Archiv des Autors: Georg Feigl

Georg Feigl

Über Georg Feigl

Referent für öffentliche Haushalte und europäische Wirtschaftspolitik in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der AK Wien; Mitglied im Vorstand des BEIGEWUM (Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen); Herbst 2013: Visiting Researcher bei der Fundación 1° de Mayo in Madrid; Universitätslektor.

Öffentliche Investitionen als zentrales Element einer sozial-ökologischen Erneuerung

Georg Feigl und Florian Wukovitsch, 14. September 2016

blog_fwGeorg Feigl, Europäische Wirtschaftspolitik, Spanien, öffentliche Haushalte, Budgetpolitik

Die Verwerfungen der großen Finanz- und Wirtschaftskrise sind in Europa noch nicht überwunden, auch in Österreich verweilt die Arbeitslosigkeit derzeit auf Rekordniveau. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung – insbesondere in den Ballungsräumen. Ohne gezielte Investitionen werden weder ausreichend neue Arbeitsplätze noch die erforderliche Infrastruktur entstehen, um allen Menschen in diesem Land gute Beschäftigungs-, Einkommens-, Bildungs- und Mobilitätschancen, soziale Dienstleistungen sowie adäquaten Wohnraum zu ermöglichen. Darüber hinaus sind strategische Weichenstellungen zur maßgeblichen Reduktion der europäischen – und österreichischen – Treibhausgasemissionen erforderlich. Vor diesem Hintergrund ist es hoch an der Zeit, über Wege einer sozial-ökologischen Erneuerung nachzudenken. Weiterlesen

Österreich – Weltmeister der Förderungen?

Bruno Rossmann und Georg Feigl, 11. Februar 2016

Georg Feigl, Europäische Wirtschaftspolitik, Spanien, öffentliche Haushalte, BudgetpolitikBruno RossmannFöderalismusreformen und Förderungen haben eines gemeinsam: Es scheint eine nach oben offene Grenze für Einsparpotentiale zu geben. Erst neulich wurde Österreich in den Medien wieder als Förderungsweltmeister dargestellt, verknüpft mit der Forderung nach milliardenhohen Einsparungen um sich dem angeblich deutlich niedrigeren EU-Durchschnitt anzunähern. Solche Zahlenspiele sind angesichts unterschiedlicher Förderungsbegriffe und Datenquellen nicht sinnvoll. Vielmehr braucht es Förderziele, eine Koordinierung der Förderungen zwischen den staatlichen Ebenen und periodische Evaluierungen. Weiterlesen

Wohlstand, Lebensqualität und Umwelt – Wo steht Österreich?

Georg Feigl und Florian Wukovitsch, 14. Dezember 2015

blog_fwGeorg Feigl, Europäische Wirtschaftspolitik, Spanien, öffentliche Haushalte, BudgetpolitikSeit 2012 veröffentlicht die Statistik Austria ein umfassendes Indikatorenset zur Messung von Wohlstand und gesellschaftlichem Fortschritt in einem jährlichen erscheinenden Bericht, auch um damit eine empirische Grundlage für die (Wirtschafts-)Politik zu liefern. Den diesjährigen Bericht zu „Wie geht’s Österreich?“ fasst sie folgendermaßen zusammen: „hohe Lebenszufriedenheit – materieller Wohlstand stagniert auf hohem Niveau – Umwelt punktet bei erneuerbarer Energie und Emissionen“. In den mehr als 200 Seiten finden sich viele Details, die für eine wohlstandsorientierte Wirtschaftspolitik eine fundierte Datengrundlage bieten. Wie diese besser genutzt werden kann, sollte ebenso Teil der politischen Diskussion um gesellschaftlichen Fortschritt in Österreich sein wie daraus abzuleitende Maßnahmen. Weiterlesen

Wichtigste Herausforderung der Budgetpolitik: Arbeitslosigkeit senken

Georg Feigl, 10. November 2015

Georg Feigl, Europäische Wirtschaftspolitik, Spanien, öffentliche Haushalte, BudgetpolitikDer Entwurf zum Bundesbudget 2016 sieht die Erreichung eines strukturell ausgeglichenen Staatshaushalts vor. Die neue AK-Budgetanalyse zeigt hingegen, dass sich eigentlich die wirtschaftspolitische Priorität auf die Verringerung der hohen Arbeitslosigkeit verlagern müsste. Mit der Steuerreform und Maßnahmen wie dem geplanten Wohnbauprogramm wird zwar gegengesteuert, doch immer noch in einem unzureichenden Ausmaß. Gefragt ist einerseits ein Kurswechsel auf europäischer Ebene hin zu mehr öffentlichen Investitionen und eine stärker verteilungs- und beschäftigungsorientierte Wirtschaftspolitik. Andererseits braucht es auf nationaler Ebene eine Kombination konkreter beschäftigungsfördernder und angebotssenkender Maßnahmen. Weiterlesen

Nationale Wettbewerbsräte als problematischer Ausdruck europäischer Wettbewerbsfixierung

