Archiv des Autors: Bettina Csoka

Bettina Csoka

Über Bettina Csoka

Referentin für den Bereich Verteilungspolitik (Einkommen, Vermögen und Arbeitszeit) in der Abteilung Wirtschafts-, Sozial- und Gesellschaftspolitik der AK Oberösterreich.

Unsere Arbeit. Unsere Zeit.

Bettina Csoka, Reinhard Haider, Manuela Hiesmair, 13. April 2017

Arbeitszeit ist Lebenszeit. Sie wirkt sich nicht nur auf Einkommen, Gesundheit und Wohlbefinden jeder/jedes einzelnen Arbeitenden aus, sondern beeinflusst auch die Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstands und die Arbeitslosigkeit. Das Ziel einer kurzen Vollzeit – als Gegenpol zur aktuell diskutierten Ausdehnung von Arbeitszeiten – muss wieder stärker in den Vordergrund rücken. Weiterlesen

Gerechte Verteilung = wirtschaftlicher Erfolg

Bettina Csoka, 26. September 2016

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Die Arbeit der lohnabhängig Werktätigen ist in den letzten zwei Jahrzehnten um mehr als 30 Prozent ergiebiger geworden, der Bruttolohn allerdings ist nicht einmal halb so stark gestiegen. Nach einem Jahrzehnt des Kaufkraftverlusts wird es durch die Steuerreform endlich ein Plus beim Nettoeinkommen geben, was die wirtschaftliche Dynamik stärkt. Doch die Kollektivvertragsrunde ist bereits wieder vom Getöse um Arbeitszeitverlängerung und Lohnmäßigung  durchzogen. Weiterlesen

Grotesker Reichtum, konstruierte Knappheit

Bettina Csoka, 27. Jänner 2016

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Bereits am 26. Jänner, dem „RichTaxDay“, haben die Vermögendsten 2016 so viel Wertzuwachs, wie die von AK und ÖGB geforderten Reichensteuern ausmachen – nämlich zwei Milliarden Euro. Doch während Österreichs Regierungspolitik mit Menschenleben nicht zimperlich umgeht, und mittels Obergrenzen für Flüchtlinge rechtlich und moralisch fragwürdige Beschlüsse fällt, bleiben die wirtschaftlich und finanziell Stärksten steuerlich unangetastet. Und die globale Ungleichheit feiert fröhliche, groteske Urständ’.
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Equal Pay Day 2015: 82 Tage Gratisarbeit

Bettina Csoka, 9. Oktober 2015

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Würden Frauen und Männer pro Jahr gleich viel verdienen, gäbe es also im Durschnitt keinen Unterschied in der Höhe der Frauen und Männern ausbezahlten Bruttolöhne, dann hätten wir „Equal Pay“. Mit Ende des Jahres hätten die Lohnabhängigen, egal ob Frau oder Mann, im Schnitt gleich hohe Beträge am Jahres-Lohnzettel stehen. Der „Equal Pay Day“ wäre der 31.Dezember. Da es aber wesentliche Entgeltdifferenzen zwischen den Geschlechtern gibt, ist dieses Datum bei Vollzeitbeschäftigten 2015 bereits am 11. Oktober erreicht, um gerade mal einen Tag besser als im Vorjahr: mit Beginn dieses Tages müssen die Frauen bis zum Jahresende 82 Tage quasi „gratis“ arbeiten, um auf das Jahres-Einkommen der Männer zu kommen. Bezogen auf den Stundenlohn weist Österreich im internationalen Vergleich das zweithöchste Lohngefälle auf. Weiterlesen

Lohndrückerei und Arbeitskampf

Bettina Csoka, 28. September 2015

Bettina Csoka_web_kleinDie Lohn- und Arbeitszeit-Auseinandersetzungen spitzen sich zu. Die Unternehmensvertretung aus dem Bereich Maschinen / Metallwaren verweigert erpresserisch die Aufnahme von Kollektivvertragsverhandlungen, da ihr geplante Regierungsmaßnahmen nicht passen. Und generell wittert so manch Firmenboss oder KapitalvertreterIn aktuell Potential für Lohndrückerei. So sollen jene, die wegen Krieg und wirtschaftlicher Not als Flüchtlinge in Deutschland, Österreich und anderen EU-Ländern ankommen, durchaus hier arbeiten – allerdings zum Niedrigst-Tarif. Dabei drückt sich der durch Prekarisierung und Arbeitslosigkeit verstärkte Trend der ungleicher werdenden Einkommensverteilung ohnedies schon in einer langfristig sinkenden Lohnquote aus. Wäre der Lohn- und Gehaltsanteil der Lohnabhängigen in Österreich auf dem Niveau von Ende der 1970er Jahre, wären 2014 drei Wochen mehr Urlaub für jeden möglich gewesen. Weiterlesen

