerdings investiert die österreichische Wirtschaft allen Unkenrufen zum Trotz nach wie vor deutlich mehr als jene der Eurozone oder Deutschlands. Der Investitionsbedarf ist angesichts des starken Bevölkerungswachstums dennoch hoch – vor allem bei der öffentlichen Infrastruktur. Weiterlesen

Expansive Budgetpolitik treibt die Konjunkturerholung

Markus Marterbauer, 17. Dezember 2015

marterbauerDie Konjunkturerholung in der Exportindustrie wird ab Beginn 2016 durch eine (erstmals seit 2010) leicht expansive Budgetpolitik verstärkt: Steuerreform, öffentliche Investitionen und Flüchtlingsausgaben stärken die Nachfrage. Wenn nun auch noch die InteressenvertreterInnen der Unternehmen ihr notorisches Schlechtreden des Standorts beenden, könnten auch die privaten Investitionen wieder an Kraft gewinnen. Weitere Initiativen zur Verringerung der rekordhohen Arbeitslosigkeit und für eine gerechtere Verteilung des hohen Wohlstandes bleiben dennoch dringlich. Weiterlesen

Videoblog: Warum ist die Arbeitslosigkeit in Österreich höher als in Deutschland?

Markus Marterbauer im Videoblog, 2. Oktober 2015

In Österreich steigt die Arbeitslosigkeit, während sie in Deutschland sinkt. Warum?

Und: Wie erreichen wir in Österreich eine nachhaltige Trendumkehr.

Markus Marterbauer bringt in unserem A&W-Videoblog die Gründe auf den Punkt und hat konkrete Vorschläge, über die wir reden sollten. Weiterlesen

Wien: Eine reiche Stadt wächst

Markus Marterbauer, 22. September 2015

Das Gerede von der Überschuldung der Stadt Wien entbehrt jeder Grundlage. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt und ist deutlich niedriger als beim Spitzenreiter Niederösterreich. Zudem stehen ihr hohes privates und öffentliches Vermögen gegenüber. Als Problem erweist sich viel eher, dass der dringende Ausbau der Infrastruktur in der rasch an Bevölkerung zunehmenden Stadt Wien durch ökonomisch unsinnige Fiskalregeln behindert wird. Weiterlesen

Österreichs Industriestandort: Gut trotz Krise

Markus Marterbauer, 10. August 2015

marterbauerMarktanteilsverluste, fehlende Wettbewerbsfähigkeit, gefährdeter Industriestandort: Die Übungen in Schwarzmalerei seitens der Interessenvertretungen der Unternehmen fallen in der Öffentlichkeit auf fruchtbaren Boden. Einer nüchternen Prüfung der Fakten halten sie hingegen in keiner Weise stand: Österreichs Industrieproduktion ist von der Eurokrise merklich getroffen, doch im Vergleich mit anderen Ländern läuft sie weiterhin ganz passabel. Weiterlesen