Archiv des Autors: Johannes Schweighofer

Johannes Schweighofer

Über Johannes Schweighofer

Leiter der Abteilung internationale Arbeitsmarktpolitik und Forschung, BMASK

Nehmen uns die Ausländer die Arbeitsplätze weg?

Johannes Schweighofer, 9. Jänner 2017

Ein klassischer Fall einer falsch gestellten Frage! Denn im Kern geht es bei den Themen Migration und Asyl um eine Klassen-, nicht um eine Nationalitätenfrage! Angesichts einer völlig verfehlten Wirtschaftspolitik gibt es natürlich auch bei der Zuwanderung, ähnlich wie bei der Globalisierung, GewinnerInnen und VerliererInnen. Weiterlesen

Arbeitslosigkeit: niedriges Wachstum und nicht fehlende Qualifikation ist das Problem

Johannes Schweighofer, 26.Jänner 2016

JohannesSchweighofer_100x100Das Geheimnis hinter der Rekordarbeitslosigkeit. Die wichtigste Ursache ist fehlende Qualifikation, nicht die Konjunktur“ lautet der „populärwissenschaftlichen“ Titel eines der letzten Produkte der Agenda Austria. Damit soll offensichtlich die These, dass der Großteil der Arbeitslosigkeit in Österreich struktureller Natur ist, untermauert und der Boden für weitreichende „Strukturreformen“ bereitet werden: für Maßnahmen wie Kürzungen von Arbeitslosenunterstützung oder die Dezentralisierung der Lohnverhandlungen. Tatsächlich wird im vorliegenden Fall nicht nur ein ökonomisches Konzept missbraucht, sondern es werden auch grundlegende Zusammenhänge schlicht ignoriert. Seriöse wissenschaftliche Argumente sehen anders aus. Weiterlesen

Schlechte Jobchancen und geringeres Einkommen – Diskriminierung von Migrantinnen & Migranten am österreichischen Arbeitsmarkt

Johannes Schweighofer, 17.Juli 2014

JohannesSchweighofer_100x100Werden MigrantInnen am österreichischen Arbeitsmarkt diskriminiert? No na, ist man als gelernte Österreicherin versucht zu antworten. Ja natürlich gibt es Diskriminierung, ein Sachverhalt, der offensichtlich wird für jedermann, der mit offenen Augen und Ohren durchs Land geht. Dieses Jedermannswissen wird nun durch eine aktuelle Studie von Uni Linz und IHS wissenschaftlich bestätigt, ein Befund, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen bzw. keinerlei Interpretationsspielraum übrig lässt: Sowohl im Bewerbungsverfahren als auch in der Entlohnung werden AusländerInnen in Österreich systematisch schlechter behandelt als vergleichbare InländerInnen. Die Ergebnisse reihen sich damit ein in Untersuchungen für andere Länder, die, etwa für Deutschland, zu einem ähnlich hohen Ausmaß an Diskriminierung kommen. Weiterlesen

Eine europäische Arbeitslosenversicherung – nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll!

Johannes Schweighofer, 22. Mai 2014

Angesichts der krisenhaften Entwicklung seit 2009 und des damit verbundenen Anstieges der Arbeitslosigkeit wird in der EU wieder vermehrt über die Einführung einer europäischen Arbeitslosenversicherung (EURO-ALV) diskutiert. Diese könnte dann positive wirtschaftliche Effekte haben, wenn sie klug umgesetzt wird, d. h. sie müsste die folgenden Bedingungen erfüllen: Erstens müssten mit der Einführung dieser EURO-ALV deutlich konjunkturstabilisierende Wirkungen verbunden sein, was nichts anderes bedeuten würde als ein deutlich höheres Wachstum für den EURO-Raum insgesamt. Zweitens darf diese Versicherung zu keinen permanenten Transfers von Ländern mit niedriger zu Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit führen (denn dafür sind Strukturfonds da). Und Drittens muss verhindert werden, dass die Finanzminister in Europa die Einführung einer EURO-ALV zum Anlass nehmen für weitere Einsparungen bei den Arbeitslosen und damit ein „race to the bottom“ losgetreten wird. Eine Variante, bei der diese Versicherung durch nationale ALV-Beiträge finanziert werden würde, erfüllt diese Bedingungen nicht. Werden hingegen andere Finanzierungsquellen wie beispielsweise eine Finanztransaktions-, eine Kerosin- oder eine CO2-Steuer herangezogen, so ließen sich zumindest die ersten beiden Ziele erreichen. Weiterlesen

„Erwachsenen PISA“ (PIAAC):Erschreckende Einsichten in die Alltags-Kompetenzen von Erwachsenen

Johannes Schweighofer, 9.Oktober 2013

Aus ökonomischer Sicht kann Europa langfristig nur als “Hoch-Lohn/Hoch-Produktivitäts”-Standort überleben. Grundvoraussetzung dafür sind Arbeitskräfte die im Stande sind, den Herausforderungen moderner Volkswirtschaften und Gesellschaften zu entsprechen. Dies scheint für einen großen Anteil nicht zutreffend zu sein, wie die gerade veröffentlichte internationale OECD-Studie zu den Adult Skills (PIAAC)“ zeigt. Hat doch ein großer Teil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schon bei vergleichsweise einfachen Aufgabenstellungen des Alltags erhebliche Probleme. Weiterlesen

Wird Arbeitslosigkeit in Österreich richtig gemessen?

Johannes Schweighofer, 2. Oktober 2013

Die Antwort auf diese Frage fällt naturgemäß unterschiedlich aus, je nachdem ob sie praktisch, politisch oder philosophisch interpretiert wird. Verglichen mit anderen wirtschaftspolitischen Kennzahlen wie „Wettbewerbsfähigkeit“ oder „Lebensqualität“ ist die Arbeitslosenquote aber jedenfalls eine recht zuverlässigen Messgröße. – Sie gibt einen verlässlichen Eindruck über die Lage am Arbeitsmarkt wieder. Dies gilt sowohl bei der Betrachtung über längere Zeiträume als auch im Vergleich von verschiedenen Ländern – etwa im OECD-Raum. Das gilt für Österreich, aber auch für andere Länder. Behauptungen wie „250.000 Arbeitslose fehlen in der Statistik“, die von „Agenda Austria“ vier Tage vor der Wahl produziert wurden, sprechen damit eigentlich für sich, wie im nachfolgend klar werden wird.

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