Trotz Vollzeit unter 1500 Euro

Bettina Csoka, 16. April 2015 (aktualisiert 11.1.16)

Bettina Csoka_web_klein„Auch für BezieherInnen von Mindestlöhnen/-gehältern muss ein akzeptabler Lebensstandard möglich sein“, formuliert der österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) in seinem 2013 beschlossenen (bis 2018 gültigen) Grundsatzprogramm. Als absolute Lohn-Untergrenze werden dabei 1500 Euro brutto pro Monat bei einer Vollzeitbeschäftigung gefordert. Diese gewerkschaftspolitische Zielmarke gilt aufgrund von kollektivvertraglichen Verhandlungserfolgen schon für viele Lohnabhängige. Allerdings wurden 2013 (das ist die aktuellste verfügbare Statistik) noch knapp zwölf Prozent der ganzjährig im privaten und öffentlichen Bereich Vollzeitbeschäftigten unter diesem Wert entlohnt – das sind rund 260.000 Menschen (davon rund 51.800 WienerInnen und 46.500 OberösterreicherInnen).  Weiterlesen

Millionäre besteuern statt Aushungern des Staates!

Bettina Csoka & Franz Gall, 2. Juli 2014

profil_gall_franzBettina Csoka_web_kleinDie Debatte über die längst überfällige Steuerreform spitzt sich auf die Frage der Notwendigkeit einer Gegenfinanzierung durch vermögensbezogene Steuern – insbesondere durch eine sogenannte „Millionärssteuer“ – zu. Der nachfolgende Beitrag fasst die neuesten Fakten zur Verteilung des Reichtums zusammen und hinterfragt die Behauptungen, durch Einsparungen in der Verwaltung wäre eine Lohnsteuersenkung locker finanzierbar.  Weiterlesen

Ist Arbeit zu teuer?

Bettina Csoka, 17. April 2014

Bettina Csoka_web_kleinDer in Wirtschaftskreisen vorherrschende isolierte Blick auf die Höhe der Arbeitskosten führt zu kurzsichtigen Lohnsenkungsfantasien. Nicht die Höhe der Löhne sondern das Ausmaß der Löhne an der geschaffenen realen Wertschöpfung  ist für internationale Vergleiche relevant (= Lohnstückosten). Und nicht die gesamte Wirtschaft mit jeder einzelnen Pore muss sich international messen, sondern insbesondere die Produktion. Aktuelle internationale Werte zur „preislichen“ Wettbewerbsfähigkeit können da Klarheit bieten.

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EU-weiter Mindestlohn für alle?

Bettina Csoka, 14. März 2014

Bettina Csoka_web_kleinVerbindliche Lohnuntergrenzen (Mindestlöhne bzw. -gehälter) können die Beschäftigten vor Armuts- bzw. Niedriglöhnen sowie die Unternehmen vor unfairer Billigstkonkurrenz schützen. Über die Wirkungen von Mindestlöhnen, insbesondere  wenn sie allgemein und flächendeckend gelten sollen, wird heftig gestritten. Laut eine aktuellen Eurofoundstudie würden bei einem EU-weit koordinierten Mindestlohn, der mindestens 60 Prozent des länderspezifischen mittleren Lohns beträgt, ein Fünftel der Frauen und ein Zehntel der Männer davon betroffen. In Österreich wären insgesamt fast 15 Prozent der ArbeitnehmerInnen die NutznießerInnen.

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Unter dem Deckmantel der Flexibilisierung

Bettina Csoka, 28.10.2013

Bettina Csoka_web_kleinIm Zuge der aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen geraten Wirtschaftsseite und Gewerkschaften neben dem Ausmaß der Lohn- und Gehaltserhöhung auch bezüglich Arbeitszeitregelungen in Konflikt. Mehr als 700.000 ArbeitnehmerInnen erbringen regelmäßig Über- bzw. Mehrarbeitsstunden. Ein Viertel dieser Arbeitsleistung bleibt unbezahlt. Das von Wirtschaftsseite unter dem Deckmantel der Flexibilität geforderte „Zeitkonto“ in der Metallindustrie würde die ArbeitnehmerInnen noch mehr unter Druck setzen und ihnen mehr als 600 Euro im Jahr kosten. Weiterlesen