Georg Feigl, 21. Oktober 2015

Georg Feigl, Europäische Wirtschaftspolitik, Spanien, öffentliche Haushalte, BudgetHeute legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur weiteren Reform der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) vor. Anstatt Schritte zu einer koordinierten wohlstandsorientierten europäischen Wirtschaftspolitik zu setzen, soll die verheerende Strategie der Wettbewerbsfixierung ausgedehnt und stärker strukturell verankert werden. Dies soll insbesondere über nationale Wettbewerbsräte erreicht werden. Wie in der aktuellen AK-Stellungnahme zur WWU-Reform ausgeführt wird, verkennt die Kommission mit ihrem Fokus auf die Entwicklung der nationalen Lohnkosten, dass Löhne eben nicht nur ein Kostenfaktor, sondern auch Einkommen – und damit zentral für die gesamtwirtschaftliche Nachfrage – sind. Werden sie in allen Ländern gleichzeitig gesenkt, übertrifft der negative Effekt auf die Binnennachfrage den positiven Effekt auf die Exporte – mit entsprechend negativen Folgen für Beschäftigung, Verteilung und Wirtschaftsentwicklung. Weiterlesen

Eurozone: Lohnwettbewerb nach unten hat Priorität

Georg Feigl, 11. September 2015

Georg Feigl, Europäische Wirtschaftspolitik, Spanien, öffentliche Haushalte, BudgetMit dem Ende Juni vorgelegten Bericht zur Wirtschafts- und Währungsunion der fünf Präsidenten wird die 2012 gestartete Debatte über die Weiterentwicklung der Eurozone neu aufgegriffen. Trotz des offensichtlichen Misserfolges wird am bisherigen wirtschaftspolitischen Kurs festgehalten, der punkto Wettbewerbsfixierung sogar noch verschärft werden soll. Eine wohlstandsorientiere Wirtschaftspolitik wäre damit noch schwieriger durchsetzbar. Weiterlesen

Spanien: Ökonomische Trendwende durch stillen wirtschaftspolitischen Kurswechsel

Georg Feigl, 13. Juli 2015

Foto: Lisi Specht, AK Wien. Die spanische Wirtschaft gilt einmal mehr als Vorzeigemodell: Harte Spar- und Reformpolitik sei für das neuerdings überdurchschnittliche Wachstum verantwortlich. Tatsächlich zeigt sich jedoch, dass die Arbeitslosenrate mit 23% nach wie vor hoch und die Wirtschaftsleistung weiter unter Vorkrisenniveau liegt. Gleichzeitig sind erste Verbesserungen nicht auf die Reformagenda, sondern vor allem auf einen stillen budgetpolitischen Kurswechsel und die Politik der EZB zurückzuführen. Weiterlesen

Beschäftigungsfördernde Budgetpolitik gefragt

Georg Feigl, 13. Mai 2015

profil_feigl_georgBis 2010 war die Budgetpolitik expansiv ausgerichtet, um die Beschäftigung in der Krise zu stabilisieren. Seitdem stand sie jedoch im Zeichen der Konsolidierung. Wie unsere aktuelle mittelfristige Budgetanalyse zeigt, konnte das Defizit so zwar – trotz steigender Bankenkosten – deutlich reduziert werden, doch gleichzeitig wurde die Arbeitslosigkeit zu einem wachsenden Problem. Nach Erreichung des strukturellen Defizitziels 2014 und Umsetzung der Steuerreform besteht nun dringender Bedarf an einer beschäftigungspolitischen Offensive.

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Öffentliche Investitionen europaweit stärken

Georg Feigl, 3. März 2015

profil_feigl_georgDie Europäische Kommission setzte in den letzten Monaten mit einem neuen Investitionsfonds sowie einer minimalen Lockerung der europäischen Fiskalregeln zwei Initiativen zur Stärkung von Investitionen und Beschäftigung. Diese Initiativen bleiben jedoch halbherzig, da die Notwendigkeit für eine substanzielle Ausweitung des Spielraums für öffentliche Investitionen nach wie vor geleugnet wird. Eine von der AK beauftragte Studie zeigt auf, wie eine goldene Investitionsregel in Europa umgesetzt werden könnte.

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Wohlstandsindikatoren als Instrument der Wirtschaftspolitik

Georg Feigl, 4. Februar 2015

profil_feigl_georgMaterieller Wohlstand und Lebensqualität sind die eigentlichen Zwecke des Wirtschaftens. Die öffentliche Debatte bzw. die Wirtschaftspolitik wird jedoch nicht davon dominiert, sondern von einem potenziellen Mittel zum Zweck, nämlich einem möglichst hohen nationalen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Weltweit gibt es deshalb Initiativen, die Wohlstand und Lebensqualität in den Fokus rücken wollen. In Österreich bietet der Bericht von Statistik Austria eine gute Grundlage, wo eine ausgewogenere Wirtschaftspolitik ansetzen könnte. Weiterlesen