Archiv des Autors: Christina Wieser

Christina Wieser

Über Christina Wieser

Betriebswirtin in der AK Wien, Schwerpunkt: Verteilungspolitik in Unternehmen

Für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung, die zählt

Uli Schönbauer & Christina Wieser, 4.12.2015

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Lässt sich soziale Unternehmensverantwortung messen? Ja. Und zwar mit den richtigen Indikatoren. Ab jetzt hat der Gesetzgeber ein Jahr Zeit, eine neue EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung in österreichisches Recht zu übersetzen. Das gesellschaftliche und soziale Engagement der Unternehmen soll transparent, konsistent und vergleichbar publiziert werden. Mit einer gelungenen Umsetzung könnten österreichische Unternehmen künftig zu einer „Sozialbilanz“ verpflichtet werden, die eine Offenlegung zu Schlüsselindikatoren der Arbeitsbedingungen verlangt.  Weiterlesen

Vorstandsvergütung – eine (An-)Reizfrage

Christina Wieser, 5. September 2014

Christina Wieser Ganz schön derb kann es werden, wenn die AK das Gagen-Ranking der österreichischen Wirtschaftskapitäne veröffentlicht. „Die Sau durchs Dorf treiben“ nennt es Immofinanz-Vorstand Eduard Zehetner in der heutigen Printversion des Magazins Format. Der Ökonom Thomas Piketty hält dem entgegen, dass die exorbitant steigenden Managergehälter den Trend zur Aristokratisierung des Kapitalismus verstärken. Es stimmt einfach nicht, dass die Leistung mit den Managergehältern wächst. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Manager, der eine Million Dollar und einem, der zehn Millionen Dollar verdient, so Piketty. Die angesprochenen Neo-Aristokraten in Österreich, die Bosse der ATX-Konzerne, geben sich jedenfalls bedeckt bis beleidigt, wenn es um die eigenen Einkommen geht. Dabei sind Transparenz und Benchmarking Grundprinzipien der Börse. Und im Übrigen landen österreichische Manager im europäischen Einkommensvergleich sowieso im unteren Drittel, wie die Industriellenvereinigung erklärt. Also, alles halb so schlimm? Weiterlesen

Im Reich der Männer

Christina Wieser, 06.März 2014

Full size imageMit einer informellen Männerquote von fast 90 Prozent in den Aufsichtsräten gerät Österreich im internationalen Ranking immer mehr unter Druck. Jetzt muss die Regierung rasch handeln und per Gesetz für mehr Frauen an der Spitze der Unternehmen sorgen… Weiterlesen

Schweiz: Keine gesetzliche 1:12-Bremse für Spitzengehälter

Christina Wieser, 25. November 2013

Thumbnail imageEin unbegrenztes Managergehalt ist und bleibt „Spirit of Ecstasy“ am Rolls Royce der wirtschaftsliberalen Gesellschaft. Dem verlockenden Paradigma der unternehmerischen Freiheit folgend hat die Schweiz der 1:12-Inititative für gerechte Löhne eine klare Absage erteilt. Eine deutliche Mehrheit von rund zwei Drittel (65,3 Prozent) hat gestern den Vorstoß – wonach künftig per Gesetz der höchste Lohn mit dem Zwölffachen des niedrigsten Lohns im selben Unternehmen zu begrenzen ist – abgelehnt. Unterstützten die SchweizerInnen das Referendum zur Abzocker-Initiative im März noch mit 67,9 Prozent, so griff die Forderung der JungsozialistInnen nach einer gesetzlichen Begrenzung der Lohnspanne in den Unternehmen offenbar zu weit. In der Parolenschlacht hat die Angst vor dem „Lohndiktat des Staates“ gegen die Anstrengung für „Mehr Lohngerechtigkeit“ gesiegt…

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Der Corporate Governance Arbeitskreis und sein Kodex – wo ist die Legimitation?

Christina Wieser, 29.Oktober 2013

Full size imageFeiern ist angesagt! Börse und Wirtschaft jubeln über das Prinzip der freiwilligen Selbstregulierung der Kapitalmarktunternehmen: Am heutigen Austrian Equity Day 2013 wird einmal mehr die Bedeutung des – seit mehr als einem Jahrzehnt geltenden – Österreichischen Corporate Governance Kodex hochgehalten. Zu Recht…?

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Banker-Boni: ja! Dividenden: ja! Aber Bankensteuer: nein?

Christina Wieser, 26. Juni 2013

Thumbnail image„Wir sind Raiffeisen!“: Dieser Werbeslogan trifft heute so richtig ins Schwarze – versammeln sich doch die AktionärInnen der Raiffeisen Bank International AG (RBI) im Austria Center Wien. Ganz oben auf der Agenda steht der Beschluss der Dividendenzahlungen für das Jahr 2013 im Ausmaß von 228 Mio. Euro. Das ist eine Steigerung von 1,05 auf 1,17 Euro (+11,4%) pro Aktie, obwohl der Konzernjahresüberschuss signifikant um ein Viertel auf 725 Mio. Euro zurückgegangen ist. Über das Anheben der Dividende werden sich die AktionärInnen bestimmt freuen, weniger Grund zum Jubeln gibt es da schon über die schlechte Presse durch den jüngsten Gehalts- und Steuerskandal des (mittlerweile zurückgetretenen) langjährigen Vorstandsvorsitzenden Herbert Stepic. Die schiere (sic!) Höhe des Stepic-Bonus hat nämlich sogar den eigenen Aufsichtsratsvorsitzenden Walter Rothensteiner überrascht, paradox hat er doch als Aufsichtsrat den Vorstandsvertrag und damit die Bonifikation mittels Aktienoptionsprogramm mitbeschlossen… Weiterlesen

Droht Managern der Bonus-Blues?

Christina Wieser, 19. März 2013

Unwiderstehliche Willkommenspakete, überzeugende Bleibeboni und Thumbnail image
der goldene Fallschirm zum Abschied: Für jeden Anlass, die richtige Prämie – die Vorstände freut es. Angetrieben von bizarren Bonuszahlungen sind die Top-Managergehälter in Österreich innerhalb von zehn Jahren vom 20-fachen auf das 48-fache eines Durchschnittsgehalts hochgeschnellt: Ein ATX-Vorstand erhält im Schnitt im Jahr 2011 1,3 Millionen Euro. Angesichts des immer stärkeren Auseinanderdriftens der Lohn- und Gehaltsstruktur in den Unternehmen sind aktuell bereits 82 Prozent der österreichischen Bevölkerung dafür, Gehaltsgrenzen für Spitzenmanager einzuziehen. In der Schweiz gibt es dazu nicht nur Meinungsumfragen sondern bereits einen klaren Volksentscheid. Und auf europäischer Ebene wird aktuell um eine Begrenzung für Banker-Boni gerungen. Weiterlesen